{"id":3504,"date":"2009-12-07T23:59:09","date_gmt":"2009-12-07T22:59:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.africavenir.com\/?post_type=portfolio&#038;p=3504"},"modified":"2023-12-08T11:29:43","modified_gmt":"2023-12-08T10:29:43","slug":"re-visionen-zeitgenoessische-kunstperspektiven-aus-afrika-2009","status":"publish","type":"portfolio","link":"https:\/\/www.africavenir.org\/en\/projekt\/re-visionen-zeitgenoessische-kunstperspektiven-aus-afrika-2009\/","title":{"rendered":"RE\/VISIONEN: Zeitgen\u00f6ssische Kunstperspektiven aus Afrika (2009)"},"content":{"rendered":"<div class=\"normal\">\n<p class=\"bodytext\">Mit der interdisziplin\u00e4ren Veranstaltungsreihe RE\/VISIONEN: Zeitgen\u00f6ssische Kunstperspektiven aus Afrika pr\u00e4sentiert AfricAvenir International e.V. in diesem Jahr vielf\u00e4ltige Werke von K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern aus verschiedenen L\u00e4ndern Afrikas im Kontext aktueller gesellschaftspolitischer Themen.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"normal\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n3\">\n<h1>Hintergrund<\/h1>\n<\/div>\n<p class=\"bodytext\">RE\/VISIONEN \u201eZeitgen\u00f6ssische afrikanische Kunst erh\u00e4lt noch immer in erster Linie das Label \u201eafrikanische Kunst\u201c und die aktuelle Kunst eines ganzen Kontinents hat noch nicht ihren selbstverst\u00e4ndlichen Platz in den Diskursen und internationalen Ausstellungen zu zeitgen\u00f6ssischer Kunst gefunden. An der Verbesserung dieser Situation arbeiten wir gemeinsam mit vielen internationalen Partnern.\u201c erl\u00e4uterte Dr. Youma Fall, Kuratorin der Kunstbiennale DAK\u2019ART (Dakar\/Senegal) im M\u00e4rz 2008 beim AfricAvenir Dialogforum in Berlin.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">AfricAvenir International e.V. blieb mit Youma Fall im Kontakt und entwickelte mit ihr als Kuratorin und in offizieller Kooperation mit der DAK\u2019ART eine Ausstellung mit Videoinstallationen afrikanischer K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler, die im November 2009 in Berlin pr\u00e4sentiert wird. Diese Ausstellung wird den Schlusspunkt setzen zu der interdisziplin\u00e4ren, sparten\u00fcbergreifenden Veranstaltungsreihe RE\/VISIONEN: Zeitgen\u00f6ssische Kunstperspektiven aus Afrika, die AfricAvenir in 2009 realisiert. Wir werden dem Berliner Publikum nicht nur Werke junger Nachwuchsk\u00fcnstlerinnen und -k\u00fcnstler aus Afrika pr\u00e4sentieren, sondern diese auch in den Kontext gesellschaftspolitischer Herausforderungen stellen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Er\u00f6ffnet wird das Gesamtprogramm im Hackesche H\u00f6fe Filmtheater durch eine Filmreihe, die der Filmwissenschaftler Julien Enoka Ayemba kuratiert. Pr\u00e4sentiert werden hier brandneue afrikanische Filme, die beim Filmfestival FESPACO im Februar dieses Jahres Premiere feierten. Den Anfang macht am 24. Mai der s\u00fcdafrikanische Dokumentarfilm \u201eBehind the Rainbow\u201c. Diesen werden wir im englischsprachigen Director\u2019s Cut in Anwesenheit der Regisseurin Jihan El-Tahri pr\u00e4sentieren, mit der M\u00f6glichkeit zum anschlie\u00dfenden Publikumsgespr\u00e4ch. Anhand von Gespr\u00e4chen mit Parteimitgliedern erz\u00e4hlt der Film die j\u00fcngere Geschichte des African National Congress (ANC) und die Hintergr\u00fcnde des politischen Machtkampfs zwischen Thabo Mbeki und Jakob Zuma im Vorfeld der Parlamentswahlen 2009.