15. Internationales Literaturfestival in Berlin

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Von 9. bis 19. September 2015 findet in Berlin 15. internationales Literaturfestival. Unten finden Sie die Veranstaltungen, an denen afrikanische Gäste teilnehmen.
 
10.09.2015 
LITERATUREN DER WELT
19.30 LITERATURHAUS BERLIN
Sheila Kohler [Südafrika/ USA] – »Dreaming for Freud«
Moderation: Gabriele von Arnim»
Dreaming for Freud« ist inspiriert von dem Behandlungsablauf der Dora, die als Pseudonym für die berühmte Patientin Sigmund Freuds, Ida Bauer, steht. Kohler erzählt die spannende Geschichte der 17-jährigen Dora und des 45 Jahre alten Psychoanalytikers Freud und spinnt sie an der Stelle weiter, an der die Behandlung der Dora ein abruptes Ende nimmt. Der Leser findet sich dabei im Wien der 1900er-Jahre wieder und bekommt einen tiefen Einblick in die Innenwelt der beiden Charaktere. Sheila Kohler lebt in New York und lehrt am Bennington College in Vermont.
Veranstaltung in englischer Sprache
8/6/4 €

11.09.2015 
LITERATUREN DER WELT
18.00 HAUS DER BERLINER FESTSPIELE_OBERES FOYER
Deborah Levy [Südafrika/ GB] – »Was ich nicht wissen will«*
Moderation: Beatrice Fassbender, Sprecherin: Regina Gisbertz
Das Prosastück der Theater- und Drehbuchautorin ist eine direkte Antwort auf George Orwells Essay »Warum ich schreibe« – könnte aber ebenso gut die Frage beantworten, »Warum ich lese«. Ein prismatisches Werk, gewoben aus Erinnerungen, Assoziationen, Philosophie, Literatur- und Gendertheorie, in dem sich die Autorin in eigener Geschichte und Geschichten spiegelt – wie aus einem von beiden das andere entsteht, aber auch in Werken und Zitaten anderer, geschätzter Denker und Schreiber. Eine kluge Selbstreflexion eines Geistes, der nicht weiß, ob er schreibt, was er ist – oder ist, was er schreibt. Dabei so überraschend leicht, trotz schwerer Erinnerungen, verträumt, ohne surreal zu werden.*
Übersetzt von Barbara Schaden
8/6/4 €

LITERATUREN DER WELT
19.30 HAUS DER BERLINER FESTSPIELE_SEITENBÜHNE
Poetry Night II: Ashur Etwebi [Libyen], Ellen Hinsey [USA], Gerhard Falkner [D]
Moderation: Silke Behl, Sprecherin: Nina West
Ashur Etwebis Gedichte reflektieren Kultur, Landschaft, Geschichte und das Alltagsleben Libyens. Durch seinen innovativen Sprachgebrauch und den häufigen Einsatz von Neologismen entwirft er Sprache immer wieder neu. Der lyrische Ton Ellen Hinseys transportiert Schwermut in seiner Exaktheit und Kürze. Bezugnehmend auf die griechische Antike ist sie eine Traditionalistin. Gerhard Falkner, einer der »großen deutschen Sprachzauberer« [»Süddeutsche Zeitung«], erkundet jenseits aller lyrischen Konventionen das Innenleben des postmodernen Menschen. 
8/6/4 €

12.09.2015 
LITERATUREN DER WELT
18.00 HAUS DER BERLINER FESTSPIELE_GARTENBÜHNE 
Leila Aboulela [Sudan/ GB] erforscht in ihrem neuen Roman »Die Güte des Feindes«Moderation: Priya Basil, Sprecherin: Franziska HermannLeila Aboulela umspannt in ihrem neuesten Roman mehr als ein Jahrhundert muslimischer Geschichte. Kunstvoll verwebt sie das bewegte Schicksal des Imam Shahil, der im neunzehnten Jahrhundert den Widerstand gegen die Russen im Nordkaukasus anführte, mit dem Leben seiner Nachfahren im Schottland unserer Zeit. Damals wie heute sind die Probleme des Zusammenlebens verschiedener Kulturen so vielfältig wie die vorgeschlagenen Lösungsansätze. Die Protagonistin Natasha, halb Russin, halb Sudanesin, kann als Beispiel einer jungen Generation von Muslimen gelten, die zwischen Vergangenheit und Moderne ihren Platz in der Gesellschaft sucht.
8/6/4 €

