{"id":5403,"date":"2025-04-06T19:49:36","date_gmt":"2025-04-06T17:49:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.africavenir.org\/?p=5403"},"modified":"2025-04-06T20:31:20","modified_gmt":"2025-04-06T18:31:20","slug":"paper-ein-blickwinkel-aus-afrika-von-prince-kuma-ndumbe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.africavenir.org\/en\/paper-ein-blickwinkel-aus-afrika-von-prince-kuma-ndumbe\/","title":{"rendered":"Paper von Prince Kum&#8217;a Ndumbe zur Podiumsdiskussion &#8220;Gemeinsam erinnern&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Am 9. April, 19h findet anl\u00e4sslich des <strong>internationalen Tags der Provenienzforschung\u00a0<\/strong>im Museum F\u00fcnf Kontinente in M\u00fcnchen eine spannende Podiumsdiskussion statt:<\/p>\n<h3><strong><a href=\"https:\/\/www.museum-fuenf-kontinente.de\/veranstaltungen\/programm\/gemeinsam-erinnern-gewaltkontexte-erinnerungskultur-podiumsdiskussion.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gemeinsam erinnern. Historische Gewaltkontexte und die Zukunft von Erinnerungskultur in Europa und Afrika<\/a>\u00a0<\/strong><\/h3>\n<p><strong>Prof. Dr. Dr. Prince Alexandre Kum\u2019a Ndumbe III. <\/strong>nimmt gemeinsam mit Prof. Dr. Jo\u00ebl Glasman, Nicki K. Weber (Moderation) und\u00a0Prof. Dr. Mirjam Zadoff teil. Zu diesem Thema, das f\u00fcr ihn von besonderer Wichtigkeit ist, hat er anl\u00e4sslich der Veranstaltung das folgende Paper verfasst.<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.africavenir.org\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Paper-zur-Podiumsdiskussion_Gemeinsam-erinnern_09-04-2025.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Download des Papers: HIER<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Ein Blickwinkel aus Afrika<\/strong><\/h3>\n<p>Prof. Dr. Dr. Prince Kum\u2019a Ndumbe III.<\/p>\n<p>Fondation AfricAvenir International,<\/p>\n<p>Institut Universitaire de la Renaissance Africaine (IURA), Douala<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.africavenir-international.org\">www.africavenir-international.org<\/a><\/p>\n<p>Ich erinnere mich noch. Ich war von Douala in Kamerun mit dem Schiff abgereist. Dann Juli 1961. Ich wurde vom M\u00fcnchner Hauptbahnhof abgeholt. Von Fritz und Lydia Eberle. Seitdem meine deutschen Eltern. Sie brachten mich in das Maria-Theresia mathematisch-naturwissenschaftliche Gymnasium. Am Regerplatz. Bayerisches Abitur 1967. Ich zog nach Lyon \u2013 Frankreich, zum Studium. 1975 Promotion in Geschichte, Promotion in Germanistik. Lehrt\u00e4tigkeit an der Universit\u00e4t von Lyon. Dann Lehrt\u00e4tigkeit an der Universit\u00e4t von Yaound\u00e9 in Kamerun. Doch weiterhin in Deutschland. Habilitation in Politikwissenschaft, 1989. Lehre am Otto-Suhr-Institut f\u00fcr Politikwissenschaft.<\/p>\n<p>Ich erinnere mich noch. Ich dachte, ich geh\u00f6re dazu. Auch ich. Eine Fehleinsch\u00e4tzung?<\/p>\n<p>Dann entdeckte ich die mit Gewalt geraubte K\u00f6nigsinsignie meines Gro\u00dfvaters im V\u00f6lkerkunde Museum, M\u00fcnchen, nicht so weit entfernt von meinem Maria-Theresia-Gymnasium. Bringen wir den \u201eTangu\u00e9\u201c des Lock Priso Bell, genannt Kum\u2019a Mbape in einem gemeinsamen Vers\u00f6hnungsakt nach Douala zur\u00fcck. Bat ich. Es war 1998.<\/p>\n<p>\u201e<em>Eine Anma\u00dfung. Wer bist du denn?<\/em>\u201c Und das dauert schon 27 Jahre. Ich warte immer noch auf eine Antwort.