Spezial: Antirassismus Bewegungen – Filmvorführung von “The Marches for Freedom” & “The Marchers” (OengU)

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Info   Eintritt: 7,50€; ermäßigt: Berlinpass, 5er & 10er Karte, Gildepass, Heavy User Card

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Inspiriert und beeinflusst durch die gewaltfreien Protestaktionen von Martin Luther King Jr. fand 1983 der „Marsch für Gleichheit und gegen Rassismus“ in Frankreich statt, der bei seiner Ankunft in Paris am 15. Oktober mehr als 100.000 Menschen mobilisierte und ein klares Zeichen gegen Rassismus setzte.

AfricAvenir und die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland Bund e.V. (ISD) laden gemeinsam zu einem Filmabend zum Thema „Antirassismusbewegungen in Frankreich und den USA“ ein. In Deutschlandpremiere zeigen wir zunächst die Dokumentation „Marches for Freedom“ der französischen Antirassismus-Aktivistin Rokhaya Diallo, gefolgt durch den Spielfilm „The Marchers“ (La marche) von Nabil Ben Yadir, der hochgelobten Verfilmung des „Marsches für Gleichstellung und gegen Rassismus“, der vor 30 Jahren mehr als 100.000 Menschen gegen offenen und latenten Rassismus in Frankreich auf die Straße brachte.

Im Anschluss finden ein Publikumsgespräch mit dem Initiator des Marsches von 1983, Toumi Djaïdja und der Anti-Rassismus Aktivistin Rokhaya Diallo (Moderation: Jamie Schearer, ISD) sowie ein kleiner Empfang im Kino-Foyer statt.

Am 16.10.2014 um 10 Uhr findet eine einmalige Schulvorführung des Spielfilms „The Marchers“ (La marche, OengU) statt.

Gefördert durch Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung und Aktion Afrika des Auswärtiges Amts.

In Kooperation mit Africiné, SEV-Magazin, Zentrum Moderner Orient, Club der Freunde von RFI, Berlin Poche, rendez-vous-cine.de, Exberliner, multicult.fm, Art Labour Archives, Planète Métis, Yedd, Contemporary &.

The Marches for Freedom
Inspiriert und beeinflusst durch die gewaltfreien Protestaktionen von Martin Luther King Jr. fand am 15. Oktober 1983 der „Marsch für Gleichheit und gegen Rassismus“ in Frankreich statt. Die US-amerikanische und französische Civil Rights Bewegungen verbindend, hinterfragt der Dokumentarfilm von Rokhaya Diallo die Identität und das Selbstverständnis Frankreichs aus der Perspektive junger US-Führungspersönlichkeiten. Ihr Blick und ihre Gespräche erlauben einen kritischen Blick auf die Situation der französischen Jugend heute und auf die drängenden Fragen wie Anerkennung und Identität.

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=iZG5fNP73eU

The Marchers
15. Oktober 1983. In einem von Intoleranz und rassistischen Gewalttaten beherrschten Frankreich initiieren drei Jugendliche und der Pfarrer des Arbeiterviertels Les Minguettes (Lyon) einen großen pazifistischen „Marsch für Gleichheit und gegen Rassismus“, der sie über 1.000 Km von Marseille nach Paris führt. Trotz der zahlreichen Schwierigkeiten und Widerstände, löst ihre Bewegung eine riesige Welle der Hoffnung aus, ähnlich den pazifistischen Kundgebungen Gandhis oder Martin Luther King Jr. Den Jugendlichen schließen sich immer mehr Menschen an, bis sie in Paris von mehr als 100.000 Menschen empfangen werden.

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=306KcI5hXpQ

Diskutanten
1962 im Südosten von Algerien geboren, wandert Toumi Djaïdja 1967 mit seiner Familie nach Frankreich aus. Der Ölpreisschock und die damit zusammenhängenden ökomischen Schwierigkeiten verschärfen in den späten 70er Jahren die sozialen Ungleichheiten in Frankreich. Die folgenden Unruhen entladen sich Anfang der 80er Jahre immer gewaltvoller. Nach einem solchen gewalttätigen Clash mit der Polizei am 21. März 1983 in Vénissieux, ist Djaïdja einer der ca. 400 Jugendlichen, die friedlich vor der Stadthalle campen, um ihren Protest gegen Rassismus, aber auch gegen Polizeigewalt kundzutun. Im Zuge dieses erfolgreichen Sit-ins realisiert Djaïdja die Kraft des gewaltlosen Widerstands nach dem Vorbild Ghandis oder Martin Luther King Jr. Als Djaïdja eines Nachts versucht, einem jungen Mann zu helfen, der von einem Polizeihund angegriffen wird, wird er selbst von eine Polizisten angeschossen. In der Folge initiiert er im Winter 1983 den ersten „Marsch für Gleichstellung und gegen Rassismus“.