LITERATUREN DER WELT
18.00 HAUS DER BERLINER FESTSPIELE_OBERES FOYER 
José Luís Mendonça [Angola] – »Das Reich der Casuarinen« 
Moderation: Ineke Phaf-Rheinberger, Sprecher: Jan Uplegger
Mit der Publikation seines ersten Romans »Das Reich der Casuarinen« [2014] hat José Luís Mendonça ein Tabu gebrochen. Er spricht über die enttäuschten Hoffnungen, die sich seit der Unabhängigkeit Angolas in den beiden ersten Jahrzehnten breitgemacht haben. Es wird darüber erzählt aus der Perspektive eines Finanzbeamten, der in der DDR Volkswirtschaft studiert und von dort eine Katze mitgebracht hat, die Klavier spielen kann. Utopie, Wahnsinn und Wirklichkeit liegen nahe beieinander und geben ein faszinierendes Bild des damaligen Ost-Berlin und Luanda. Mendonça war bis jetzt vor allem als Lyriker bekannt und erhielt für seine Gedichtbände mehrere Preise. 
8/6/4 €

LITERATUREN DER WELT
19.30 HAUS DER BERLINER FESTSPIELE_ SEITENBÜHNE
E. C. Osondus [Nigeria/ USA] Kurzgeschichtensammlung »Voice of America«
Moderation: Helon Habila, Sprecher: Thomas B. Hoffmann
Für viele Bewohner Nigerias scheinen die Vereinigten Staaten unendlich weit entfernt zu sein – ein fremdes Universum. Dennoch ist die Stimme Amerikas überall zu hören: Aufdrucke auf T-Shirts verkünden leere Phrasen, Gerüchte über das sorglose Leben jenseits des Ozeans beschäftigen schon Kinder, und manch eine Familie freut sich über monatliche Geldbündel, die diejenigen schicken, die den Sprung ins vermeintlich gelobte Land geschafft haben. Pointiert, scharfzüngig und mit einem sicheren Blick für die kleinen und großen Absurditäten des Lebens macht Osondu in seinen Geschichten den zersetzenden Einfluss der USA in Nigeria sichtbar. 
8/6/4 €

LITERATUREN DER WELT
21.00 HAUS DER BERLINER FESTSPIELE_SEITENBÜHNE
Poetry Night III: Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki [Polen], Luke Fischer [Australien] und John Mateer [Südafrika/ Australien]
Moderation: Silke Behl, Sprecherin: Nina West
In seiner Lyrik verwendet Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki häufig Wiederholungen und Leitmotive. Seine Themen beinhalten die Beziehung zwischen Tod und Erotik, wiederkehrende Motive sind Begräbnisse und der Danse macabre. Der Poet und Literaturwissenschaftler Luke Fischer sieht Lyrik als Vermittlung und Artikulation von Wahrheit, seine Arbeit als Poet ist maßgeblich mit seiner wissenschaftlichen Forschung verbunden. Seine Poesie untersucht kreativ Belange, die auch in seiner Forschung eine zentrale Rolle spielen. John Mateer ist fasziniert von kulturübergreifenden historischen Strömungen und Wandlungen. Seine Gedichte zeigen auf, wie Geschichte und die damit verbundenen menschlichen Ambitionen und Grausamkeiten vieles, was wir kennen negativ beeinflussen.
8/6/4 €

13.09.2015
SPECIALS_GRAPHIC NOVEL DAY 
14.00 HAUS DER BERLINER FESTSPIELE_SEITENBÜHNE
Graphic-Novel-Projekt »imagined realities« des Goethe-Instituts Nigeria mit Bibi Bakare-Youssef [Nigeria], Elnathan John [Nigeria], Sylvia Ofili [Nigeria/ Schweden], Laolu Senbajo [Nigeria], Johann Ulrich [D] und Birgit Weyhe [D]
Moderation: Lars von Törne
Die deutschen und nigerianischen Zeichner und Autoren präsentieren das vom Goethe-Institut Nigeria ins Leben gerufene bilinguale Graphic-Novel-Projekt »imagined realities« und diskutieren ihre Arbeit anhand der zwei hierbei entstehenden Graphic Novels.Veranstaltung in englischer SpracheDas Einzelticket gilt für alle Veranstaltungen des Graphic Novel Day am 13.09.15.
8/6/4 €