<\/p>\n<p>Ich erinnere mich noch. Ich dachte, ich geh\u00f6re dazu. Auch ich. Eine Fehleinsch\u00e4tzung?<\/p>\n<p>\u201eAnl\u00e4sslich einer internationalen Tagung in Karlsruhe \u00fcber \u201etechnisch-industrialisierte Welt in der Vielfalt der Kulturen\u201c im November 1988 erkl\u00e4rte ich einem deutschen Kollegen, es w\u00e4re notwendig, das St\u00fcck gemeinsamer Geschichte zwischen Afrikanern und Deutschen seit 1884 wissenschaftlich zu verarbeiten, um gegenseitige Verst\u00e4ndigung aufzubauen. Mein Kollege st\u00f6hnte: \u201e<em>Wir m\u00fcssen die Vergangenheit mit den Juden verarbeiten. Jetzt kommen auch noch die Afrikaner. Nein, das ist zu viel!\u201c<\/em><a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>Ich schrieb dann:<\/p>\n<p>\u201eDie Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus im Allgemeinen sowie mit dem deutschen Kolonialismus des Kaiserreiches und der nationalsozialistischen Kolonialideologie im Besonderen bleibt bis heute (1992) noch begrenzt auf Historikerkreise der Bundesrepublik \u2013 wenn \u00fcberhaupt \u2013 und dringt schwer in die \u00d6ffentlichkeit. <em>Im Unterbewusstsein der meisten Bundesb\u00fcrger haben die Deutschen mit einer kolonialen Abrechnung nichts zu tun, und von kolonialer Bew\u00e4ltigung darf nicht die Rede sein. Man k\u00f6nnte meinen, Rassenideologie und Rassenpraxis w\u00e4ren nur ein Kapitel nationalsozialistischer Geschichte, haupts\u00e4chlich gegen Juden gerichtet.\u201c<\/em><a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p><strong>1 Historische Gewaltkontexte<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDie Zwangs rekrutierten Schwarzen wurden zun\u00e4chst in den Mittleren Kongo gebracht, und zwar in Konvois, die sich auf Lastk\u00e4hnen vom Ubangi und den Nebenfl\u00fcssen des Kongo bis nach Brazzaville dr\u00e4ngten; dann zu Fu\u00df 600 Kilometer bis Pointe-Noire durch das zerkl\u00fcftete Mayombe-Gebiet. Es war keine Verpflegung vorgesehen.\u00a0<em>Von den 8000 M\u00e4nnern, die von den ersten Konvois rekrutiert wurden, erreichten 1700 ihr Ziel.<\/em> Mehr als bei fr\u00fcheren Requirierungen verbreitete sich der Terror in den verlassenen D\u00f6rfern, sobald die Rekrutierungskommandos eintrafen&#8221;<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Das war bei den Franzosen.<\/p>\n<p>Und wie war es in der deutschen Kolonie Kamerun?<\/p>\n<p>\u201e<strong><em>Neun wurden erh\u00e4ngt, gleichzeitig\u2026 so ist das hier! Gesagt, getan!\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> <\/em><\/strong>erz\u00e4hlt der Kameruner Zeitzeuge Omog Thomas Franz. Wer nicht zum t\u00f6dlichem Eisenbahnbau wollte, wurde vor den Augen aller umgehend erh\u00e4ngt. Es gab bislang nur deutsche B\u00fccher und koloniales Archivmaterial zur deutschen Kolonialzeit in Kamerun. Auch die wissenschaftliche Erforschung konnte nur eurozentrisch bleiben. Wo haben die Kolonialisierten \u00fcberhaupt sagen k\u00f6nnen, wie es war?<\/p>\n<p>Ein Forscherteam der Universit\u00e4t Yaound\u00e9 hat jedoch 176 betagte Zeitzeugen und Zeitzeuginnen der deutschen Kolonialzeit in Kamerun von 1981-1986 interviewt, und ihre Erlebnisse liegen jetzt teilweise in einer 18- b\u00e4ndigen Ausgabe vor.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Wir suchen dringend Partner, um die restlichen 20 B\u00e4nde zu transkribieren, zu \u00fcbersetzen und herauszugeben.<\/p>\n<p>Und der Genozid durch deutsche Truppen in Ostafrika und S\u00fcdwestafrika?