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Bis November folgen immer am letzten Sonntag im Monat spannende Kurz- und Langfilme, Spiel- und Dokumentarfilme, begleitet von Diskussionen mit Filmschaffenden. Neben der Pr\u00e4sentation einer Auswahl der besten und erfolgreichsten Kurzfilme der letzten Jahre, werden wir den Film \u201cMascarades\u201d von Lyes Salem, den diesj\u00e4hrigen FESPACO-Gewinner \u201cTeza\u201d von Ha\u00efle G\u00e9rima und \u201cL\u2019Absence\u201d von Mama Keita zeigen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Zur Gesamtreihe RE\/VISIONEN z\u00e4hlt neben dem abwechslungsreichen Filmprogramm die Szenische Lesung eines afrikanischen Theaterst\u00fccks, eine Tanzperformance sowie als Abschluss die Ausstellung mit Videoinstallationen, in deren Begleitprogramm ein Konzert, eine Poetry Performance und zwei Dialogforen veranstaltet werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Youma Fall wird Interessierte einladen, im Mai 2010 an der von AfricAvenir International e.V. organisierten Bildungs- und Begegnungsreise nach Dakar\/ Senegal teilzunehmen, die nicht nur den Besuch der kommenden DAK\u2019ART und spannende Hintergrundgespr\u00e4che mit K\u00fcnstlerInnen und KuratorInnen erm\u00f6glicht, sondern auch den Besuch des des Festival de la Parole auf Gor\u00e9e (Festival der Erz\u00e4hlkunst) sowie Begegnungen und Austausch mit Personen aus NGOs, der Stadtverwaltung von Dakar, mit einem traditionellen Griot (Geschichtenerz\u00e4hler), Konzerte von Youssou Ndour und Pape &amp; Cheikh und vieles mehr.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Begleitet wird die Veranstaltungsreihe RE\/VISIONEN im Laufe des Jahres von Fachartikeln in Form eines Webdossiers auf www.africavenir.org. Hier werden auch permanent die aktuellsten Informationen zu den Veranstaltungen bereitgestellt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Mit den unterschiedlichen Kunstsparten, die unter dem Dach dieser Veranstaltungsreihe zusammengef\u00fchrt werden, wird einerseits die Vielfalt zeitgen\u00f6ssischer afrikanischer Kunst sichtbar, zum anderen bieten die abwechselnden Formate auch immer wieder neue Perspektiven und damit neue Gelegenheit zur Auseinandersetzung und zum Dialog. Der Titel der Reihe \u201eRE\/VISIONEN\u201c ist eine Einladung an das Publikum, genauer hinzuschauen, sich mit den Ideen, Visionen und Vorstellungen der K\u00fcnstlerInnen vertraut zu machen und dabei auch eigene Positionen, Ansichten und Ideen in die Diskussion einzubringen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Realisierung der Veranstaltungsreihe RE\/VISIONEN erfolgt mit freundlicher Unterst\u00fctzung durch den Hauptstadtkulturfonds sowie die Aktion Afrika des Ausw\u00e4rtigen Amtes, aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3506\" src=\"https:\/\/www.africavenir.org\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/csm_art_rev_Teza_fe1d2e6a36-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.africavenir.org\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/csm_art_rev_Teza_fe1d2e6a36-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.africavenir.org\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/csm_art_rev_Teza_fe1d2e6a36-550x368.jpg 550w, https:\/\/www.africavenir.org\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/csm_art_rev_Teza_fe1d2e6a36-558x373.jpg 558w, https:\/\/www.africavenir.org\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/csm_art_rev_Teza_fe1d2e6a36.jpg 630w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<div