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Berlin Preview zum Kinostart: "La Pirogue / Die Piroge" in Anwesenheit von Regisseur Moussa Touré, 2. Juni 2013, 17:00 Uhr, Hackesche Höfe Kino, Berlin

Am Sonntag, 2. Juni 2013 um 17 Uhr laden AfricAvenir und Sunugal e.V. zur Berlin Preview des preisgekrönten Spielfilms „La Pirogue / Die Piroge“ in Anwesenheit des senegalesischen Meisterregisseurs Moussa Touré ins Hackesche Höfe Kino ein. In packenden Bildern erzählt Moussa Touré die Geschichte einer Reise über das Meer. Ziel der 30 Männer, die sich auf der Piroge zusammengefunden haben, sind die Kanarischen Inseln. Von dort aus hoffen sie, ihre Träume als Musiker oder Fußballer, oder nach materiellem Wohlstand verwirklichen zu können. Die Passagiere kommen aus verschiedenen Regionen des Senegal, manche haben das Meer noch nie gesehen. Nur Kapitän Baye Laye, der das Kommando widerwillig übernommen hat, weiß um die zahlreichen Gefahren der Überfahrt. Und so beginnt die gefahrvolle Reise auf der Piroge, die sie vor große Herausforderungen stellen wird.

„Touré lässt unseren Atem stocken und uns an der Grausamkeit der Tragödie hautnah teilhaben. Die Geschichten sind nicht nur darauf ausgelegt, das „Warum" des Phänomens zu erklären, sondern sind prägnant und dicht, um einer wahrhaft meisterhaften Narration Platz zu machen“. Hassouna Mansouri, Africiné

"La Pirogue" von Moussa Touré ist ein fesselnder Film mit einem aussergewöhnlich charismatischen Hauptdarsteller (SOULEYMANE SEYE NDIAYE), der uns eine der verdrängten Tragödien unserer Zeit anschaulich in Erinnerung ruft: die tödliche Überfahrt des Atlantiks durch tausende von Migrant/innen aus Afrika, auf der Suche nach einem besseren Leben in einem herablassenden, verschlossenen und zurückweisenden Europa." Enoka Ayemba, Filmkritiker und Kurator

Im Anschluss an den Film findet jeweils ein Publikumsgespräch mit Moussa Touré statt, sowie ein Empfang im Kino-Foyer.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Evangelisches Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit (EZEF), Brot für die Welt, Rosa Luxemburg Stiftung, Planète Métis, RFI, Berlin Poche, Jozi.tv, Berlin Postkolonial, Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag und der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) statt.

Am Montag, 3. Juni 2013 um 11 Uhr findet außerdem eine Schulvorführung statt. Eintritt pro Schüler/in 4 €, begleitende Lehrer/innen frei. Informationen und Anmeldung unter: j.wiredu@africavenir.org

Ab Donnerstag 6. Juni 2013 läuft der Film regulär im Hackesche Höfe Kino Programm, dann zu einem Eintrittspreis von 8€ bzw. 8,50€. Die Tourdaten für die Deutschlandtournee mit Moussa Touré stehen unten auf dieser Seite.

Synopsis
Am Rande eines Ringwettkampfs werden die Bedingungen für die Überfahrt mit einer Piroge zu den Kanarischen Inseln verhandelt. Als Kapitän soll Baye Laye angeheuert werden. Er soll die Verantwortung für die 30 Männer übernehmen, die sich auf den Weg nach Europa machen wollen. Während er zögert, will sein Bruder Abou unbedingt weg, um in Frankreich eine Karriere als Musiker zu beginnen. Schließlich lässt sich Baye Laye überreden, das Kommando zu übernehmen, wenn auch nur, um seinen unerfahrenen jüngeren Bruder vor dem sicheren Tod zu bewahren. Lansana, der Schlepper, vertröstet schon seit Tagen eine Gruppe von Fulbe, die zunehmend ungeduldig auf die versprochene Abfahrt warten. Nun kommen zehn weitere Männer aus Guinea hinzu, die sich jedoch nur über einen Dolmetscher mit den Fulbe verständigen können und zum Teil noch nie zuvor das Meer gesehen haben. Verstärkt durch einige Männer aus Dakar, ist die Gruppe nun groß genug, um bei gutem Wetter in See zu stechen.