<\/p>\n<p>\u201e<em>Aufr\u00e4umen, aufh\u00e4ngen, niederknallen bis auf den letzten Mann, kein Pardon<\/em>, \u2026 so oder so \u00e4hnlich war es auf deutscher Seite vielfach zu h\u00f6ren. Wenn es sich dabei auch noch um unkoordinierte Einzelaktionen und nicht um eine systematische Strategie handelte, so verwies die Rhetorik jedoch schon auf den sich anbahnenden V\u00f6lkermord.&#8221;<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>\u201eEinen H\u00f6hepunkt erreichte der antikoloniale Widerstand nach der Jahrhundertwende, als mit dem Krieg gegen die Herero und Nama in Deutsch-S\u00fcdwestafrika (1904\u20131908) und dem Maji-Maji-Krieg in Deutsch-Ostafrika (1905\u20131907) die beiden langwierigsten und verlustreichsten Auseinandersetzungen stattfanden. Mit bis zu 300.000 Opfern in Deutsch-Ostafrika und bis zu 100.000 Toten in S\u00fcdwestafrika zeugen sie von einer Brutalit\u00e4t und R\u00fccksichtslosigkeit der deutschen Kriegsf\u00fchrung, die menschenverachtend und wohl noch unzureichend umschrieben ist.\u00a0Der Konflikt in S\u00fcdwestafrika ging zudem als erster Genozid des 20. Jahrhunderts in die Geschichte ein.\u201c<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>Im Mai 2021 k\u00fcndigte die deutsche Bundesregierung an, die Niederschlagung des Aufstandes der Herero und Nama offiziell als V\u00f6lkermord anzuerkennen und bei den Volksgruppen um Vergebung bitten zu wollen.<\/p>\n<p>Allerdings wurde pr\u00e4zisiert: \u201eV\u00f6lkermord aus heutiger Sicht\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a>, d.h. damals, als die deutschen Truppen den \u201eHottentotten-Krieg\u201c f\u00fchrten und Herero und Nama auszul\u00f6schen gedachten, in die W\u00fcste f\u00fcr einen sicheren Tod dr\u00e4ngten, h\u00e4tten sie f\u00fcr damalige Verst\u00e4ndnisse keinen V\u00f6lkermord begangen. Man fragt sich, ob die Abgeordneten alle die 6-b\u00e4ndige Ausgabe der Berichte des Gro\u00dfen Generalstabes von 1906-1907 gelesen haben.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Bundespr\u00e4sident Frank-Walter <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/frank-walter-steinmeier\">Steinmeier<\/a>\u00a0verwies bei seiner Rede in Namibias Hauptstadt Windhuk auf den &#8220;<em>Abgrund aus Gr\u00e4ueltaten, die von Deutschen w\u00e4hrend der Kolonialherrschaft ver\u00fcbt wurden, und die in dem V\u00f6lkermord an den Gemeinschaften der Ovaherero und Nama vor 120 Jahren m\u00fcndeten.<\/em>&#8220;<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p>Vernichtungsberichte aus anderen Kolonien wurden wissenschaftlich belegt, sei es bei franz\u00f6sischen, belgischen, portugiesischen oder englischen Kolonien.<\/p>\n<p>Aus einem Prozess in Frankreich zum Beispiel konnte man lesen:<\/p>\n<p>\u201eGaud wurde mehrfacher Morde und Hinrichtungen beschuldigt, er hatte Gefangene verhungern lassen,\u00a0<strong>eine Frau im Ofen lebendig verbrannt<\/strong>\u00a0&#8230;<\/p>\n<p>\u201e Das wird die Eingeborenen tief beeindrucken. Wenn sie sich danach nicht ruhig verhalten!&#8221; rief Gaud aus! \u00bb,<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p>Wie man sieht, Krematorien wurden schon in der Kolonialzeit vorge\u00fcbt. Die Bev\u00f6lkerung aus drei franz\u00f6sischen Kolonien, aus Oubangui-Chari, Mittel-Congo und Gabun, ging von 1911-1921 um 63% zur\u00fcck, in nur 10 Jahren also.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Die Kolonialordnung musste \u00fcberall und mit aller Gewalt in der Kolonie herrschen k\u00f6nnen.