class=\"normal\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n6\">\n<h4>RE\/VISIONS: Film Series<\/h4>\n<\/div>\n<p class=\"bodytext\">Seit Anfang der 1950er Jahre tragen Afrikanische Filmautor\/innen regelm\u00e4\u00dfig wichtige Werke zur Weltfilmgeschichte bei, die international, vor allem auf Festivals, Anerkennung finden. Leider f\u00fchrt die im Norden immer noch g\u00e4ngige Kategorisierung dieser Filme als \u201eAfrikanische Filme\u201c bis heute dazu, dass sie in Filmenzyklop\u00e4dien nur selten zu finden und damit nur einem begrenzten Personenkreis bekannt sind. Dabei hat sich die akademische Diskussion l\u00e4ngst von dieser problematischen Einordnung distanziert. Denn wie die soziale, politische, wirtschaftliche und kulturelle Geschichte und Gegenwart des afrikanischen Kontinents beinhaltet auch der Begriff \u201cafrikanischer Film\u201c eine gro\u00dfe Diversit\u00e4t.<\/p>\n<p>Was die afrikanischen Filme heute besonders auszeichnet, ist die Art und Weise wie sie als transkontinentales Kommunikationsmittel angewendet und verstanden werden k\u00f6nnen. Die Filme schaffen nicht nur Bez\u00fcge zu den Realit\u00e4ten des afrikanischen Kontinents, sondern vermitteln auch Kontakt und Dialog mit dem Rest der Welt. Durch die Suche nach geeigneten Filmsprachen verlieren einige Binarit\u00e4ten wie Nord\/S\u00fcd dabei ihre Bedeutung und lassen die Filme f\u00fcr sich selbst sprechen.<\/p>\n<p>Die Filmreihe RE\/VISIONEN: Zeitgen\u00f6ssische Kunstperspektiven aus Afrika zeigt aktuelle und meist in Deutschland unbekannte Filme von jungen, innovativen und auch etablierten Filmemacher\/innen, die ihre Werke beim diesj\u00e4hrigen panafrikanischen Filmfestival FESPACO pr\u00e4sentierten.<\/p>\n<p>Die ausgew\u00e4hlten Regisseur\/innen setzten sich kritisch mit den aktuellen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Transformationsprozessen in verschiedenen afrikanischen L\u00e4ndern auseinander. Um ein weltweites Publikum zu erreichen, wenden sie unterschiedliche \u00e4sthetische und k\u00fcnstlerische Kommunikationsformen an. Mit dieser Auswahl wird die Aufmerksamkeit auf innovative Wege und kreative Visionen im zeitgen\u00f6ssischen afrikanischen Filmschaffen gelenkt.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"normal\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n8\">\n<h4>Videokunst-Ausstellung &#8220;Eine T\u00fcr, so schmal? &#8211; La porte \u00e9troite?&#8221; vom 4.-17.12.2009 im Kunstraum Kreuzberg<\/h4>\n<\/div>\n<p class=\"bodytext\">Vom 4.-17. Dezember 2009 pr\u00e4sentiert AfricAvenir in offizieller Zusammenarbeit mit der\u00a0<i>DAK&#8217;ART &#8211; Biennale f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische afrikanische Kunst<\/i> und dem <i>Kunstraum Kreuzberg\/Bethanien<\/i> die Videokunst-Ausstellung &#8220;Eine T\u00fcr, so schmal? &#8211; La Porte \u00e8troite?&#8221;, kuratiert von Dr. Youma Fall. &#8220;Eine T\u00fcr, so schmal? &#8211; La Porte \u00e8troite?&#8221; zeigt aktuelle Videoinstallationen der west- und zentralafrikanischen K\u00fcnstler Achillek\u00e1 Komguem, Soly Ciss\u00e9, Nu Barreto, Sa\u00efdou Dicko und Mara und wird erg\u00e4nzt durch ein vielf\u00e4ltiges bildungs- und kulturpolitisches Begleitprogramm. <a class=\"download\" href=\"http:\/\/www.africavenir.org\/fileadmin\/downloads\/flyer\/FLYER_AUSSTELLUNG_mail.