Überarbeitete Vision und Mission von AfricAvenir Berlin

Von Zeit zu Zeit ist es angebracht, seine Visionen und Ziele kritisch zu überprüfen. Einem solchen introspektiven Prozess haben wir uns seit Anfang 2011 unterzogen. Ergebnisse sind eine umfassende Vision, welche das langfristige Ziel unserer Arbeit formuliert, sowie eine konkretere Mission, welche den Rahmen setzt für all unsere Aktivitäten: Aufarbeitung, Anerkennung und Austausch.

Vision
AfricAvenir steht für ein selbstbewusstes, friedliches und prosperierendes Afrika in einer gerechten Weltordnung. Wir setzen uns ein für ein gleichberechtigtes Zusammenleben aller Menschen, frei von kolonialem oder rassistischem Denken, Handeln und daraus folgenden Herrschaftsstrukturen. Wir unterstützen die panafrikanischen Werte der Afrikanischen Renaissance. Wir arbeiten für ein Europa, welches seine Verantwortung in Geschichte und Gegenwart bewusst anerkennt und aktiv aufarbeitet. Wir benennen Unrecht und setzen uns für Versöhnung ein.

Mission: Aufarbeitung – Anerkennung – Austausch
AfricAvenir International e.V. schafft Räume für die Wissensproduktion und -vermittlung aus afrikanischen und migrantisch-diasporischen Perspektiven. Bewusstseinsschaffung und Perspektivwechsel im Sinne des kritischen Weißseins bilden die Grundlage unserer Arbeit. Wir machen interdisziplinäre Angebote in den Bereichen der kulturellen und politischen Bildung.

Aufarbeitung
Wir setzen uns für eine (selbst)kritische Aufarbeitung der afrikanisch-europäischen Geschichte und Überwindung aktueller Herrschaftsstrukturen und (neo)kolonialer Verhaltensmuster in allen Bereichen ein, v.a. in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Kultur. Wir schaffen Räume und Öffentlichkeiten, um eine Auseinandersetzung mit der kolonialen und imperialen Vergangenheit und Gegenwart Europas zu ermöglichen. Dabei verfolgen wir eine ehrliche und solidarische Aussöhnungspolitik, in der wir  Unrecht konkret benennen und für Wiedergutmachung eintreten. Ziel ist eine Korrektur der Beziehungen zu Afrika, die den Menschen des Kontinents und seiner Diaspora eine eigenständige Entwicklung auf allen Ebenen ermöglicht und einen Rahmen schafft, in der die Reichtümer Afrikas in erster Linie den Menschen in Afrika selbst zu Gute kommen.

Anerkennung
Wir leisten Beiträge zur Renaissance des afrikanischen Kontinents. Dazu gehört die Unterstützung der  Gesellschaften Afrikas, auf Grundlage ihrer eigenen Traditionen, Werte und historischen Erfahrungen, eigene Staats- und Gesellschaftsformen zu entwickeln, die dem Wohl der Mehrheit der Gesellschaften Afrikas dienen. Die Entwicklung Afrikas wurde viel zu lange von Außen bestimmt. Um diesem dominanten „Weißen Expertentum“ und der damit verbundenen Reproduktion paternalistischer und (neo)kolonialer Herrschaftsstrukturen etwas entgegen zu setzen, schaffen wir Räume für afrikanische und diasporische Wissenschaftler/innen, Aktivist/innen, Künstler/innen und Kulturschaffende, deren strukturell unterrepräsentierte Perspektiven wir systematisch und konsequent ins Zentrum der Debatten stellen. Einem Sprechen über Afrika setzen wir den Dialog mit Afrika und der Diaspora entgegen. Unser Ziel ist eine solidarische Zusammenarbeit, die die Prioritäten der Menschen in Afrika und seiner Diaspora respektiert und unterstützt.

Austausch
Interkultureller Dialog, Zusammenarbeit und direkter Austausch sind für uns Ziel und Weg zugleich. Sie sind keine Einbahnstraße: Zuhören, Anerkennen und v.a. das Lernen von afrikanischen Positionen, sind das Fundament unserer Arbeit. In diesem Sinne bemühen wir uns um eine stärkere Vernetzung zwischen Menschen, Organisationen und Institutionen aus Afrika, der afrikanischen Diaspora und Europa. AfricAvenir International steht mit seinen verschiedenen Sektionen selbst für eine solche Vernetzung und ist Teil eines ständig wachsenden größeren Netzwerks von Kooperationspartnern. Mit diversen Veranstaltungsformaten wie z.B. Ausstellungen, Performances, Konferenzen und Dialogforen bieten wir unterschiedliche Plattformen als Lernfelder für Austausch und Vernetzung an, die das Publikum auffordern, von afrikanischen und diasporischen Perspektiven zu lernen.

 

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