Dialogforum mit El Mostafa Jamea über „DESERTEC - Folgen für Gesellschaft und Umwelt in Nordafrika", MI, 12.Dezember 2012, 19:00 Uhr, Galerie Listros

Im Rahmen des Projekts „Paradoxien der Nachhaltigkeit - Wie sozialgerecht sind 'grüne' Technologien wirklich?“ lädt AfricAvenir am Mittwoch, 12. Dezember 2012 um 19.00 Uhr, zum Dialogforum mit dem marokkanischen Experten für Erneuerbare Energien El Mostafa Jamea zum Thema „DESERTEC - Folgen für Gesellschaft und Umwelt in Nordafrika". 

„Sauberer Strom aus der Wüste“ für den lokalen Markt in Nordafrika und zur Deckung von bis zu 20% des europäischen Energiebedarfs lautet das Ziel des DESERTEC-Konzepts. Vorangetrieben von der DESERTEC Stiftung und der Industrieinitiative Dii GmbH strebt es die Erzeugung von Ökostrom an energiereichen Standorten weltweit an, insbesondere in Wüstenregionen Afrikas. Projekte werden bisher in Marokko, Ägypten und Tunesien umgesetzt. 

Der marokkanische Energieexperte Dr. El Mostafa Jamea wird DESERTEC in diesem Dialogforum genauer unter die Lupe nehmen: Stellt DESERTEC einen Gewinn für nordafrikanische Länder und ihre Bevölkerungen dar oder handelt es sich eher um ein weiteres Projekt, von dem der Globale Norden neben ein paar lokalen Eliten alleine profitiert, indem er 'saubere' Energie erhält und teure Technologien verkauft?

Jamea analysiert, wie viele und welche Arbeitsplätze durch DESERTEC geschaffen werden und inwiefern eine profitorientierte, industrielle Initiative das Versprechen der „win-win-Partnerschaft“ einhalten kann

Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien erfordern sowohl Komponenten moderner Hochtechnologien als auch herkömmliche Technologie. Jamea geht der Frage nach, welche Komponenten lokal hergestellt werden können und welche aufgrund von mangelnder Infrastruktur, Fachkompetenzen oder adäquater Technik zur Herstellung (vorerst) importiert werden müssen? Was bedeutet dies für die nationale Wirtschaft als auch für den Handel zwischen Globalem Süden und Globalem Norden?

Welche Folgen hat das Großprojekt DESERTEC für lokale Ökosysteme, wie steht es um den Wasserverbrauch des Großprojekts in einer ohnehin schon wasserarmen Region und wie reagieren lokale Communities auf das Vorhaben? Jamea geht der Frage nach, welche dezentralen Alternativen zu DESERTEC auf lokaler Ebene entwickelt werden und wie es um das Bewusstsein lokaler Communities um diese Alternativen steht. Der lokalen Politik spricht Jamea hier zentrale Verantwortung zu, Alternatven zu realisieren und zu fördern.

Dr. Mostafa El Jamea hat einen Abschluss in Ingenieurwissenschaft und einen PhD in Nachhaltigem Management von Ressourcen der Fachhochschule von Marche (2009). Herr Jamea ist Senior Experte fürfür Erneuerbare Energien und Klimawandel und Mitglied des Deutsch-Marokkanischen Kompetenznetzwerks (DMK).

Die Veranstaltung findet in Englischer Sprache statt.

Das Projekt "Paradoxien der Nachhaltigkeit" findet statt mit der finanziellen Unterstützung des BMZ und der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit (LEZ).

Mittwoch, 12. Dezember 2012, 19 Uhr
Eintritt gegen Spende
Galerie Listros
Kurfürstenstr. 33
10785 Berlin
U1 Kurfürstenstraße | U2 Bülowstraße
Bus M19, M48, M85

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