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Zwei Texthinweise: Verhältnis migrantischer Organisationen zu NGOs der EZ und Formulierungshilfen für die Einwanderungsgesellschaft

Zur  Diskussion um die Stärkung migrantischer Perspektiven in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und zur Frage sachlich treffenden journalistischen Schreibens über Migrant_innen hier zwei Lektüreempfehlungen:

1) Wie ist das Verhältnis von migrantischen Organisationen zu deutschen entwicklungspolitisch arbeitenden Nichtregierungsorganisationen (NROs)?

Lucia Muriel, Geschäftsführerin von Move GLOBAL e.V.,  einem Berliner Verband „migrantisch-diasporischer Organisationen in der Einen Welt“, hat einen lesenswerten Kommentar zum Thema geschrieben. Sie stellt fest, dass Migrant_innen zwar als Kooperationspartner_innen für die Entwicklungszusammenarbeit entdeckt wurden, eine echte Zusammenarbeit jedoch ausgeblieben ist. Sie beklagt aus der Perspektive einer migrantischen Organisation einen Mangel an ernsthafter Bemühung und einen Mangel an Anerkennung und Unterstützung durch „weiß-deutsche NROs“. Muriel plädiert für neue Formen der Zusammenarbeit und der Verständigung.

Dazu kann diese Broschüre eine gute Vorbereitung sein. Sie erklärt auch, warum verbale Einbeziehung von den Gemeinten oft als Funktionalisierung gesehen wird. Nach Meinung der Autorin herrscht weitgehend Sprachlosigkeit zwischen “weiß-deutschen NROs“ auf der einen und Akteur_innen von migrantischen Organisationen auf der anderen Seite. Sie wünscht sich ausdrücklich einen Dialog.

„Die (bundesdeutsche) Eine-Welt aus einem Guss? Über das Verhältnis von Eine-Welt-Organisationen und migrantischen Organisationen in der Eine-Welt-Arbeit“

Bestellungen zum Preis von 9,90 + 1,45 für den Versand:

http://www.moveglobal.de/die-bundesdeutsche-eine-welt-aus-einem-guss/

2) Über diskriminierende Sprache wird viel gestritten. „Einwanderer“, „Zuwanderer“ oder „Migrant“ was ist der  sachlich treffende Ausdruck in der deutschen Einwanderungsgesellschaft? Diese Frage beantworten die „Neuen deutschen Medienmacher“ in einem kommentierten Glossar Glossar.  Die „Neuen deutschen Medienmacher“ bilden ein Netzwerk von Journalist_innen, die der Ansicht sind, dass die Perspektive von Migrant_innen in der bundesdeutschen Medienlandschaft stark unterrepräsentiert ist. In einem mehrtägigen Workshop mit Expert_innen haben sie dieses Glossar entwickelt, das „Formulierungshilfen für die Berichterstattung im Einwanderungsland“ anbietet:

http://www.neuemedienmacher.de/wissen/wording-glossar/

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