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a><\/p>\n<p><strong>2 Naziideologie, Kolonialpolitik und Rassentrennung<\/strong><\/p>\n<p>\u201e<em>Es gibt n\u00e4mlich nicht den Menschen schlechthin, sondern es gibt nur Menschen bestimmter Rassen und bestimmter Rassenmischung<\/em>\u201c, schrieb Walter Gro\u00df, Direktor des Rassenpolitischen Amtes im Jahr 1936.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Und da unterscheidet man zwischen minderwertigen V\u00f6lkern, wie \u201eafrikanischen Halbaffen\u201c, und wei\u00dfen Herrenv\u00f6lkern, die ein Lebensrecht h\u00e4tten, \u00fcber andere V\u00f6lker zu herrschen.<\/p>\n<p>\u201eDie Weltanschauung des Nationalsozialismus, die dieses Lebensrecht bejaht, fu\u00dft nicht auf feststehenden, \u201efixierten\u201c, einmal ausgekl\u00fcgelten Vorstellungen, sondern auf dem, was im Leben organisch gewachsen und geworden ist. Es ist selbstverst\u00e4ndlich, dass der Europ\u00e4er kraft seiner gewaltigen geistigen, technischen und pers\u00f6nlichen Leistungen anderen Rassen gegen\u00fcber aus dieser seiner \u00dcberlegenheit heraus das naturgegebene Lebensrecht besitzt, mit diesen geistigen Gaben eben das zu tun, was er mit ihnen zu leisten vermag. Das ist einfach ein Lebensgesetz\u2026 Herrenv\u00f6lker haben Kraft ihrer Erbanlagen das Urrecht, Herrenv\u00f6lker zu sein.\u201c<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a><\/p>\n<p>Also \u201everlangt und erwartet der Neger keine Gleichberechtigung, wohl aber, dass die \u00fcberlegene wei\u00dfe Rasse in allen ihren Vertretern f\u00e4hig und w\u00fcrdig ist, die f\u00fchrende Rolle \u00fcber ihn zu \u00fcbernehmen,\u201c<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> schreibt ein gewisser Pfeiffer, der es wohl wissen musste.<\/p>\n<p>Der von Bismarck ernannte Reichskommissar f\u00fcr Deutsch-Ostafrika Carl Peters, schon damals in Deutschland wegen seiner brutalsten Methoden genannte \u201eH\u00e4nge-Peters\u201c zeichnete auf: \u201eDer Neger ist von Natur aus ein sprachloser Sklave. Er braucht den \u201eMeister\u201c wie der Fisch das Wasser\u2026 Ich pers\u00f6nlich\u2026 betrachte ihn wie jemanden, der sich in einem Zustand altersbedingter Degenerierung befindet\u2026 Die Bantus h\u00e4tten anerkannterma\u00dfen ein Bed\u00fcrfnis daran, die Sorge f\u00fcr sich fremden Rassen mit weiteren Horizonten zu \u00fcberlassen.\u201c<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a><\/p>\n<p>Deshalb musste es zur deutschen Kolonialzeit in Kamerun schon 1912 eine \u201eRassentrennung\u201c auch innerhalb einer Stadt geben. Regierungsarzt Hans Ziemann \u00fcbergab der deutschen Regierung ein Experten-Gutachten, das die dringende Notwendigkeit einer 1 km langen freien Zone zwischen Europ\u00e4ern und Einheimischen in der Stadt Duala, in Kamerun rechtfertigte. So entstand eine neue Bellstadt f\u00fcr Schwarze, Neu-Bell genannt, die bis heute als New Bell sich weiterentwickelt.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Die Europ\u00e4er sollten allein am Ufer des Kamerun Flusses, in \u201eBelltown\u201c wohnen d\u00fcrfen. Dies f\u00fchrte damals zu einem allgemeinen Widerstand mit Rudolf Duala Manga Bell an der Spitze, der dazu f\u00fchrte, dass der 1914 begonnene Weltkrieg schon 1916 in Kamerun beendet war, und die Deutschen mussten besiegt das Land verlassen.