Nur Kapitän Baye Laye weiß, wie gefährlich die Überfahrt wirklich ist. Nicht wenige Pirogen sind von der Strömung in die Weiten des Atlantischen Ozeans getrieben worden und haben ihr Ziel nie erreicht. Während einige der jüngeren Männer von einer Karriere als Fußballer oder Musiker träumen, erwarten sich einige der Älteren ein Auskommen auf einer spanischen Gemüseplantage zu finden. Und so nimmt die Piroge ihre Reise auf. Erscheint sie zunächst groß und gut ausgerüstet, ist sie bald nur noch ein winziger Punkt in den Weiten des Ozeans.

Stimmen zum Film
„Tourés „La Pirogue“ (Wolof: Goor Fitt) ist eine Geschichte des Überlebenskampfes, die, ungeachtet der holprigen Reise ihrer Charaktere, emotional und mitreißend ist. Touré beweist einmal mehr, dass er die Kamera als narratives Instrument meisterhaft einzusetzen weiß. Der Regisseur, dem wir auch TGV und Toubab Bi verdanken, läuft in „La Pirogue“ zur Höchstform auf.“ (Aderinsola Ajao, Africiné)

„… was Moussa Touré erzählt, ist beides: die schmerzhaft individuelle Geschichte der Männer auf dem Boot, und gleichzeitig eine unermesslich weite – weil er die Erfahrungen von Millionen Menschen auf der ganzen Welt beschreibt. Und dafür findet er genau das richtige Maß …“ (The New York Times)

„Für den Wettbewerb beim Festival von Cannes 2012 in der Kategorie „Un certain regard“ nominiert, wurde „La Pirogue“ bei seiner Premiere stürmisch bejubelt (…) Ein Film von außergewöhnlicher Authentizität, von den Darsteller/innen auf wunderbare Weise umgesetzt. Man wird regelrecht mitgerissen von diesem Abenteuer, das man eher in der Form eines Dokumentarfilms erwartet hätte, das aber unsere Gefühle in der Form einer Fiktion weckt (...) Es ist eine Realität, und es gibt etliche Dokumentationen und Reportagen darüber. Aber noch nie haben wir diese Überfahrt aus dem Inneren direkt miterleben dürfen.“ (TV5)

„La Pirogue ist ein packender Film, fesselnd und spannungsgeladen …“ (L’Express)

„Ein Schrei nach Menschlichkeit.“ (L’Humanité)

„Mit seinem Meisterwek "La Pirogue" gelingt es Moussa Touré, eine der schrecklichsten Lebenssituationen auf schönste filmische Weise zu schildern." (Aderinsola Ajao, Africiné)

„Der Film gibt weder vor, Lösungen zu liefern, noch Fragen aufzuwirbeln (…) Voll und ganz der Wahrheit verschrieben, möchte „La Pirogue“ die existenzielle Sackgasse der von Elend betroffenen Gesellschaften widerspiegeln. Es ist auch eine Sackgasse derer, die sich, wie der Regisseur selbst, der absurden und erbarmungslosen Realität machtlos ausgesetzt sind." (Hassouna Mansouri,Africiné)

„ … 2006, auf dem Höhepunkt einer neueren Migrationswelle, erreichten 32.000 Flüchtlinge unter Führung senegalesischer Fischer die Kanaren. Über 1000 Migranten sind in diesem Jahr ertrunken, Tausende gelten als vermisst. „La Pirogue“ erhellt in klaren, eindrucksvollen, doch nie reißerischen Bildern, was hinter diesen Zahlen steckt.“ (Film des Monats der Jury der Evangelischen  Filmarbeit, aus der Begründung der Jury, April 2013)

„Moussa Touré stellt das Boot wie einen Mikrokosmos Afrikas dar, bevölkert von Männern und Frauen unterschiedlichster Kulturen, die manchmal auch Schwierigkeiten haben, sich gegenseitig zu verstehen, es jedoch – für die Zeit der Überfahrt – schaffen, sich  zu arrangieren. „La Pirogue" erzählt ihre Vergangenheit, ihre Geschichten, Ihre Beweggründe, dem Ozean die Stirn zu bieten. Weit davon entfernt, nur auf Emotionen zu setzen, erzählt der Film die Geschichte des Überlebens unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Er erzählt von Angst, Feigheit, von Freundschaften, die zwischen den Passagieren entstehen, die ohne Wasser und Essen dem Unwetter trotzen, auf ihrem Boot des Glücks." (Elisabeth Lequeret, RFI)

Preise und Auszeichnungen:

