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Book

Kum'a Ndumbe III.: Gesammelte deutschsprachige Werke in 11 Bänden

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Price: 189.00 EUR

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Eine neue Dimension der globalisierten Welt: Eine Milliarde Menschen sind im Aufbruch. In Afrika. Wie gehen wir damit um? Sind wir vorbereitet? Eine in der afrikanischen Tradition tief verwurzelte Stimme eines Weltbürgers öffnet uns neue Pfade, in unserer Muttersprache, ohne Übersetzungsfilter, nach 50 Jahren fragwürdiger Unabhängigkeiten vieler afrikanischer Länder. Prinz Kum’ a Ndumbe III. in seiner original deutsch verfassten Anthologie in Form von Erzählungen, Briefen, Theaterstücken und wissenschaftlichen Abhandlungen erschüttert und bewegt mit einer ungewöhnlichen und authentischen Weltsicht. Aktueller denn je und von historischem Wert! Der afrikanische Prinz, der seit 1973 in Paris veröffentlicht und in Berlin als Universitätsprofessor (Historiker, Politologe, Germanist) habilitiert wurde, hebt das gemeinsame Schicksal der Menschheit in einer prekär gewordenen Einen Welt im 21. Jahrhundert als roter Faden durch sein gesamtes Werk hervor. Ein Dialogangebot, das in keiner zukunftsorientierten Bibliothek fehlen darf.

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I Ich klopfte an deiner Tür…
Zeitzeugnisse in Briefen, Gedichten und Erzählungen
Zeitzeugnisse eines Grenzgängers zwischen Kontinenten, Kulturen und Menschen unterschiedlicher Herkunft. Wie ergeht es einem afrikanischen Prinzen und Professor in der deutschsprachigen Landschaft? Willkommen, geduldet, vertrieben? Was kann man einem Nelson Mandela sagen, wenn er freiwillig von der Macht abtritt? Wie beweint man in der afrikanischen Tradition den von der korrupten nigerianischen Militärjunta aufgehängten Ken Saro-Wiwa? Wie wirkt Hass und Ausgrenzung nach einem Völkermord wie in Ruanda? Wie verabschiedet man sich von geliebten Menschen, wenn sie sterben? Und wie fließen die heilenden Kräfte des Universums? Briefe, Gedichte und Erzählungen des Autors öffnen ein Fenster zu diesen Fragen.

II Lumumba II.
Ein Stück in neun Szenen (London, Juli 1968)
Lumumba, der von der Gefängniszelle zum Präsidentenpalast des unabhängig gewordenen Landes kommt, wird durch unglaubliche Geschäfte von den Herren Kommunisten und Kapitalisten mit List umworben, und jeder erwartet von ihm ein Exklusivgeschäft. Lumumba feiert mit einigen Offizieren einen gegen die alte korrupte Mannschaft geglückten Putsch. Aber das Sekretariat der Internationalen Korruption ruft an und lässt ausrichten: „Den Putsch können Sie schon behalten, aber Lumumba ist nicht der richtige Mann… Die Welt ist kein Theater. Erschießen!“

III Ach, Kamerun! Unsere alte deutsche Kolonie…
Ein Dokumentarstück in zehn Szenen (Lyon, Januar 1970)
Dieses heitere und humorvolle Dokumentarstück über die deutsche Kolonialzeit in Kamerun spiegelt die Ereignisse von der Souveränitätsübertragung an das Deutsche Reich im Jahre 1884 bis zur Hinrichtung von König Rudolf Duala Manga Bell durch die deutsche Verwaltung 1914 wider. Der Widerstand von Lock Priso (Kum’a Mbape) im Jahre 1884 findet ab 1912 eine entschiedene Fortsetzung unter der Führung von Duala Manga Bell. Der Reichstag wird ohne Erfolg von den Kamerunern angerufen, als diese von ihrem Grund und Boden enteignet werden sollten. Diese Kolonialsatire basiert auf angehängten historischen Dokumenten aus den deutschen Archiven.

IV Kafra-Biatanga - Tragödie Afrikas
Ein Stück in elf Szenen (Lyon, Februar 1970)
Biafra in Nigeria, Katanga in Kongo früher, heute Irak? Das Stück voll Ironie und Humor hinterfragt die internationale Politik und legt die Irreführung der öffentlichen Meinung bloß. Wie wird ein Krieg wie ein Produkt aus der politischen Fabrik hergestellt? Wie manipuliert man seine eigene Bevölkerung, um Feindbilder tief in die Psyche hineinzusetzen und sogar Hilfsbereitschaft nach erledigtem Mord hervorzurufen? Kafra-Biatanga, ein 1970 verfasstes Stück über die Konstruktion der Kriege in afrikanischen Staaten, ist nur ein Beispiel, wie aus der heutigen Aktualität internationaler Politik.

V Das Fest der Liebe - Die Chance der Jugend
Ein Stück in zwölf Szenen (Lyon, März 1970)
Ein Fest findet zwischen Zuschauern und Schauspielern statt, mit Musik und Tanz im Stil von Otis Redding, auch mit Blues, Charleston, Slow, Rock’ n’ Roll. Die Liebe wird gefeiert, nicht das sich Festklammern an jemandem, nicht der Ersatz, weil man nichts anderes finden konnte, nicht das oberflächliche und betrügerische „ich liebe dich“, nicht diese leere Schale, die weggeworfen wird, weil man den ganzen Saft ausgepresst hat und selbst nichts geben will, sondern...

