18.11.2009: Dr. Grada Kilomba, Who can speak? University and the decolonization of knowledge

Am Mittwoch, 18.11.2009 um 18:30 Uhr lädt Commit Berlin e.V. zum Vortrag von Dr. Grada Kilomba: Who can speak? University and the decolonization of knowledge ins HU-Hauptgebäude (Unter den Linden 6), Raum 3038.

Every semester, on the very first day of my seminar, I play a game with my students. I quiz them. I ask very simple questions, such as:  What was the Berlin Conference of 1884-5? Which African countries were colonized by Germany? This exercise shows us how the concepts of knowledge and the idea of what scholarship or science is, are intrinsically linked with power and racial authority. Who knows what? And who doesn’t? And why? What knowledge is being acknowledged as such? And what knowledge is not? Whose knowledge make part of the academic agendas? And whose knowledge does not? Who can teach knowledge? And who cannot?
In other words, who can speak? And which language?

Dr. Grada Kilomba is psychologist, writer, and university lecturer. She worked for several years in the psychiatry with war survivors and developed projects in the fields of memory, trauma and performing arts. Early on she started publishing her literary work in the form of Essays, Prosa and Poetry, approaching remembered stories of slavery, colonialism and everyday racism. Among other publications, she is  the author of ‚Plantation Memories’ (Unrast 2008), a book which has been enthusiastically presented all over Europe.  Currently she is writing on her new novel: ‚Kalunga’.

www.gradakilomba.com

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe:
Wissensmacht - Machtwissen
Eine Reihe kritischer Auseinandersetzungen mit Rassismus und kolonialen Kontinuitäten in Universität und Wissenschaften


im Wintersemester 2009/10

Im Rahmen der Kampagne verschiedener Berliner politischer Gruppen zur 125ten Jährung der Berliner Afrika-Konferenz von November 2009 bis Februar 2010 (www.berliner-afrika-konferenz.de) veranstaltet der Studierendenverein Commit Berlin e.V. eine Reihe, in der koloniale Kontinuitäten im Alltag und in Wissenschaftsbetrieben thematisiert werden sollen. Die Veranstaltungen sind Teil der politischen Bildungsarbeit von Commit Berlin und sollen zur Sensibilisierung der deutschen Öffentlichkeit beitragen.

Ausgangspunkt ist die Universität als ein Ort, der den Alltag von Studierenden und Lehrenden wesentlich prägt und an dem vorgeblich universelles Wissen und ‚Wahrheiten’ produziert werden, sich gesellschaftliche Ein- und Ausschlüsse spiegeln, Zugänge zu Realität und Wissen verhandelt werden.Wir wollen kritisch hinterfragen, was in den Berliner Wissenschaftsbetrieben passiert. Wer kann dort sprechen und worüber? Wessen Stimme wird gehört? Wessen Wissen wird als Wissen anerkannt? Welche Funktion haben diese Ein- und Ausschlüsse für die Selbstkonstruktion der dominanten weißen Wissenschaften?

In Deutschland gibt es kaum Studiengänge, die sich explizit mit Post-Kolonialität befassen, zu viele (weiße) Menschen wissen und lernen nichts über die Berliner Afrika-Konferenz und deren bis heute währende Folgen. Die Auseinandersetzung mit deutscher Kolonialgeschichte und bis heute sicht- und spürbaren kolonialen Denk- und Verhaltensmustern und Strukturen ist noch nicht in der selbsternannten Mitte der Gesellschaft angekommen. Kolonialrevisionismus und Alltagsrassismus gehen Hand in Hand und legitimieren im Deutschland des 21. Jahrhunderts einen kolonialen Raum.

Die Veranstaltungsreihe soll zur Anerkennung eines post-kolonialen Diskurses in Deutschland beitragen und zu einer kritischen Reflexion (vor allem von Studierenden) über gewaltvolle Strukturen in ihrem eigenen Umfeld anregen. Ebenso versuchen wir, eine breitere Öffentlichkeit für alltägliche Rassismen zu sensibilisieren. Wir wollen eine Einführung in diverse Themenbereiche wie Alltagsrassismus, diskriminierende Strukturen in den Wissenschaften oder Deutsch als  rassistische Sprache bieten, Denkanstöße geben und zur weiteren Diskussion und Reflexion der behandelten Themen anregen.

Für diese Verhandlungen haben wir die Universität gewählt, denn es ist an der Zeit, dass sich weitere Diskurse und Perspektiven an diesem Ort Platz verschaffen und so zu einer weiterreichenden Transformation beitragen.

ab 21.10.2009 jeden zweiten Mittwoch um 18.30 Uhr
im HU-Hauptgebäude (Unter den Linden 6), Raum 3038/3035

21.10. Natasha A. Kelly
Afroism. Zur Situation einer ethnischen Minderheit in Deutschland

4.11. Katharina Oguntoye
Geschichte(n) Schwarzer Menschen in Deutschland

18.11. Dr. Grada Kilomba
Who can speak? University and the decolonization of knowledge

2.12.  Dr. Susan Arndt
Rassismus in der deutschen Sprache

16.12. Yonas Endrias
Rassismus in der Wissenschaft - wissenschaftlicher Rassismus

13.1. Aretha Schwarzbach-Apithy
Weiße kolonial-rassistische Lebensart  - innere Kolonisierung

27.1. Prof. Dr. Maureen Maisha Eggers
Dekolonisierung als methodisches und methodologisches Projekt der Wissenschaftskritik

10.2. Podium: Interventionen
Strategien zur De-Kolonisierung der Universität und Wissenschaften

Du möchtest mehr Infos und rechtzeitig zu jeder Veranstaltung informiert werden?
Dann schreib an: veranstaltungen(at)commit-berlin.de
Oder geh auf: www.commit-berlin.de

Die Reihe wird gefördert durch:
Referent_innenRat der HU Berlin / Netzwerk Selbsthilfe e.V. / EED (Evangelischer Entwicklungsdienst)

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