SPECIALS_ZUR LAGE DES FEMINISMUS III
19.30 HAUS DER BERLINER FESTSPIELE_GROSSE BÜHNE 
Zur Lage des Feminismus – mit Laurie Penny [GB], Mona Eltahawy [Ägypten/ USA] und Josephine Decker [GB/ USA] 
Moderation: Priya Basil 
Wie steht es um den Feminismus? Was bedeutet feministisches Denken, Handeln und künstlerisches Schaffen heute? Die renommierte ägyptische Aktivistin und Journalistin Mona Eltahawy plädiert in ihrem neu erschienenen Buch »Warum hasst ihr uns so?« für eine sexuelle Revolution in der arabischen Welt. Regisseurin und Performance-Künstlerin Josephine Decker entwirft in ihren Filmen »Butter on the Latch« und »Thou Wast Mild and Lovely« eine neue Ästhetik und eine andere Sicht auf Weiblichkeit. Laurie Penny analysierte in »Fleischmarkt« die Vermarktung der Weiblichkeit im Kapitalismus, in ihrem aktuellen Buch »Unsagbare Dinge – Sex, Lügen und Revolution« rechnet sie mit dem modernen Feminismus ab. Die drei Frauen diskutieren Mittel, Wege und Visionen für eine feministische Gesellschaft. 
8/6/4 €

14.09.2015
SPECIALS_ZUR LAGE DES FEMINISMUS IV
21.00 HAUS DER BERLINER FESTSPIELE_SEITENBÜHNE
Mona Eltahawy [Ägypten/ USA] für eine sexuelle Revolution in der islamischen Welt
Moderation: Priya Basil
Newsweek wählte Mona Eltahawy 2012 zu den furchtlosesten Frauen der Welt. Während der Proteste auf dem Tahrir-Platz wurde sie festgenommen, misshandelt. Eltahawy setzt sich mit Nachdruck für die Rechte der Frauen in der islamischen Welt ein, geht aber genauso vehement gegen populistische Islamkritik vor: 2012 wurde sie in New York verhaftet, weil sie beim Übersprayen eines islamfeindlichen Plakats erwischt wurde. Für die Positionen, die sie öffentlich vertritt, wird sie angefeindet und erhielt Morddrohungen. Aber die renommierte Journalistin und Aktivistin lässt sich nicht einschüchtern. In ihrem Buch »Warum hasst ihr uns so?« plädiert sie für eine sexuelle Revolution in der islamischen Welt. 
8/6/4€

15.09.2015 
SPECIALS_ZUKUNFTSSTADT | PANEL18.00 LITERATURHAUS BERLIN Paneldiskussion im Rahmen des Programms »Visions 2030. Authors and Scientists on the Future of Cities« mit Kevin Barry [Irland], Helon Habila [Nigeria/ USA], Martina Löw [D] und Zeynep Aygen [Türkei] 
Moderation: Marie Neumüllers
In seiner Vision für das Jahr 2030 wendet sich der irische Schriftsteller Kevin Barry seiner Geburtsstadt Limerick zu. Sein Text zeichnet das Bild einer posthumanen Gesellschaft, das nicht nur Elemente der Dystopien Orwells und Huxleys in sich vereinigt, sondern auch Motive seines Debütromans »City of Bohane« aufgreift. In Barrys »schöner neuer Welt« stehen selbst die Gefühle der Menschen unter staatlicher Kontrolle. Was bleibt, ist die Sehnsucht nach dem Verlorenen.Von der Sehnsucht nach sozialem Aufstieg, wie ihn der Profifußball verheißt, handelt die im Elendsviertel Ajegunle, dem größten Slum von Lagos, angesiedelte Erzählung von Helon Habila. Mit dieser Thematik berührt der nigerianische Schriftsteller ein zentrales Zukunftsproblem, denn schon heute leben über eine Milliarde Menschen in sogenannten informellen Sektoren. Prognosen zufolge verdoppelt sich diese Zahl bis 2030 und verdreifacht sich sogar bis 2050. Das heißt, schon im Lauf der nächsten Generation wird jeder dritte Mensch auf der Erde Bewohner eines Slums sein. Steuern wir auf eine posthumane Gesellschaft zu? Wie können die Städte mit dem zunehmenden »Verslumungsprozess« umgehen? Über diese Fragen diskutieren die beiden Autoren gemeinsam mit der Stadtsoziologin Martina Löw und Zeynep Aygen. 
Eintritt frei