<\/p>\n<p>In den Kolonialpl\u00e4nen des Dritten Reiches wurden die N\u00fcrnberger Gesetze zur Erhaltung der deutschen \u201eRasse\u201c auf die Kolonien \u00fcbertragen, wie das entworfene \u201eKolonialblutschutzgesetz\u201c es vorsah:<\/p>\n<p>\u201eIn den deutschen Kolonien gelten das Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre vom 15. September 1935 (Reichsgesetzbl. I S. 1146) und die Ausf\u00fchrungsverordnung hierzu vom 14. November 1935 (Reichsgesetzbl. I S. 1334).<\/p>\n<ul>\n<li>6 Angeh\u00f6rige der in \u00a72 Nr. 1 bis 4 genannten Bev\u00f6lkerungsteile (Schwarze, Mischlinge), die in den deutschen Kolonien mit einer wei\u00dfen Frau geschlechtlich verkehren, werden mit dem Tode bestraft. Sind mildernde Umst\u00e4nde vorhanden, so kann auf Zuchthaus oder auf Gef\u00e4ngnis mit Zwangsarbeit erkannt werden.\u201c<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Ideologie des Herrenmenschen, des F\u00fchrungsrechts der Wei\u00dfen \u00fcber andere V\u00f6lker, die Politik der \u201eRassentrennung\u201c begann schon in den Kolonien nach 1884, wurde nach der Weimarer Republik im Dritten Reich sorgf\u00e4ltig weiterentwickelt, und fand sogar einen Niederschlag in S\u00fcdafrika in der Form der Apartheidpolitik.<\/p>\n<p>Eine wesentliche Frage muss beantwortet werden: \u00a0Waren die Akteure der nationalsozialistischen Kolonialpolitik auch ehemalige Haupttr\u00e4ger der deutschen Kolonialpolitik in der Kaiserzeit oder waren manche auch f\u00fcr die polnischen Gebiete im Zuge des \u201eDrang nach Osten\u201c zust\u00e4ndig?<\/p>\n<p><strong>3 Deutsche Faschisten und ihre koloniale Vergangenheit oder T\u00e4tigkeit<\/strong><\/p>\n<p>Drei ausgew\u00e4hlte Pers\u00f6nlichkeiten sollen den personellen Zusammenhang zwischen Kolonialismus und Faschismus darlegen: Dr. G\u00fcnther Hecht, Carl Peters und Franz Ritter von Epp.<\/p>\n<p><strong><em>Dr. G\u00fcnther Hecht<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Der Zoologe Dr. G\u00fcnther Hecht<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> wurde im April 1937 zum\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rassenpolitisches_Amt_der_NSDAP\">Rassenpolitischen Amt der NSDAP<\/a>\u00a0(RPA) berufen. Er leitete als wissenschaftlicher Referent die Abteilung f\u00fcr Volksdeutsche und Minderheiten, galt als Experte f\u00fcr <em>kolonialpolitische Fragen <\/em>und publizierte Beitr\u00e4ge zu Problemen der \u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nationalsozialistische_Rassenhygiene\">Rassenhygiene<\/a>\u201c. Er ver\u00f6ffentlichte zum Beispiel 1937 \u201eDie Bedeutung des Rassengedankens in der Kolonialpolitik\u201c<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a>, oder \u201eDeutsche Rassenpolitik im kolonialen Raum\u201c<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a> im Jahre 1940. Hecht erarbeitete gemeinsam mit dem Juristen\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erhard_Wetzel\">Erhard Wetzel<\/a>\u00a0die geheime Denkschrift\u00a0<em>\u201eDie Frage der Behandlung der Bev\u00f6lkerung der ehemaligen polnischen Gebiete nach rassenpolitischen Gesichtspunkten.\u201c<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\"><strong>[23]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p><strong><em>Carl Peters<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Peters war bald wegen seines Sadismus ber\u00fcchtigt. Augenzeugen berichteten, wie er junge schwarze M\u00e4dchen auspeitschen lie\u00df, bis das Blut durch den Lendenschurz floss. Die Afrikaner galten ihm als \u201eViecher\u201c, die \u201enur zur Roharbeit\u201c geschaffen w\u00e4ren. Immer wieder lie\u00df er Arbeiter verpr\u00fcgeln, 100 bis 150 Hiebe seien an der Tagesordnung\u2026 Mehr noch: Neben etlichen anderen lie\u00df Peters die junge afrikanische Frau Jagodia, mit der er ein sexuelles Verh\u00e4ltnis unterhielt, und seinen einheimischen Diener Mabruk aufh\u00e4ngen.