Pressemitteilung The Hate U Give

Pressemitteilung vom 15. Februar 2019

Organisationen der Schwarzen Community fordern das Ende von Racial Profiling und effektive Maßnahmen gegen institutionellen Rassismus

Im Kontext des Berliner Black History Months haben sich 17 Organisationen der Schwarzen, afrodiasporischen und afrikanischen Communities zusammengetan, um mit einer Sneak Preview des Films The Hate U Give am 17. Februar im City Kino Wedding das Ende von Racial Profiling und effektive Maßnahmen gegen institutionellen Rassismus zu fordern.
The Hate U Give thematisiert Polizeigewalt und Racial Profiling in den USA. Thomas Ndindah von der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh weist darauf hin, dass beides auch in Deutschland dringend thematisiert werden muss: „Nicht nur an sogenannten ‚kriminalitätsbelasteten Orten‘ werden in Deutschland immer wieder Personenkontrollen durchgeführt, bei denen rassistische Klassifizierungen in den Vordergrund treten und gesetzlich verankerte Grundrechte systematisch außer Kraft gesetzt werden. Auf diese Weise werden Schwarze Menschen im öffentlichen Raum kriminalisiert und Schwarz-Sein als Grundlage für rechtswidrige Festnahmen missbraucht.“ In diesem Zusammenhang ist der Tod von Oury Jalloh in Dessau nur einer der bekannteren Fälle in Deutschland, aber absolut kein „Einzelfall“. Dr. Céline Barry, Leiterin der Antidiskriminierungsberatung bei Each One Teach One (EOTO) e.V. moniert, dass es „trotz der Vielzahl von Erfahrungsberichten über rassistische Diskriminierung noch immer keine wirksamen systemischen Interventionen gibt, die die Rechte der Schwarzen Communities in Bezug auf Racial Profiling stärken und rassistische Strukturen offenlegen oder abbauen“.
Einer der wichtigsten Schritte ist, institutionellen Rassismus, insbesondere Anti-Schwarzen Rassismus zu erfassen und damit sichtbar zu machen. „Es ist unabdingbar ein Antidiskriminierungsmonitoring und die Erhebung von Gleichstellungsdaten zu etablieren,“ sagt Landtagsabgeordnete für Schleswig-Holstein, Aminata Touré. „Ich spreche mich dafür aus, dass das Ausbildungsprogramm für Polizist*Innen in Bezug auf Anti-Kolonialismus, Anti-Rassismus und Diversitäts-Sensibilität erweitert werden muss und durch die Expertise der Schwarzen Community unterstützt wird“, so Touré weiter.
Daher fordern 17 Organisationen der Schwarzen, afrodiasporischen und afrikanischen Communities in Berlin effektive Maßnahmen gegen institutionellen Rassismus und das Ende von Racial Profiling.


Unterzeichner*innen
Each One Teach One (EOTO) e.V. www.eoto-archiv.de | fb.com/EOTO.ev
AfricAvenir International e.V. www.africavenir.org/de
Afrikarat Berlin-Brandenburg e.V. https://goo.gl/PwmRe6
AfroPolitan Berlin afropolitan.berlin
AFROTAK TV cyberNomads afrotak.com
Black Diaspora School (BDS) fb.com/EOTOBDS
Black Lives Matter Berlin www.blacklivesmatterberlin.de
Bund für Antidiskriminierungs- und Bildungsarbeit e.V. bdb-germany.de
Freak de l'Afrique www.fb.com/freakdelafrique
Generation Adefra e.V. www.adefra.com
Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) e.V. www.isdonline.de
Kaneza Foundation e.V. kaneza.org
Label Noir https://www.labelnoir.net
Oury Jalloh Initiative https://initiativeouryjalloh.wordpress.com
PAN AFRICAN WOMANS Liberation ORGANISATION Germany e.V. www.pawlo-germany.org
Schwarze Filmschaffende Community https://goo.gl/2BVuGN
Zentralrat der afrikanischen Gemeinde in Deutschland e.V. www.zentralrat-afrikagemeinde.de

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