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">|+| Flyer herunterladen (pdf)<\/a><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Freitag, 4.12.2009, 19 Uhr<br \/>\nKunstraum Kreuzberg\/Bethanien \u2013 Projektraum 1<br \/>\nMariannenplatz 2, 10997 Berlin<br \/>\nU-Bhf Kottbusser Tor<br \/>\nMo-Fr 14-19 Uhr, Sa+So 12-19 Uhr (bei Veranstaltungen l\u00e4nger)<br \/>\nEintritt frei<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"normal\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n9\">\n<h4>Einf\u00fchrung von Kuratorin Dr. Youma Fall<\/h4>\n<\/div>\n<p class=\"bodytext\"><i>\u201eEs gibt keine afrikanische Kunst, sondern lediglich eine Manifestation des menschlichen Sch\u00f6pfergeistes, der sich auf Grundlage der gegebenen Umst\u00e4nde auf dem afrikanischen Kontinent entwickelt und ausgedr\u00fcckt hat\u201c<\/i>, schrieb Jean Laude vor 40 Jahren, als Reaktion auf die damals g\u00e4ngigen abwertenden Bewertungen der aus Afrika stammenden zeitgen\u00f6ssischen Kunst.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Bis heute ist das afrikanische zeitgen\u00f6ssische Kunstschaffen nur teilweise anerkannt und hat wenig signifikante Pr\u00e4senz in der internationalen Kunstlandschaft. Die Globalisierung der Kunst und der gleichberechtigte Zugang zum internationalen Kunstmarkt f\u00fcr alle Kulturen bleiben eine Illusion.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Es gibt jedoch eine Vielzahl von Initiativen, die darauf abzielen, die internationale Anerkennung des afrikanischen k\u00fcnstlerischen Schaffens zu f\u00f6rdern. Diese operieren oft auf lokaler Ebene, indem Rahmenbedingungen f\u00fcr ein zeitgem\u00e4\u00dfes Kunstschaffen gef\u00f6rdert werden. Durch die Organisation von Begegnungs- und Austauschprojekten erhalten diese Initiativen auch international immer mehr Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die hier gezeigte Ausstellung \u201eEine T\u00fcr, so schmal?\u201c steht in eben diesem Kontext und thematisiert die Grenzen, aber auch die M\u00f6glichkeiten der Globalisierung der Kunstszene. Jenseits der in den einzelnen Kunstwerken behandelten Themen zeugt sie von der wachsenden Dynamik des k\u00fcnstlerischen Schaffens auf dem afrikanischen Kontinent.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Mittels ihrer hier pr\u00e4sentierten Werke \u201cVie-sa\u201d, \u201dUE\u201d, \u201cNEWS NOW\u201d, \u201cGariibu\u201d und \u201cEurope Your Hope\u201d, erkunden Achillek\u00e0 Komguem, Soly Ciss\u00e9, Nu Barreto, Sa\u00efdou Dicko und Mara die Videokunst in all ihrer Diversit\u00e4t. Sie setzen sich kritisch aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Thema der k\u00fcnstlerischen Schaffensfreiheit und den Bedingungen der internationalen Zirkulation afrikanischer K\u00fcnstler\/innen und ihrer Werke auseinander.<br \/>\nDr. Youma Fall<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"normal\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n10\">\n<h4>Soly Ciss\u00e9 &#8211; &#8220;EU&#8221;<\/h4>\n<\/div>\n<div class=\"csc-textpic-text\">\n<p class=\"bodytext\">Soly Ciss\u00e9 ist 1969 in Dakar geboren wo er auch aufgewachsen ist, sp\u00e4ter Kunst an der l\u2019\u00c9cole des Arts de Dakar studiert hat und bis heute lebt und arbeitet. Der multimediale K\u00fcnstler z\u00e4hlt sich selbst zur Generation \u00ab Underground \u00bb und bevorzugt daher das Zeichnen als ein Mittel, seine Gef\u00fchle gegen\u00fcber einer stark vom Mystizismus gepr\u00e4gten Gesellschaft auszudr\u00fccken. Vielf\u00e4ltige Weiterbildungen haben ihm jedoch neue Techniken und