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Film

Raoul Peck: Tödliche Hilfe (Assistance mortelle)

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Price: 19.90 EUR

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Am 12. Januar 2010 erschütterte ein schweres Erdbeben Haiti. 250.000 Menschen verloren ihr Leben, mehr als eine Million waren obdachlos. Die Weltgemeinschaft reagierte schnell. Dutzende Staaten, zahlreiche Internationale Organisationen und tausende NGOs versprachen Hilfe bzw. Unterstützung beim Wiederaufbau des Landes.

Raoul Peck ist zunächst zwar skeptisch gegenüber den weitreichenden Hilfszusagen, sieht aber durchaus die Chancen, die diese außerordentliche Aufmerksamkeit für Haiti bietet. Doch nach knapp drei Jahren fällt Pecks filmische Bilanz kritisch aus. Ohne vorzugeben, eine objektive Bestandsaufnahme vorzulegen, diagnostiziert er nicht nur gravierende Defizite in der Koordination der Hilfsprogramme untereinander, sondern beklagt vor allem die fehlende Bereitschaft, die haitianische Zivilgesellschaft und die von der Katastrophe betroffenen Menschen selbst einzubeziehen.

„Peck kritisiert nicht die Helfer, meist engagierte und intelligente Profis. Es sind die absurden Strukturen, in denen sie gefangen sind. Peck hat einen radikal poetischen Text über seine Bilder gelegt (...) Der Tagesspiegel

„Die direkten und indirekten Machtverhältnisse zwischen Nord und Süd sind das Kernthema der meisten Filme von Raoul Peck.(...) Und immer geht es um Würde. Auch Tödliche Hilfe ist der Appell, den Haitianern, und nicht nur ihnen, mit Solidarität statt Bevormundung entgegenzutreten.“ DIE ZEIT

Regisseur
Geboren 1953 in Haiti, aufgewachsen in Zaire, Ausbildung in Frankreich, USA und Studium an der TU Berlin (1974 – 1982), dann an der DFFB, das er 1988 abschließt. Die renommiertesten seiner Spielfilme sind „L‘homme sur les Quais“, „Lumumba“, „Sometimes in April“ über den Genozid in Ruanda. Sein letzter Spielfilm „Moloch Tropical” läuft 2009 in Toronto und Berlin. Zwischen 1996 - 1997 ist Raoul Peck Kulturminister in Haiti. 2002 ist er Mitglied der Internationalen Berlinale-Jury, 2012 Mitglied der Wettbewerbjury von Cannes. Für sein Gesamtwerk erhält er den Irene Diamond Award, verliehen von Human Rights Watch. Seit 2010 steht er dem Leitungsgremium der Filmschule La Fémis in Paris vor.

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