Dialogforum: „Neue soziale Bewegungen in Afrika“

Am Montag, den 19. Januar 2009 um 19 Uhr (Achtung Zeitänderung!) lädt AfricAvenir zu einem Dialogforum in den Grünen Salon der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin. Mit Hawa Ba, MdB Hüseyin Aydin (DIE LINKE) und Dr. Tiécoura Traoré werden wir über die Herausforderungen neuer sozialer Bewegungen in (West-)Afrika diskutieren.

„Neue soziale Bewegungen in Afrika“
Montag, 19.1.2009, 19h, Grüner Salon

Im Zentrum der Veranstaltung steht die Diskussion um die (neuen) sozialen Bewegungen in Afrika. Nach einer kurzen thematischen Einführung durch MdB Hüseyin Aydin (Obmann der Fraktion DIE LINKE im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) wagen wir zunächst eine Art Gesamtschau und gehen den Fragen nach, welche sozialen Bewegungen es aktuell auf dem Kontinent gibt, welche Ziele diese verfolgen und wer sich mit welchen Anliegen engagiert. Dazu wird die senegalesische Soziologin Hawa Ba erwartet, die u.a. als Redakteurin einer der wichtigsten afrikanischen Internetplattformen www.pambazuka.org mit politischen, sozialen und ökonomischen Analysen zu Afrika tätig ist. Sie verfügt über profunde Kenntnisse der NGO-Landschaft Afrikas, über die politischen, sozialen und ökonomischen Bedingungen in denen sie tätig sind und kann darüber hinaus neben thematischen Schwerpunkten, die die NGO-Arbeit der kommenden Jahre bestimmen werden auch Schwierigkeiten und Herausforderungen benennen. Im Vordergrund stehen hier natürlich auch Fragen nach den Nord-Süd-Beziehungen, der Akzeptanz afrikanischer NGOs durch PartnerInnen im Norden sowie die Arbeit der NGOs vor Ort unter den Bedingungen der Entwicklungszusammenarbeit, in der von einer „gleichberechtigten Partnerschaft“ zwischen Geber- und Empfängerinstitutionen längst keine Rede sein kann.

Im Anschluss wird Dr. Tiecoura Traoré von seiner Arbeit in Mali berichten. Infolge der Bahnprivatisierung in Mali mit all ihren katastrophalen wirtschaftlichen und sozialen Folgen gründete er das „Collectif Citoyen pour la Restitution et le Développement Intégré du Rail Malien (COCIDIRAIL)“.

Die Eisenbahn diente insbesondere den Kleinbauern dazu, ihre Waren an zentrale Handelsplätze zu bringen, ermöglichte den Besuch weiterführender Schulen in den Großstädten sowie eine relativ gute Gesundheitsversorgung, da Krankenhäuser durch die Bahn erreichbar waren. 100 Jahre nachdem der erste Zug in Bamako eintraf, sieht dieses Bild katastrophal aus. Im Jahr 2003 wurde die Bahn in Mali privatisiert und in der Folge 2/3 der bis dahin vorhandenen Bahnhöfe geschlossen, was massive Konsequenzen für die genannten Bereiche des Kleingewerbes/ Kleinhandels, der Bildung und der Gesundheitsversorgung hat. Herr Traoré wird am Beispiel von COCIDIRAIL schildern, mit welchen kreativen Mitteln die Bevölkerung seit 2003 gegen die negativen Folgen der Bahnprivatisierung protestiert, welche Auswirkungen dies in Mali hat und wie sich COCIDIRAIL mit NGOs in anderen afrikanischen und europäischen Staaten vernetzt und austauscht.

Aktive Interventionen und Fragen des Publikums sind nicht nur gestattet, sondern integraler Bestandteil der Veranstaltung. Alle Interessierten sind herzlich zur aktiven Teilnahme eingeladen. Eine Übersetzung der Redebeiträge ist gewährleistet.
 
Die Volksbühne liegt direkt an der Haltestelle Rosa-Luxemburg-Platz , die sowohl mit der Tram und der U-Bahnlinie 2 problemlos zu erreichen ist.

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