Ausdrucksm\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnet, wie z.B. Karikatur, Illustration, Malerei, Bildhauerei und Dekoration, aber auch Videokunst und Design. Seit mehr als 10 Jahren vertritt der vielfach preisgekr\u00f6nte K\u00fcnstler sein Land weltweit auf Biennalen wie in S\u00e3o Paulo, Havanna oder Dakar. Seine Werke wurden in der Hayward Gallery gezeigt, im Centre Pompidou in Paris im Rahmen von Africa Remix. Er hatte Einzelausstellungen im Luiggi Pecci Museum in Prato, Italien, im Rautenstrauch-Joest Museum, K\u00f6ln, in der maerzgalerie Leipzig, im Museum Dapper und in der Galerie La Trace in Paris und in der Galerie Dany Keller M\u00fcnchen. 2001 wurde er mit dem Spezialpreis der Jury der Francophonie Spiele in Ottawa ausgezeichnet und mit dem Preis der Stadt Dakar auf der DAK\u2019ART 2006. 2008 waren seine Werke bereits Gegenstand einer Retrospektive. In diesem Zusammenhang erschien auch ein Bildband.\u00a0Bei RE\/VISIONEN pr\u00e4sentiert er das Video \u00ab EU \u00bb (7 min), indem er bildlich und anhand von engagierten Slogans die Problematik der Zirkulation von K\u00fcnstlern und ihrer Kunstwerke zwischen dem afrikanischen Kontinent und der EU behandelt. Um sein Video sowohl einem Amateur- also auch einem professionellen Publikum zug\u00e4nglich zu machen schildert er die Aktualit\u00e4t (freiwillig) gew\u00e4hlter Auswanderung auf treffend und ironische Weise. Das Video zeigt einen Sternenkreis der jeden Tag ein paar mehr Fremde in seinem Inneren aufnimmt, der jedoch\u00a0eines Tages beschlie\u00dft, diese nach seinen eigenen Bed\u00fcrfnissen streng auszusuchen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"normal\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n11\">\n<h4>Nu Barreto &#8211; &#8220;News Now&#8221;<\/h4>\n<\/div>\n<p class=\"bodytext\">Nu-Barreto ist in Guinea-Bissau geboren und aufgewachsen und hat an der Ecole de Photographie 4AEP und an der Ecole Nationale des M\u00e9tiers d&#8217;Image \u2013 Gobelins in Paris studiert. Maler, Fotograf und Videok\u00fcnstler hat Nu-Barreto an einer Vielzahl von internationalen Ausstellungen teilgenommen: im Nationalmuseum der Sch\u00f6nen K\u00fcnste in Rio de Janeiro, Brasilen, bei der Biennale in Dakar 2006, Afrique Europe \u2013r\u00eaves crois\u00e9s (Atelier des Tanneurs) 2006 in Br\u00fcssel, Belgien, auf der Trans-aide\/Draveil in Sandar\u00e9, Frankreich, im Kulturzentrum der Begegnungen in Neum\u03cbnster (CCRN) Luxemburg, auf der Lusovideografia \u2013 Oi Futuro in Rio de Janeiro, Brasilien, im \u201cMus\u00e9e de la cit\u00e9 des sciences de la Villette\u201c Quand l\u2019Afrique s\u2019\u00e9veillera\u201d in Paris, etc.\u00a0Er lebt und arbeitet in Torcy, Frankreich, wo er auch viel als Kinderbuch-Illustrator arbeitet. Beispielsweise illustrierte er \u201eDie Prinzessin, die Kaurimuscheln und der Baobab\u201c von Massamba Gueye, sowie den Bucheinband von \u201eCabaz die Amor\u201c von Carlos Vieira. Als Chronist seiner Zeit benutzt Nu-Barreto aktuelles Geschehen um die gegenw\u00e4rtige Gesellschaft zu analysieren und zu verstehen.\u00a0In seiner Videoarbeit \u00ab News Now \u00bb (14 min 25 sek) besch\u00e4ftigt er sich kritisch mit der Art der Verarbeitung von afrikanischen Kulturnachrichten durch die Presse, aber auch mit dem unkritischen Verhalten der \u00ab Konsumenten \u00bb dieser Nachrichten. Das Video beleuchtet den Fernsehsender WTO (World Television Obligatoire &#8211; Obligatorisches Weltfernsehen) der ganz legal den Inhalt sowie die Chronologie seiner Themen verzerrt und oft widerspr\u00fcchlich darstellt. \u00ab News Now \u00bb zeigt u.a. auch Themen bez\u00fcglich Obama, afrikanischer Pr\u00e4sidentschaften, etc.