Poster-Set

Fluchtursachen Poster-Set (A1)

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Price: 8.00 EUR

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Anlässlich der aktuellen Diskussionen um Flucht und Migration setzt sich AfricAvenir seit über einem Jahr mit Fluchtursachen auseinander. Im Rahmen des Projekts „Warum wir hier sind!?“ entstanden unter anderem 4 Poster. Durch die gewählten Motive und Texte kann ein breiteres Bewusstsein für globale Zusammenhänge und Fluchtursachen angestoßen werden.

1. F.REISEN?
„Alle Menschen sind frei. Aber manche sind freier als die anderen.“ nach G. Orwell
Du kannst eine Bar in Marokko eröffnen, wenn Du willst, oder ein Jahr mit „weltwärts“ dort verbringen. Das passt gut in Deinen Lebenslauf. Die Deutschen sind „Reiseweltmeister“ und können in mehr als 150 Länder problemlos visumsfrei einreisen. Viele Menschen im Globalen Süden können das nicht. Die Kehrseite „unserer“ Globalisierung und fast grenzenloser Mobilität ist eine Welt voller Grenzen für viele andere. Aber auch sie möchten andere Länder sehen. Dorthin gehen wo sie die Arbeit finden, die sie sich wünschen. Sprachen lernen. Etc.
Es gibt viele Gründe, sein Land zu verlassen. Daran ändert auch ein fehlendes Visum nichts.

Was für Dich „Goodbye Deutschland“, "weltwärts", "work&travel" ist, heißt für andere „Flucht“.

Dabei wollen nicht alle Migrant*innen dauerhaft in Europa bleiben. Im Gegenteil! Doch geschlossene Grenzen bedeuten auch die Unmöglichkeit der Rückkehr, will man nicht noch einmal die gefährliche und teure Reise auf sich nehmen müssen. Die sogenannte “zirkuläre Migration”, d.h. die temporäre Migration (z.B. aufgrund von Arbeit) und anschließende Rückkehr in die Heimat, die in Westafrika Tradition hat, könnte also funktionieren, wenn die Grenzen offener wären!

Für welche Länder die EU oder einzelne Mitgliedsstaaten eine freie Einreise gewähren ist eine strategische Frage der Macht. Nur wenn auch ein politisches oder wirtschaftliches Interesse besteht, werden Visaerleichterungen erteilt.
Sowohl das Bleiben als auch das Gehen als Menschenrechte anerkennen! Für das Recht auf menschenwürdige Existenz an Ort und Stelle und das Recht auf Bewegungsfreiheit! Für eine gerechte Visumspolitik!

2. BLEIFREI?
“Die Wirtschaft sind wir alle.” (Peter Donatus)
Multinationale Energiekonzerne, subventioniert von der EU, betreiben seit Jahrzehnten Ölförderung im ölreichen Nigerdelta in Nigeria. Davon profitieren vor allem westliche Wirtschaftsunternehmen und lokale Eliten. Ein großer Anteil des Öls wird in die Europäische Union exportiert, die Menschen in den Importländern (also wir!) können im Wohlstand leben.

Im Nigerdelta jedoch führen mit der Ölförderung verbundene Umweltverschmutzungen und die Zerstörung landwirtschaftlicher Nutzflächen zu einem Entzug der Lebensgrundlagen (Agrarwirtschaft, Fischerei) der Bevölkerung vor Ort und letztlich zu breitflächiger Armut und Krankheit. Jedes Jahr sickern Hunderttausende Barrel Öl aus leckenden Pipelines. Auch in stillgelegten Fördergebieten ist die Umwelt langfristig und nachhaltig verschmutzt. Viele Ölkonzerne halten sich nicht an nigerianische Gesetze und fördern korrupte Strukturen.

Viele Menschen sehen sich gezwungen fortzugehen, einige von ihnen kommen auch nach Europa. Wenn die Menschen im Nigerdelta ihr Land verlassen, weil sie dort nicht mehr leben und arbeiten können, haben sie hier jedoch in der Regel kein Aufenthaltsrecht und werden als „Wirtschaftsflüchtlinge“ diffamiert.
Ausbeuterische Ölförderung stoppen! EU-Politiken ändern! Migrationsgründe anerkennen!

3. FREIFUNK?
“Moderne Sklaverei”
Die Demokratische Republik Kongo ist eines der wichtigsten Exportländer für Coltan, Kobalt und andere Edelmetalle, die beispielsweise für die Produktion von Mobiltelefonen unentbehrlich sind. Mit der weltweit steigenden Nachfrage nach elektronischen Geräten wächst auch der Bedarf an Rohstoffen. Doch in den Förderungsgebieten herrschen gewaltsame Konflikte um die Kontrolle der Ressourcen. Der Abbau findet teilweise mit bloßen Händen statt und geht mit massiven Menschenrechtsverletzungen, Gefahren für die Gesundheit und der Zerstörung landwirtschaftlicher Flächen einher. Kinderarbeit ist keine Seltenheit. Die Bewohner*innen in den Abbaugebieten profitieren kaum vom lukrativen Handel mit den Rohstoffen.

Viele Menschen verlassen ihre Heimat, um den unsicheren Lebens- und Arbeitsverhältnissen zu entkommen. Manche fliehen bis nach Europa: ökonomische Migrant*innen oder Überlebende unserer eigenen Lebensweise?

Gegen Konflikt-Rohstoffe haben schon die USA, Australien, Japan und Norwegen Gesetze erlassen. Auch in der EU müssen klare Regeln durchgesetzt werden! Gegen die Zerstörung von Lebensgrundlagen! Für die Anerkennung aller Migrationsgründe!

4. FREIHANDEL?
„Wenn ihr bei uns zu Hause die Gewässer leer fischt, dann kommen wir zu euch um den Fisch im Supermarkt zu kaufen!“ (Fatou Diome)

Fisch ist ein Grundnahrungsmittel im Senegal, und rund 600.000 Menschen verdienen ihren Lebensunterhalt im Fischereisektor. Durch Fischereiabkommen der EU mit dem Senegal und vielen anderen Ländern fischen Fangflotten der EU auch in afrikanischen Gewässern. Denn: Nur noch ein Viertel der Nachfrage in Deutschland kann mit Fisch aus den eigenen Gewässern abgedeckt werden.

Im Mai 2014 schlossen Senegals Regierung und die Europäische Union ein Fischereiabkommen, das von senegalesischen Fischer*innen massiv kritisiert wurde. Die EU hat sich in diesem Abkommen verpflichtet, innerhalb von fünf Jahren 15 Millionen Euro an den Senegal zu zahlen, und bekommt dafür die Rechte, 14.000 Tonnen Thunfisch pro Jahr und kleinere Mengen Hecht vor der senegalesischen Küste zu fischen - sie nennt das das “nachhaltige” Abfischen von “Überflüssen”. Im Senegal jedoch können viele Menschen vom Fischfang nicht mehr leben und müssen ihre Heimat verlassen. Ihre Lebensgrundlage ist genommen und es gibt keine anderen Perspektive, wodurch die Migration manchmal als einziger Ausweg erscheint.

Manche kommen auf der Suche nach einem Auskommen und neuen Perspektiven in Deutschland an – und werden als „Wirtschaftsflüchtlinge“ diffamiert.
Zerstörung von Lebensgrundlagen stoppen! Migrationsgründe anerkennen!
Weitere Informationen finden Sie den Themen findet Ihr hier: (verlinken auf http://www.africavenir.org/nc/de/projekte/projekte-deutschland/warum-wir-hier-sind/posterkampagne.html)

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