  • Sélection Festival de Cannes  2012 – Un Certain Regard
  • ARRI-Preis beim Filmfest München 2012, Bester Internationaler Film
  • Journées cinématographiques de Carthage 2012 – Tanit d’Or (Hauptpreis des Festivals)
  • Festival panafricain du cinéma et de la télévision de Ouagadougou FESPACO 2013, Bronzener Yenenga

Über den Regisseur Moussa Touré
1958 in Dakar, Senegal,  geboren, arbeitet  Moussa Touré zunächst als Regieassistent, bevor er 1987 mit BARAM seinen ersten eigenen Film verwirklicht. Mit seinem Spielfilm TOUBAB BI gewinnt er verschiedene internationale Preise. 1987 gründet er mit Les Films du Crocodile in Dakar seine eigene Produktionsfirma, in erster Linie um seine dokumentarischen Arbeiten zu finanzieren, mit denen er zahlreiche Auszeichnungen erhält. 1997 dreht er TGV-EXPRESS, ein auch in afrikanischen Ländern sehr erfolgreicher Film. Nach weiteren Kurz-, Dokumentar- und Spielfilmen gründet er das „Moussa Invite“ Filmfestival in Rufisque, Senegal, mit Schwerpunkt auf Dokumentarfilme afrikanischer Filmschaffender. 2011 ist er Jurypräsident der Dokumentarfilmsektion beim FESPACO, dem Panafrikanischen Filmfestival in Ouagadougou.

Filmographie:

Spielfilme:
2012 DIE PIROGE
1998 TGV-EXPRESS
1992 TOUBAB BI

Dokumentarfilme:
2012 DIOLA
2009 LES TECHNICIENS NOS COUSINS
2008 LES YEUX GRANDS OUVERTS
2006 NOSALTRES (NOUS AUTRES)
2005 NANGADEF
2004 5X5
2003 NOUS SOMMES NOMBREUSES (TO ZALI EBELE)
2002 POUSSIÈRES DE VILLE

Credits:
Regie: Moussa TOURÉ
Buch und Dialoge: Éric NÉVÉ, David BOUCHET
Basierend auf dem Buch von: Abasse NDIONE
Kamera: Thomas LETELLIER
Ton: Martin BOISSAU, Agnès RAVEZ, Antoine BAUDOUIN, Thierry DELOR
Musik: Prince Ibrahima NDOUR
Schnitt: Josie MILJEVIC
Produzenten: Éric NÉVÉ, Oumar SY, Adrien MAIGNE, Caroline DAUBE
Produktion: Les Chauves-Souris Paris, Astou Films Senegal, ARTE, Appaloosa Films, LCS, Studio 37
Co-Produktion: Royal Pony Film

Darsteller:
Baye Laye: Souleymane Seye NDIAYE
Lansana: Laïty FALL
Abou: Malamine DRAMÉ «Yalenguen»
Samba: Balla DIARRA
Barry: Salif «Jean» DIALLO
Kaba: Babacar OUALY
Nafy: Mame Astou DIALLO
Yaya: Saikou LÔ
Aziz: Ngalgou DIOP
Richard: Limamou NDIAYE
Kiné: Diodio NDIAYE
Mor: Mohamed FALL
u.v.a.

La Pirogue / Die Piroge
Frankreich, Senegal 2012, 87 min., Original mit deutschen Untertiteln, FSK ab 12 Jahren

Sonntag, 02. Juni 2013
17.00 Uhr

Montag, 03. Juni 2013
20:00 Uhr

Eintritt: 7,50€

Montag, 03. Juni 2013
11:00 Schulvorstellung
(Anmeldung: j.wiredu@africavenir.org)
Eintritt: 4 € (begleitende Lehrkräfte frei)

Karten und Auskunft
030 283 46 03

www.hackesche-hoefe.org

Hackesche Höfe Kino
Rosenthaler Str. 40/41
10178 Berlin
S Hackescher Markt
U Weinmeisterstraße

Tourdaten:

2. Juni, Berlin, Kino Hackesche Höfe, 17:00 Uhr
3. Juni, Berlin, Kino Hackesche Höfe, 20:00 Uhr, und Schulvorstellung 11:00 Uhr
4. Juni, Hannover, Kino im Künstlerhaus,  19:30 Uhr
5. Juni, München, Monopol Kino, 19:00 Uhr
6. Juni, Köln, Cinenova, 20:00 Uhr

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