VI Wettkampf um die Globalisierung Afrikas
An die Mitbürger der Einen Welt im anbrechenden 21. Jahrhundert – herausfordernde Reden zur Begegnung, Band I
Ein Wettkampf um Afrika findet wieder statt. Afrika soll in die Globalisierung einbezogen werden. Diese gesammelten Reden sind eine historische und politische Analyse über die Beziehungen Afrikas zu Europa und zu der Außenwelt, über Kolonialpolitik, Nationalsozialismus und Rassismus, über widersprüchliche Interessen der Geberländer in der Entwicklungspolitik, aber auch über Demokratie, Good Governance, Krisenprävention und über die neue krisenbeladene Weltordnung. Diese Reden wurden vor deutschen und österreichischen Institutionen gehalten, vor Akademikern und Politikern, auch im Bundestag und im österreichischen Parlament.

VII Afrika ist im Aufbruch, Afrika ist die Zukunft
An die Mitbürger der Einen Welt im anbrechenden 21. Jahrhundert – herausfordernde Reden zur Begegnung, Band II
Mit „Dialog und Begegnung contra Kampf der Kulturen“ werden in diesem Buch deutliche Zeichen gesetzt. Interkulturalität und Kulturdialog, auch in der Begegnung mit deutschsprachigen Kulturen im Studium der Germanistik und der Deutschlandstudien in Afrika, stehen hier im Vordergrund. Dann der neue Aufbruch in Afrika, der in Europa fast unbemerkt stattfindet, weil überlagert von Krieg. Es geht hier um die Sicherung des eigenen Überlebens auch der Bürger in der nördlichen Hemisphäre, um ein erfüllteres Leben auf dieser Erde, und dafür bietet das sich der Welt langsam offenbarende Afrika eine ungeahnte Breite von Angeboten an.

VIII Krisenprävention. Ein möglicher Weg aus Krieg und Genozid – Alternativen für die Entwicklungszusammenarbeit
Fallbeispiel: Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit in Ruanda (Berlin/Kigali, 1996)
In Ruanda hat sich eine der größten menschlichen Katastrophen seit dem Zweiten Weltkrieg ereignet: Etwa eine Million Menschen wurden in nur gut drei Monaten getötet, ca. drei Millionen flohen ins Ausland, in der Zwischenzeit kamen ca. zwei  Millionen Menschen als sogenannte „Altflüchtlinge“ – d.h. Flüchtlinge zwischen 1959 und 1994 – wieder zurück, ein riesiges Konfliktpotential... Wie konnte es zu einer derart flächendeckenden Zerstörung kommen? Und: Wie kann eine derart zerstörte Gesellschaft gemeinsam ihre Zukunft gestalten, wo Mörder und Opfer Tür an Tür leben und gemeinsam die Felder bestellen? Welche Rolle kann die Entwicklungszusammenarbeit hier übernehmen, um das Konfliktpotential mindern zu helfen?

IX Was hat denn Goethe in Afrika verloren?
Germanistik in Afrika zwischen Interkulturalität und Entwicklungstheorie
(Kongress des Verbandes Afrikanischer Germanisten in Jaunde – Yaoundé, 1989)
Was hat denn Goethe in Afrika verloren? Das wollten afrikanische Hochschullehrer mit ihren europäischen Kollegen in Kamerun herausfinden. Und organisierten dazu eine wissenschaftliche Auseinandersetzung: „Germanistik in Afrika – zwischen Interkulturalität und Entwicklungstheorie“. Das war schon problematisch genug. Wieso fahren sie nicht nach Deutschland und lassen sich belehren, wie man mit Goethes Erbe umgehen darf? Was haben Afrikaner überhaupt zu solch einem Thema zu sagen? „Der Gründungskongress des Verbandes Afrikanischer Germanisten in Yaoundé ist verboten und darf an der Université de Yaoundé nicht tagen.“ So schlicht und einfach hieß es aus der Kanzlei der Universität, und der Minister für Hochschulwesen konnte dieses Verbot nur bestätigen und bekräftigen. Es war im November 1989. Warum?

X Das Deutsche Kaiserreich in Kamerun
Wie Deutschland in Kamerun seine Kolonialmacht aufbauen konnte
1840-1910 (Lyon, 1970)
Dieses Buch verschweigt nicht die Wut eines jungen Afrikaners gegen die eindimensionale eurozentrische Geschichtsschreibung der Kolonialvölker. Es ist ein leidenschaftliches Plädoyer für eine multidimensionale Geschichtsschreibung in den Beziehungen zwischen Europa und Afrika. Wie kam es, dass Kamerun ein „deutsches Schutzgebiet“ werden konnte? Wie wurde der Diskurs über „Zivilisierung der Wilden“ aufgebaut, um dem deutschen Kapital eine Expansion nach Afrika zu ermöglichen? Eine neue Sicht der Aufarbeitung der Vergangenheit wird hier angeboten, auch für Deutsche und Europäer. Eine Einladung.

XI Nationalsozialismus und Apartheid 
Rassenideologie und Geldgeschäfte in den Nord-Süd-Beziehungen
1933-1973 (Lyon, 1973)
Dieses Buch wurde 1973 verfasst und Jean Paul Sartre veröffentlichte noch im gleichen Jahr eine französische Kurzfassung in seiner Pariser Zeitschrift „Les Temps Modernes“. Die enge Zusammenarbeit zwischen den Faschisten in Deutschland und Südafrika wird durch diese Untersuchung bloßgestellt. Gab es nach dem Zweiten Weltkrieg eine Kontinuität der Beziehungen zwischen dem neuen Apartheidstaat und der jungen Bundesrepublik Deutschland? Haben nicht gerade diejenigen Mächte, die Hitler besiegt haben, zur Konsolidierung des Apartheidregimes entscheidend beigetragen? Tabuthemen Anfang der Siebziger Jahre. Die bestellte Studie durfte nicht erscheinen. Nun liegt die Originalfassung nach 33 Jahren vor.

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