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Thementag: Das Kriegsverbrechen der systematischen Zwangsprostitution durch die japanischen Armee

Zeitzeugin

Im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg präsentieren AfricAvenir und der Korea-Verband am Sonntag, den 13.9.2009 ab 15 Uhr in den Uferhallen (Uferstr. 8-11, 13357 Berlin-Wedding, U8-Pankstr, S-Humboldthain) einen Thementag zum Kriegsverbrechen der systematischen Zwangsprostitution durch die  japanischen Armee mit Film, Präsentation und Vortrag. In Anwesenheit einer Zeitzeugin und von Aktivistinnen.

In Kooperation mit dem Korea-Verband e.V. (AG Pro Trostfrauen) widmen wir uns dem Thema der sog. Trostfrauen mit Podiumsdiskussion, Präsentation, Vortrag und Film. Zur Diskussion werden eine Zeitzeugin sowie zwei Aktivistinnen aus Korea und Taiwan zum Gespräch mit dem Publikum anwesend sein.

HAN Nataly Jung-Hwa vom Korea-Verband e.V wird in den Thementag einführen indem sie über die Bedeutung der Trostfrauen auf dem Weg der Versöhnung im asiatischen Kontext spricht.

Dazu wird es Fotoprojektionen von Zeitzeuginnen aus Südkorea geben, aufgenommen durch den des Fotografen Yajima Tsukasa, der drei Jahre lang mit den betroffenen Frauen in einem Wohnprojekt The Sharing House in Südkorea lebte. 

Abschließend wird der in Südkorea preisgekrönte Dokumentarfilm 63 Years On (2008), worin vier Zeitzeuginnen aus den Niederlanden, China, Korea und den Philippinen porträtiert werden.

Trostfrauen
Das japanische Militär zwang etwa 200 000 junge Mädchen und Frauen während des  Asien-Pazifik-Krieges zur Prostitution mit Soldaten in den Kriegsgebieten. Betroffen waren überwiegend Frauen aus den Kolonien Japans - Korea und Taiwan -, aber auch Frauen aus anderen asiatischen Regionen, wie z. B. China, Japan, den Philippinen, Thailand, Malaysia, Indonesien, Papua Neuguinea und Osttimor.

Mädchen und Frauen im Alter zwischen 11 und 27 Jahren wurden verschleppt und missbraucht. Damit wollte die japanische Regierung "Vergewaltigungen vor Ort verhindern, Geschlechtskrankheiten vorbeugen und den Kampfgeist der Soldaten steigern".

Diese Frauen bezeichnete man als Ianfu (jap.), was auf Deutsch  sinngemäß „die Trost spendende Frau“ bedeutet. Die Wenigsten überlebten die menschenunwürdigen Zustände. Diejenigen, die überlebten konnten meist nach Kriegsende nicht mehr nach Hause zurückkehren. Die, die es schafften, heimzukehren, litten unter großen Scham- und Schuldgefühlen.

Die erste mutige Zeitzeugin, Kim Hak-sun aus Südkorea sagte 1991 öffentlich aus und brach das Schweigen. Seither meldeten sich allein in Südkorea 206 betroffene Frauen. Gemeinsam mit Aktivisten/innen von NGOs kämpfen die Betroffenen um ihre Rechte, denn die japanische Regierung hat sich weder bei den Frauen offiziell entschuldigt noch sie entschädigt. Die Zeitzeuginnen wollen in die Öffentlichkeit und über ihre schrecklichen Erfahrungen sprechen, um solche  Geschehnissen in der Zukunft zu verhindern.

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