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Filmreihe "Siehst du mich?": Hyènes (Ramatou) – nach Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ (OdtU) am Sonntag, 19.09.2010, 17 Uhr

szene aus hyenes

Als Auftakt von "Siehst du mich? Eine Filmreihe zu 50 Jahren afrikanische Un-Abhängigkeiten" präsentiert AfricAvenir am Sonntag, den 19. September 2010 um 17 Uhr den Filmklassiker "Hyènes/Hyänen" (O mit dt. und frz. UT) von Djibril Diop Mambéty im Hackesche Höfe Kino. Mit Hyènes überträgt Mambéty Dürrenmatts „Besuch der alten Dame“ in seinen Geburtsort. „Diese bissige Verfilmung an verändertem Schauplatz verleiht der Fabel eine neue politische Dimension (New York Times). Im Anschluss an den Film findet eine Diskussion mit dem Filmkritiker und Kurator der Filmreihe „Siehst du mich?“ Julien Enoka Ayemba statt.

Hyènes (Ramatou) – nach Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“
R: Djibril Diop Mambéty, Musik: Wasis Diop, Senegal, 1992, 113 Min., OmU

mit Ami Diakhaté, Djibril Diop Mambéty, Mansour Diouf, Calgou Fall, Faly Gueye, Mamadou Mahourédia Gueye, Issa Ramagelissa Samb, u.a.

Synopsis
Die Bewohner von Colobane, einem Örtchen im Sahel, leben in bitterer Armut. Eines Tages kehrt Linguère Ramatou ins Dorf zurück, „reich wie die Weltbank“. Ihr früherer Freund, der Händler Dramaan Drameh, hatte sie damals geschwängert, die Vaterschaft geleugnet und eine andere geheiratet. Jetzt will sie Rache nehmen. Sie bietet an, die Dorfgemeinschaft mit 100 Milliarden Dollars zu unterstützen. Jedoch nur unter der Bedingung, dass diese Drameh zum Tode verurteilt. Zunächst lehnen die Einwohner im Namen der Menschlichkeit ab…

Mit Hyènes überträgt Mambéty Dürrenmatts „Besuch der alten Dame“ in seinen Geburtsort. Nach Touki Bouki (Die Reise der Hyäne), ist Hyènes der zweite Teil von Mambétys unvollendeter Trilogie zu den Folgen von „Macht und Wahnsinn“, eine Parabel über Kolonialismus und Konsumismus.

Der Soundtrack zum Film hat inzwischen Kultstatus und wurde von dem senegalischen Musiker und Songwriter Wasis Diop, dem jüngeren Bruder Diop Mambétys, komponiert.

Das Stück handelt von universellen Dingen: von Menschen, von Geld und von Rache.“ Djibril Diop Mambéty

Pressestimmen
„Mambéty hat uns starke Bilder zu den neo-kolonialen Verhältnissen in Afrika geliefert, die jedoch über Afrika hinausgehen und die moralische Dekadenz des Konsum-Kapitalismus anklagen.“ Ngugi wa Thiong'o.

Mambéty kreiert eine stylisierte, fabelhafte Welt, strukturiert gemäß einer unerbitterlichen Logik, der Logik des Marktes, das Reich der ‚Hyänen’.“ Africiné.

„Diese bissige Verfilmung an verändertem Schauplatz verleiht der Fabel eine neue politische Dimension. (...) Dieser Film trägt einen Stachel!" New York Times.

Dieses bitterböse Fabel, erzählt mit Verstand und Ironie, hat alle Elemente eines Publikummagneten." The Village Voice.

„Lustiger und warmherziger als sich Dürrenmatt je zu sein traute, doch mit den selben düsteren, beunruhigenden Pointen." New York Newsday.

Das Filmschaffen Mambétys ist Blendung, Entzückung und Magie.“ Baba Diop, senegalesischer Filmkritiker.

 

 

Djibril Diop-Mambéty,
geboren 1945 in Colobane im Senegal, Schauspieler und Regisseur, gilt als einer der herausragendsten afrikanischen Filmemacher, auch wenn er nur wenige Filme drehen konnte. Er absolvierte zunächst eine Schauspielausbildung und wirkte in senegalesischen und italienischen Filmen mit. 1969 legte er den Kurzfilm Contras City vor, im Jahr darauf Badou Boy über einen Straßenjungen in Dakar. Für seinen ersten langen Spielfilm Touki Bouki (1972) erhielt er den Preis der Kritik in Cannes und den Spezialpreis der Jury in Moskau. Seine Anteilnahme an der Arbeit der Kollegen bekundete er z.B. durch den Kurzfilm Parlons Grand-mère (1989), den er über die Dreharbeiten von Idrissa Ouedraogos Yaaba in Burkina Faso realisierte. Anfang der neunziger Jahre eröffnete Mambéty in Dakar eine Schule: die „Fondation Yaadi Koone - Pour l'enfance et la nature“. 1992 drehte er Hyènes nach Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame". Die letzten Jahre waren dem Projekt der Trilogie „Histoires de petits gens“ gewidmet. Der erste Teil, Le Franc, wurde 1994 beim Filmfestival Locarno uraufgeführt; das Mittelstück, La petite vendeuse de soleil, von Diop-Mambéty weitesgehend fertig gestellt, wurde 1999 postum uraufgeführt. Er starb 1998 in Paris an Lungenkrebs.

„Sie sagten, er sei ein UFO. Der paradoxeste Filmemacher in der Geschichte des afrikanischen Kinos. Für einige war er der „afrikanische Dyonysos“ oder der “Prinz von Colobane”. Andere nannten ihn einfach D.D.M." A conversation with Djibril Diop Mambéty, by N. Frank Ukadike, from TRANSITION 78.

Link zu einem Interview über Hyènes mit D. Diop Mambéty: http://www.newsreel.org/articles/mambety.htm

Hackesche Höfe Kino
Rosenthaler Str. 40/41
10178 Berlin
S Hackescher Markt / U Weinmeisterstraße

Eintritt
7,50 € Ermäßigungen über Berlinpass, Gildepass und Heavy User Card.

Karten und Auskunft
030 283 46 03
www.hackesche-hoefe.org

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit dem Hackesche Höfe Filmtheater und Toucouleur e.V. und mit Förderung durch die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit Berlin sowie von InWent aus Mitteln des BMZ.

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