Studien- und Begegnungsreise nach Dakar, Senegal vom 2.-15. Mai 2010 anlässlich der 9. DAK’ART – Biennale für zeitgenössische Kunst aus Afrika

Aus Anlass der 9. DAK’ART - Biennale für zeitgenössische afrikanische Kunst organisiert AfricAvenir vom 2. bis 15. Mai 2010 eine Studien- und Begegnungsreise nach Dakar, Senegal. Nicht nur die vielfältigen Ausstellungen im Rahmen der Kunstbiennale bieten Möglichkeiten der Begegnung. In Dialogforen mit senegalesischen Künstler/innen, Politiker/innen und Wissenschaftler/innen, bei Museums- und Filmbesuchen sowie bei Stadtrundgängen und Konzerten soll auf der Reise der Kontakt zur Kunst, Kultur und Geschichte Dakars und des Senegals vermittelt werden. Ebenso wichtig wie ungewöhnlich wird zudem der persönliche Kontakt zu den Dakarois, den Einwohnern von Dakar, sein. So werden z.B. Mahlzeiten oder Tee-Zeremonien nicht in touristischen Restaurants eingenommen, sondern vor allem in Privathaushalten senegalesischer Familien, - Begegnungen, die Einblick geben in den ganz gewöhnlichen Alltag vor Ort. |+| Preis und Formelles bzw. |+| Anmeldeformular (pdf)

9. DAK'ART: Am 7. Mai 2010 wird zum neunten Mal seit 1992 die Biennale für zeitgenössische Kunst, die DAK’ART, eröffnet. Die Biennale lädt seitdem Künstler aus Afrika und der afrikanischen Diaspora ein, mit den Mitteln des künstlerischen Ausdrucks das Leben auf dem Kontinent und darüber hinaus darzustellen, zu reflektieren und die weltweite Wahrnehmung der Ereignisse so (mit) zu gestalten. Weit davon entfernt, sich nur auf eine verengende Perspektive des Afrikanischen zu beschränken, will die Biennale in den Ausstellungen und einem reichhaltigen Programm das Internationale hervorheben: Afrikanische Kunst ist nur als internationale Kunst verständlich.

Die DAK'ART lädt vor diesem Hintergrund zu einer dialogischen Auseinandersetzung ein. Dabei werden wir nicht nur bei der Eröffnungspressekonferenz sowie den Vernissagen zum Auftakt dabei sein, sondern bereits im Vorfeld das Kuratoren-Team der DAK’ART treffen, um mit seinen Mitgliedern über “Kunst und Politik” in Westafrika zu diskutieren. Mehrere Tage sind für den Besuch der Vernissagen und Ausstellungen vorgesehen.

KUNST&KULTUR: Bereits einen Tag vor der Eröffnung der DAK’ART besuchen wir das ‘Festival du Compte et de la Parole” auf der Insel Gorée vor Dakar, wo zum vierten Mal Musiker/innen, Schriftsteller/innen, Erzähler/innen und Griots zusammenkommen, um Geschichten vorzutragen und damit das historische Erbe, das kollektive Gedächtnis gemeinsam mit dem Publikum zu erneuern. Anschließend an diese Erfahrungen  werden wir in einem Dialogforum und einem Erzählabend mit Babacar Mbaye Ndaak die heutige Rolle und das Selbstverständnis der Griots diskutieren. Abends locken die zahlreichen Konzerte namhafter Bands wie Pape & Cheikh, Ismael Lô oder auch Youssou N’Dour.

GESCHICHTE: Dakar hat eine wechselvolle Geschichte. Seine Bedeutung reicht von der Rolle als Umschlagplatz für den Sklavenhandel und spätere Kolonialstadt über eine strategische Position im Zweiten Weltkrieg bis zur Dekolonisation und darüber hinaus. Diese Geschichte werden wir nicht nur auf einer umfangreichen Stadtbegehung nachvollziehen, sondern insbesondere während einer Tagestour auf der Insel Gorée mit Besuch im Haus des Sklaven, in den Festungen und im Historischen Museum. Darüber hinaus steht der Besuch der Universität Cheikh Anta Diop auf dem Programm, wo wir die Bibliothek und das Laboratorium von Cheikh Anta Diop besuchen, der in seinen Forschungen sowohl die kulturellen Ursprünge der Menschheit auf den afrikanischen Kontinent verlegt als auch nachhaltig das Selbstverständnis afrikanischer Gesellschaften gegenüber dem Westen gestärkt hat. Zusätzlich bietet das Dialogforum mit Prof. Ibrahima Thioub (Dekan des Fachbereichs Geschichte an der Universität Cheikh Anta Diop) einen intensiven Austausch über die Geschichte Dakars.

GESELLSCHAFT&WISSENSCHAFT: Zwei weitere Begegnungen führen uns an Forschung und Wirtschaft in Westafrika heran: Im panafrikanischen Forschungsinstitut CODESRIA, das seit 1973 die Sozialwissenschaften zu internationalen Themen in Afrika vorantreibt und ein besonderes Augenmerk auf soziale Bewegungen legt, die seit den frühen Neunzigern die Demokratisierung afrikanischer Staaten entschieden mitgestaltet haben, werden wir mit Vertretern des Instituts über CODESRIAS Rolle und Forschung in Afrika diskutieren. Besuche beim Third World Forums und der Redaktion von Pambazuka (Plattform für soziale Gerdchtigkeit in Afrika) bieten die Möglichkeit, im Dialogforum die wirtschaftliche, politische und soziale Entwicklung Afrikas zu erörtern.

TOURISTISCHES & FREIE ZEIT: Quasi "obligatorisch" in Dakar sind der Besuch einer "Soirée de Danse Sénégalaise" und einer "Lutte Sénégalaise" (senegalesischer Ringkampf). Wir werden uns jedoch nicht auf touristischen Pfaden durch die Stadt bewegen, sondern vor allem Wege einschlagen, die den Alltag der Stadt und das ganz gewöhnliche Leben vor Ort reflektieren. Zeit für Erholung und individuelle Tagesgestaltung, ein Besuch auf dem Markt oder am Strand sind ebenso vorgesehen (siehe ausführliches Programm).

Das AfricAvenir-Begleitteam:
Babacar Mbaye Ndaak ist Lehrer für Geschichte und Geographie in Dakar. Er war Schüler des senegalesischen Gelehrten Cheikh Anta Diop und ist Vorsitzender des Verbands senegalesischer Märchenerzähler sowie Mitglied der Stiftung Youssou N'Dour. Vor Ort unterstützt er bei der Organisation und Durchführung der Reise. Von Berlin aus werden Eric Van Grasdorff und Judith Strohm die Reisegruppe in den Senegal begleiten, sie stehen im Vorfeld sowie während der Reise für Fragen zur Verfügung.

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