\u201c<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a><\/p>\n<p>1892 wurde Peters aus Deutsch-Ostafrika abberufen. 1896 schlie\u00dflich griff der Politiker\u00a0<a href=\"https:\/\/www.planet-wissen.de\/geschichte\/persoenlichkeiten\/friedrich_ebert\/august-bebel-und-sozialistengesetz-100.html\">August Bebel<\/a>\u00a0von der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.planet-wissen.de\/geschichte\/deutsche_geschichte\/parteien\/parteien-steckbriefe-spd-100.html\">SPD<\/a>\u00a0die Vorg\u00e4nge in einer ber\u00fchmt gewordenen Rede vor dem Reichstag wieder auf. Peters wurde ein Jahr sp\u00e4ter unehrenhaft aus dem Reichsdienst entlassen und starb 1918. <a href=\"https:\/\/www.planet-wissen.de\/geschichte\/diktatoren\/adolf_hitlers_lebensweg\/index.html\">Adolf Hitler<\/a>\u00a0hob dieses Urteil allerdings 1937 wieder auf. Denn w\u00e4hrend des\u00a0<a href=\"https:\/\/www.planet-wissen.de\/geschichte\/nationalsozialismus\/index.html\">Nationalsozialismus<\/a>\u00a0wurde Peters als Prototyp des deutschen\u00a0<a href=\"https:\/\/www.planet-wissen.de\/geschichte\/nationalsozialismus\/nationalsozialistische_rassenlehre\/index.html\">&#8220;Herrenmenschen&#8221;<\/a>\u00a0gefeiert \u2013 unter anderem in einem Kinofilm mit Hans Albers. Erst durch die Alliierten wurde dieser Film verboten.<\/p>\n<p><strong><em>General Franz Ritter von Epp<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Von Epp war 1900\/01 Mitglied des &#8211; anl\u00e4sslich des\u00a0<a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/kaiserreich\/aussenpolitik\/boxeraufstand\">Boxeraufstands<\/a>\u00a0nach China entsandten -ostasiatischen Expeditionskorps. Nach dieser Erfahrung nahm er 1904-1906 als Kompaniechef an den K\u00e4mpfen gegen die Herero und Nama in Deutsch-S\u00fcdwestafrika teil. Das bedeutet, dass er am ersten Genozid des zwanzigsten Jahrhunderts teilgenommen hat. Im\u00a0<a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/erster-weltkrieg\">Ersten Weltkrieg<\/a>\u00a0wurde er Kommandeur des bayerischen Infanterie-Leibregiments in Frankreich, S\u00fcdtirol, Serbien und Rum\u00e4nien. F\u00fcr seine milit\u00e4rischen Verdienste wurde Epp mit dem Bayerischen Milit\u00e4r-Max-Joseph-Orden ausgezeichnet und in den Ritterstand erhoben. Nach dem Krieg gelang ihm 1920, dank des Reichswehrhauptmanns\u00a0<a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/biografie\/ernst-roehm\">Ernst R\u00f6hm<\/a>\u00a0eine enge F\u00fchlung mit rechtsradikalen Wehrverb\u00e4nden in Bayern. Nach der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/ns-regime\/innenpolitik\/etablierung\">Macht\u00fcbernahme<\/a>\u00a0der Nationalsozialisten 1933 erh\u00e4lt Epp das Amt des bayerischen <em>Reichskommissars<\/em>, der die Befugnisse der obersten Landesbeh\u00f6rde wahrnimmt, und wird im Zuge der \u201eGleichschaltung\u201c <em>Reichsstatthalter<\/em> in Bayern. Ein Jahr sp\u00e4ter, im Mai 1934 tritt Epp als Reichsleiter an die Spitze des neu gegr\u00fcndeten, <em>Kolonialpolitischen Amtes der NSDAP<\/em>, w\u00e4hrend Walter Gro\u00df<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> und G\u00fcnther Hecht u.a. das <em>Rassenpolitische Amt der NSDAP<\/em> \u00fcbernahmen. Epp stirbt in M\u00fcnchen als Internierter im Januar 1947<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a><em>.