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"normal\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n12\">\n<h4>Sa\u00efdou Dicko: &#8220;Gariibu&#8221;<\/h4>\n<\/div>\n<p class=\"bodytext\">Der Autodidakt Sa\u00efdou Dicko, 1979 in D\u00e9ou, Burkina Faso geboren, war eine der Neuentdeckungen im Off-Programm der Dak\u2019Art 2006, wo er die Arbeit \u201eDer Schattendieb\u201c (Le voleur d\u2019ombre) vorstellte. Mit f\u00fcnf Jahren lernt der Hirtenjunge Dicko das Zeichnen, indem er die Schatten seiner Schafe im Sahelsand abbildet. Nach dem Besuch der Koranschule geht er nach Ouagadougou, um Franz\u00f6sisch zu lernen. Unerm\u00fcdlich malt und zeichnet er und stellt seine Werke in seiner Galerie (bei ihm zu Hause) aus. 2005 zieht er nach Dakar, wo er sich der digitalen Fotografie widmet. In seiner Arbeit \u201eDer Schattendieb\u201c fotografiert er die Silhouetten von hunderten von M\u00e4nnern, Frauen, Kindern und Tieren und arbeitet auf sehr subtile Weise ihre (K\u00f6rper)Haltungen und Verhaltensweisen heraus. Der \u00dcbergang von der Fotografie zum Video ist ein weiterer Schritt, den Dicko mit Leichtigkeit vollzieht. Seit seiner Auszeichnung mit dem Nachwuchs-Preis der Fondation Blach\u00e8re ist er auch international gefragt und nimmt an zahlreichen Ausstellungen in Europa und Afrika teil. 2007 wird er beim 7. Rencontres Africaines de la Photographie in Bamako von der Francophonie als \u201eBester Fotograf\u201c ausgezeichnet. Dicko lebt und arbeitet in Paris. In der Video-Installation \u00abGariibu\u00bb (\u00abBettler\u00bb auf Fulfulde) setzt er sich mit der prek\u00e4ren Welt der Talib\u00e9s, der Bettler, auseinander, die der Gunst der Marabouts (religi\u00f6se F\u00fchrer) und der Politiker ausgesetzt sind. Die Entwicklungsproblematik, so Dicko, hat auch interne Ursachen. Der K\u00fcnstler l\u00e4dt diese Kinder dazu ein, die Hoffnung zu bewahren und nicht in der Kriminalit\u00e4t zu versinken. Die Musik zum Video ist ein Lied des K\u00fcnstlers in Fulfulde.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"normal\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n13\">\n<h4>Achillek\u00e0 Konguem<\/h4>\n<\/div>\n<p class=\"bodytext\">Komguem Kamsu Achille wurde 1973 in Douala, Kamerun, geboren. Der Maler, Bildhauer und Videok\u00fcnstler mit dem K\u00fcnstlernamen Achillek\u00e0 Komguem lebt und arbeitet in Douala.Neben Abschl\u00fcssen in Bildender Kunst und Kunstgeschichte und einem Master in Bildender Kunst der Universit\u00e4t von Jaunde I verf\u00fcgt der K\u00fcnstler auch \u00fcber eine Ausbildung des Institut de Formation Artistique (IFA) in Mbalmayo (Kamerun). Er lebt und arbeitet in Douala und Jaunde und hat an zahlreichen internationalen Ausstellungen in Afrika und Europa teilgenommen.\u00a0Zwischen 1999 und 2003 sitzt er dem \u201eClub des Arts Plastiques\u201c der Universit\u00e4t Jaunde I vor und nimmt aktiv an einer Vielzahl von Projekten zur Kunstentwicklung in Afrika teil, v.a. an dem Projekt \u201eExit Tour\u201c, einem Ausstellungs- und Austauschprojekt zwischen sieben afrikanischen L\u00e4ndern im Rahmen des Off-Programms der Dak\u2019art 2006. Weiter zu nennen sind die Biennale der Fotografie in Bamako 2007, die Dak\u2019art 2008, Spot on &#8230; DAK&#8217;ART 2008 in der IFA-Galerie in Berlin, For Your Eyes Only im D\u00e4nischen Kunstrat Kopenhagen, D\u00e4nemark, World One minute exhibition im Today Art Museum in Peking, China, PANAF 2. Panafrikanisches Festival in Algier, Algerien und Here and now auf der Joburg Kunstmesse in S\u00fcdafrika.