REFLECTIONS
19.30 HAUS DER BERLINER FESTSPIELE_SEITENBÜHNEWole
Soyinka [Nigeria/ USA] – »Displacement« Die beiden miteinander verschränkten Begriffe von »displacement« [dt. Vertreibung] und »terror« [dt. Terror, auch: tiefster Schrecken] bilden an einem Abend jeweils Bezugspunkte der Gespräche und bestimmen zugleich Soyinkas Auswahl der Gedichte.»Vertreibung« klingt nicht nur im Geiste eines jahrelangen Exilanten wie Soyinka nach. In seinem Heimatland Nigeria ist in den letzten Jahren die notgedrungene Bevölkerungsbewegung vor allem innerhalb der Landesgrenzen angewachsen. Zu weiterhin schwelenden Konflikten zwischen Bevölkerungsteilen, der fortschreitenden Versteppung des nördlichen Nigerias und wiederkehrenden Überflutungen tritt ein Ausbruch der Gewalt durch die islamistische Terrorgruppe »Boko Haram«. Die Versorgung der Millionen von Fliehenden und Zwangsevakuierten ist nur in seltenen Fällen gesichert.
8/6/4 €

SPECIALS_ZUKUNFTSSTADT | STADTGESPRÄCH
20:00 LITERATURHAUS BERLIN
Eine Stadt zwischen Wachstum, Kreativität und Armut: Omar Akbar [D] spricht mit Sónia Gomes [Angola] über die Zukunft von Luanda Küstenpromenade, Hochhäuser, Altstadt, Luxushäuser und Slums zeichnen eine Gemengelage, die nach den Wirren des Bürgerkriegs die Stadt zur teuersten der Welt gemacht hat. In dem Moloch prallt Reichtum auf Armut und entfalten sich die Kreativen der Gesellschaft. Selten hat eine derartige Transformationsgeschwindigkeit der Entwicklung einer Stadt gutgetan. Führt die Mischung aus Chaos und Kreativität zu einer positiven Nachhaltigkeit?
Eintritt frei

16.09.2015 
LITERATUREN DER WELT
19.30 LITERATURHAUS BERLIN 
Sónia Gomes [Angola] beschreibt in »Die Tochter des Generals«* das heutige Luanda 
Moderation: Manuela Sambo, Sprecherin: Tatiana Nekrasov
In ihrem ersten Roman »A filha do general« [Die Tochter des Generals, 2011] beschreibt Sónia Gomes die Stadt Luanda heute. Es geht ihr um Alltagssituationen einer schwerreichen jungen Frau, einer Immobilienhändlerin, die sich in dieser sich rasant verändernden Umgebung versucht durchzusetzen. Zwei Kapitel dieses Romans sind ins Deutsche übersetzt in »Mögen Pitangas wachsen. Literatur aus Angola – Ein zweisprachiges Lesebuch«. * Übersetzt von Barbara Mesquita
8/6/4 €

REFLECTIONS
20.00 HEILIG-KREUZ-KIRCHE
Wole Soyinka [Nigeria/ USA] – »Terror« Die beiden miteinander verschränkten Begriffe »displacement« [dt. Vertreibung] und »terror« [dt. Terror, auch: tiefster Schrecken] bilden an einem Abend jeweils den Bezugspunkt der Gespräche und bestimmen zugleich auch Soyinkas Auswahl der Gedichte.Es ist ein »Klima der Angst«, was sich nach den Angriffen des 11. Septembers 2001 in der Welt eingestellt hat. Ein Klima, das jedem Bürger eines repressiven Staates bekannt ist; auch Soyinka war in den 60er-Jahren in Nigeria mehr als zwei Jahre ohne Urteil inhaftiert. Heute sind vielmehr Quasi-Staaten Quellen der Angst, wie die in Nigeria aktive »Boko Haram«, die sich kürzlich dem »Islamischen Staat« [IS] angegliedert haben soll. Doch an der Errichtung eines Klimas der Angst arbeiten genauso Staaten durch ihre Antworten auf Terrorakte mit – und letzten Endes auch der einzelne Bürger.
8/6/4 €

17.09.2015 
SPECIALS_ ZUKUNFTSSTADT | STADTGESPRÄCH
17.00 LITERATURHAUS BERLIN
Eine Stadt zwischen Wandel, Gefahr und Verlust: Omar Akbar [D] spricht mit Boualem Sansal [Algerien] über die Zukunft von Algier. Der Name Algier stand für die Schönheit einer nordafrikanischen und mediterranen Stadt, deren Dualität sich in der Altstadt und dem kolonialen Städtebau widerspiegelt. Die Modernisierungsprozesse der letzten Jahrzehnte haben kaum Positives beigetragen. Trotz einer gewissen Demokratisierung und Prosperität scheint die Stadt ihre Signifikanz im Vergleich mit anderen mediterranen Städten eingebüßt zu haben. 
Eintritt frei

