Deutschland-Premiere: LA RUE PRINCESSE

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Im Viertel Yopougon ist die Rue Princesse Hotspot des pulsierenden Nachtlebens von Abidjan, der ivorianischen Hauptstadt. Auf ihr wird getanzt, geflirtet und etwas gewagt. Wenn im Neonlicht die Aushängeschilder der Bars, Klubs und Läden flackern, die Bierflaschen sich im Sekundentakt leeren und die Masse das Tanzbein schwingt, regieren Verwegenheit und extravagantes Vergnügen. Doch für die Feiernden bedeutet eine Nacht auf der Rue Princesse weitaus mehr als bloße Unterhaltung. Sie kommen her, um sich für einige Stunden von ihren Leiden zu befreien und den Moment der Leichtigkeit zu zelebrieren. Dies sowohl in den überfüllten Räumen der Nachtlokale als auch unter freiem Himmel. Im Coupé-Décalé, einem Tanz der sich Anfang des 21. Jahrhunderts in der Pariser Diaspora entwickelte und sich durch den Einfluss ivorianischer Musiker schließlich auch in der Elfenbeinküste etablierte, finden viele eine geeignete Ausdrucksform. Um sich für die Länge einer Nacht dem Alltäglichen zu entziehen, widmet man sich dem bewussten Vergessen, dem Exzess, der Euphorie. Doch aufgrund von Sicherheitsrisiken und Verstößen gegen geltende Hygienevorschriften, wurde die Rue Princesse im August 2011 gestürmt.

Die Kompanie N'soleh lässt in ihrer Tanzperformance Rue Princesse die populäre Straße wieder aufleben und rekonstruiert somit das Bild vergangener Tage im Viertel Yopougon.

La Rue Princesse ist ein Musical über die berühmteste Straße der Elfenbeinküste und ihre zwei Gesichter: Armut und Bürgerkrieg auf der einen, schillerndes Nachtleben auf der anderen Seite. Grundlage des Musicals ist der Coupé Décalé, ein urbaner afrikanischer Tanz- und Musikstil, der zugleich ein bestimmtes Lebensgefühl beschreibt: subversiv, lässig, dekadent. Erfunden von ivorischen Männern in Paris und längst an die Elfenbeinküste reimportiert. Coupé Décalé ist der Sound der Nachtclubszene, etwa in Yopougon, Abidjans Ausgehviertel, wo sich auf der Rue Princesse Tanzladen an Tanzladen reiht. Zugleich entstehen in den Bars und Clubs auf der Rue Princesse neue Tänze, die den Menschen bei der Bewältigung von Ängsten helfen (Vogelgrippetanz, Guantanamo-Tanz, etc.). Das Choreographen-Duo Jenny Mézile und Massidi Adiatou, die für ihre Soli und Duette in Frankreich und Afrika bereits preisgekrönt wurden, präsentierten ihre 1994 gegründete Compagnie N’Soleh bei Tanz im August  in Berlin 2011 erstmalig in Europa. Ansonsten sind die beiden in Deutschland noch weitgehend unbekannt.

Eine Produktion der Compagnie N’soleh, MJ Evenements und der Französischen Botschaft der Elfenbeinküste. Mit der Unterstützung der OIF. Produktionsleitung Delphine Boudon, Laure Louvat – Poisson Pilote Production. Dank an Marielle Pinsard.

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