Rohaya Diallo ist Autorin und Regisseurin. Geboren und aufgewachsen in Paris war sie schon von Jugend an in der lokalen Politik aktiv, wie z.B. als Vorsitzende des „Youth Council“ der Pariser Vorstadt La Courneuve oder in der anti-sexistischen Organisation Mix-Cité. Im Jahre 2007 begründete sie die Gruppe INDIVISIBLES mit, deren Ziel es ist, Vorurteile und rassistische Diskrimination mit Humor und Ironie aufzubrechen, wie z.B. im Rahmen der „Y A BON AWARDS“, welche die „besten rassistischen Äußerungen“ auszeichnet. Nach verschiedenen Anstellungen im Radio und Fernsehen und Hochschulabschlüsse in Jura und Audio-visuelles Marketing und Verkauf, wurde sie 2009 Kommentatorin für das Fernsehprogramm LA MATINALE auf Kanal +, später Co-Regisseurin und Leiterin der dokumentarischen Fernsehserie „Equals but not too much“ auf LCP-AN und schrieb für das Magazin „Les INROCKUBTILES“. Ihre journalistische Tätigkeit hielt Rokhaya jedoch nicht davon ab, ihrer politischen Überzeugung nachzugehen. Unter anderem trat sie dem European Network against Racism (ENAR) bei.

Rohayas ist (Co-)Autorin zahlreicher vielbeachteter Bücher wie „Call for a Multicultural and Post-Racial Republic“ (2010), „RACISM: The Guide“ (Larousse, 2011), „France belongs to us“ (Michel Lafon, 2012), „France: One and Multicultural“ (Fayard, 2012. In der Folge veröffentlichte sie „How to Talk to Kids about Racism“ (le Baron Perché) und leitete 2013 für den französischen Fernsehsender „France Ô“ die Sendung „Steps to Liberty“ woraus der Film „The Marches for Freedom“ entstand. Nachdem sie zum Ziel eines Vergewaltigungs-Aufrufs bei Twitter geworden war, produzierte Rokhaya eine Dokumentation mit dem Titel „Networks of Hate“, die sich mit der Kontroverse über Diffamierung und Hassreden im Internet im Zusammenhang mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung beschäftigt.

2012 wurde Rokhaya für ihre Arbeit gegen Rassismus mit dem  prestigeträchtigen Preis für Antirassismus- und Antidiskriminierung der NGO COJEP ausgezeichnet. 2013 wurde sie vom Slate Magazin auf der Liste der 100 einflussreichsten französischen Frauen auf Platz 36 geführt, die britische Organisation „Powerful Media“ wählte sie zu einer der 30 einflussreichsten Schwarzen Menschen Europas und 2014 erschien sie als eine der 100 innovativsten ökonomischen Akteure in Europa auf der „Purpose Economy 100“ Liste. Heute lebt Rohaya in Paris, ist ein gern gesehener Gast bei internationalen und nationalen Konferenzen und arbeitet an verschiedenen neuen Büchern und Filmen.

The Marches for Freedom (Les marches de la liberté)
Doku, Frankreich, 2012, 75 Min, OenglU
R Rokhaya Diallo

The Marchers (La Marche)
R Nabil Ben Yadir, Spielfilm, F/B, 2013, OengU
D Olivier Gourmet, Tewfik Jallab, Vincent Rottiers, M'Barek Belkouk, Nader Boussandel, Lubna Azabal, Hafsia Herzi, Charlotte Le Bon

Mittwoch, 15. Oktober 2014
20.00 Uhr
Eintritt: 7,50€
ermäßigt: Berlinpass, 5er & 10er Karte, Gildepass, Heavy User Card

Hackesche Höfe Kino
Rosenthaler Str. 40/41
10178 Berlin
S Hackescher Markt
U Weinmeisterstraße

Karten und Auskunft
030 283 46 03
www.hackesche-hoefe.org

Weitere Informationen
www.africavenir.org

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