SPECIALS_ZUKUNFTSSTADT | PANEL
18.00 LITERATURHAUS BERLIN
Panel im Rahmen des Programms »Visions 2030. Authors and Scientists on the Future of Cities« mit Sónia Gomes [Angola], Mircea C?rt?rescu [Rumänien], Jasmin Wiefek [D] und Helmut Rechberger [A] Träume sind der Stoff, aus dem die Städte des begnadeten Sprachkünstlers Mircea C?rt?rescu errichtet sind. Seine Zukunftsvision führt in die »innere Stadt«, die aus uralten Erinnerungen immer wieder neu entsteht. In der Diskussion trifft der Meister der morbiden Fantasie auf die angolanische Schriftstellerin Sónia Gomes, die mit nüchterner Sprache eine bewegende Geschichte erzählt, die von der Erfahrung des Bürgerkriegs geprägt ist und an eine bessere Zukunft appelliert. Für die Traumwelten des rumänischen Schriftstellers gilt, was für die Forschung vorerst noch ein Wunschtraum ist: Sie sind vollständig recyclingfähig. Über die Stadt der Zukunft im Spannungsfeld von Traum und Wirklichkeit diskutieren die beiden Autoren mit Helmut Rechberger, Professor für Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft, und Jasmin Wiefek, Nachhaltigkeitsforscherin und Psychologin.
Eintritt frei

18.09.2015 
ZUKUNFTSSTADT | ABSCHLUSSVERANSTALTUNG
18.00 LITERATURHAUS BERLIN
Paneldiskussion im Rahmen des Programms »Visions 2030. Authors and Scientists on the Future of Cities« mit Laura Restrepo [Kolumbien/ E], Boualem Sansal [Algerien], Hildegard Matthies [D] und Philipp Misselwitz [D] 
Moderation: Marie Neumüllers
Den literarischen Reigen der Reihe »Zukunftsstadt« beschließen die Visionen der kolumbianischen Schriftstellerin Laura Restrepo und des algerischen Autors und Friedenspreisträgers Boualem Sansal. Killer, Koks und Bandenkriminalität prägen das Image Kolumbiens bis heute. An diesem Bild lässt auch Restrepo keinen Zweifel. »Nobody can control that bedlam, impossible«, lautet ein Schlüsselsatz ihrer exemplarischen, geradezu allegorisch überhöhten Erzählung über die gewaltsame Realität ihrer Heimat. Der Kontrollwahn der Stadtplaner und Politiker, ins Totalitäre gesteigert, steht im Zentrum der Zukunftsvision Sansals. Dies verspricht eine anregende Diskussion. Schließlich ist mit dem Architekten und Stadtplaner Philipp Misselwitz ein Vertreter eben jener Zunft zugegen, die sich in Sansals Erzählung einem schwierigen Dilemma ausgesetzt sieht: »den Planeten zu retten und die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten – oder aber die bürgerlichen Freiheiten zu bewahren.« Die promovierte Sozialwissenschaftlerin Hildegard Matthies ergänzt die Diskussionsrunde um eine weitere Facette. 
Eintritt frei
LITERATUREN DER WELT
21.00 LITERATURHAUS BERLIN
Kenneth Bonerts [Südafrika/ Kanada] Familien- und Schelmenroman »Der Löwensucher«*
Moderation: Shelly Kupferberg, Sprecher: Matthias Scherwenikas 
Als kleiner Junge kommt Isaac im Jahre 1924 aus Litauen ins jüdische Ghetto nach Johannesburg. Wenig erfolgreich in der Schule, macht er bald schillernde Bekanntschaften in der Johannesburger Halbwelt. Während sein Vater unentwegt der alten Heimat nachtrauert, ist seine Mutter fest entschlossen, das Beste aus ihrem neuen Leben zu machen. Auch Isaac begreift bald, dass es auch hier nur um eines geht: fressen oder gefressen werden. »Der Löwensucher« ist eine packende Familiensaga und funkelnder Schelmenroman zugleich.*
Übersetzt von Stefanie Schäfer 
8/6/4 €

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