\u00a0Achillek\u00e0 Konguem ist ein Meister der digitalen Kunst. In seinen Filmen beschreibt er die Pr\u00e4karit\u00e4t und die Unsicherheiten des Lebens in Afrika, wo viele Menschen jeden Tag gezwungen sind zu improvisieren, um zu \u00fcberleben. Auf der Grundlage tiefgehender thematischer und konzeptioneller Recherchen wird Achillek\u00e0s Werk zu einem poetischen Pl\u00e4doyer gegen Gewalt, Diskriminierung und Machtmissbrauch. 2004 erh\u00e4lt er den \u201eAward in Visual Arts\u201c von der UNESCO. In der Videoarbeit \u201eVie-sa\u201c (3 min) erforscht er mittels einer Semiotik der H\u00e4nde das chaotische Universum der Visum-Beantragenden. Dies konstrueirt er aus einer Performance zweier Personen unterschiedlicher Hautfarbe: SCHWARZ \u2013 WEI\u00df. Das Video zeigt lediglich sich auf einem Tisch bewegende H\u00e4nde, wie um die Abfolge von zwischenmenschlichem Austausch, Toleranz und Freiheit zu charakterisieren. Das Video stellt die Begriffe von Grenzen und ideologischer oder physischer Barrieren in Frage, die immer agressiver in der Welt auftauchen.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"normal\">\n<div class=\"csc-header csc-header-n14\">\n<h4>Mara &#8211; &#8220;Europe Your Hope&#8221;<\/h4>\n<\/div>\n<p class=\"bodytext\">Serigne Mor Niang (genannt Mara) ist 1972 in Thi\u00e8s im Senegal geboren. Nach dem Abschluss seines Studiums an der Ecole Nationale des Arts in Dakar 2002 hat er verschiedene Weiterbildungen, z.B. im Bereich Mode- und Graphikdesign absolviert. Es folgen eine Ausbildung an der Universit\u00e4t f\u00fcr Kunst und Industriedesign in Linz und ein\u00a0Master in Digital Fine Art der Akademie der Sch\u00f6nen K\u00fcnste in Wien. Zurzeit lebt und arbeitet Mara in Wien, wo er an der Kunstakademie weiterstudiert. Als K\u00fcnstler nutzt er unterschiedlichste Techniken wie Zeichnung, Fotografie, Bildhauerei und Videokunst, um seine ganz eigene k\u00fcnstlerische Sprache zu kreieren, die insbesondere von Reisen und Begegnungen inspiriert ist. Den vielbegabten und international renommierten K\u00fcnstler kennzeichnet v.a. sein uners\u00e4ttlicher Wissensdurst. In der Mode wie in der Videokunst zeigt sich Mara als sozial engagierter K\u00fcnstler, dem die allt\u00e4gliche Realit\u00e4t die wichtigste Inspirationsquelle ist. Seine Video- und Designwerke sind auf der Biennale Dak\u2019art 2006, beim Atelier des Tanneurs in Br\u00fcssel, Belgien, in der Kunsthalle Exnergasse WUK in Wien, in Den Hvide K\u00f8dby, \u201eder wei\u00dfen Fleischstadt\u201c in Kopenhagen, D\u00e4nemark ausgestellt worden. In dem Video &#8220;Votre Europe Espoir&#8221; (Europe Your Hope) befasst er sich mit der afrikanischen Migration nach Europa, mit dem Leidensweg jener Immigranten, die desillusioniert nach und nach die Hoffnung, die zu Beginn der Reise stand, verlieren.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der interdisziplin\u00e4ren Veranstaltungsreihe RE\/VISIONEN: Zeitgen\u00f6ssische Kunstperspektiven aus Afrika pr\u00e4sentiert AfricAvenir International e.V. in diesem Jahr vielf\u00e4ltige Werke von K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern aus verschiedenen L\u00e4ndern Afrikas im Kontext aktueller gesellschaftspolitischer Themen. 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