<\/em><\/p>\n<p><strong>4 Die Zukunft von Erinnerungskultur in Europa und Afrika<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Das ausgel\u00f6schte Ged\u00e4chtnis wieder wachrufen<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Wie kann man mit einem ausgel\u00f6schten Ged\u00e4chtnis sich an etwas, an eine Zeit, an Geschehnisse erinnern? Der Kolonialismus, gefolgt vom Neo-Kolonialismus haben gr\u00fcndlich an der Ausl\u00f6schung des Ged\u00e4chtnisses afrikanischer V\u00f6lker gearbeitet<\/em>. Vor der Ankunft des wei\u00dfen Kolonialherren soll es bei den Afrikanern nichts gegeben haben. <em>\u201eHat sich etwas bei Euch ger\u00fchrt, bevor wir kamen?\u201c<\/em> fragte mich unschuldig eine Studentin der Universit\u00e4t M\u00fcnchen in den siebziger Jahren. Erst mit dem Kolonialismus fing alles an, sogar der Glaube an Gott, durch die Einf\u00fchrung des Christentums, wurde den Kolonialisierten eingeh\u00e4mmert. Dies wird auch nach den sogenannten Unabh\u00e4ngigkeiten in vielen L\u00e4ndern Afrikas so weitergef\u00fchrt, durch Politik, Wirtschaft, Schule, Universit\u00e4t, Kirche und viele andere Institutionen. <em>In welchem Fach wird ererbtes afrikanisches Wissen <u>vor<\/u> der Kolonialzeit gelehrt?<\/em> Ist es denn anders in Deutschland, in Europa? Die kritischen B\u00fccher des senegalesischen Gelehrten Cheikh Anta Diop warten seit 1954<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a> auf eine deutsche \u00dcbersetzung, in Kamerun sind sie nicht einmal auf dem Schulprogramm. Die glorreiche Kolonialzeit, die den Afrikaner in die Zivilisation und Moderne eingef\u00fchrt h\u00e4tte, gilt als Konsens, hier und dort. Und wie soll man da die Zeit des Kolonialismus uminterpretieren, sie kritisch unter die Lupe nehmen und sogar brandmarken? Aber die Zeiten \u00e4ndern sich, und Stimmen werden immer lauter, bei Politikern, Forschern, Aktivisten. Und brutale Gewalt, dauerhafte Ausbeutung, Entmenschlichung des Kolonialisierten, zynischer und sadistischer Rassismus werden zum Thema. Eine Politik der Aufdeckung der Gr\u00e4ueltaten bahnt sich langsam den Weg, eine Erinnerungskultur wird von Aktivisten in manchen Ecken Afrikas und Europas mutig durchgesetzt. Sie bekommen allerdings den Gegenwind immer wieder zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Antikoloniale Meister und Aktivisten j\u00fcdischer Abstammung<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Manche sind immer noch der Ansicht, man k\u00f6nne die fabrikm\u00e4\u00dfige Ermordung von Millionen Juden nicht einmal mit dem Genozid der Herero und Nama vergleichen, oder mit den Gr\u00e4ueltaten des hundert bis zweihundertj\u00e4hrigen Kolonialismus. Und die vier Jahrhunderte lange transatlantische grausame Verschleppung der Afrikaner in die Sklaverei? Systematischer Massenmord, Entmenschlichung, sadistische Verachtung, Eroberung, Genozid, tiefliegender Rassismus, weltweit. Wollen wir weiterhin zuschauen und nicht aufstehen?<\/p>\n<p>Lassen Sie mich hier einige Beispiele von antikolonialen Meistern und Aktivisten j\u00fcdischer Abstammung oder j\u00fcdischer N\u00e4he auch in die Debatte bringen.<\/p>\n<p><strong><em>Dr. Moses Levi (oder Levy) und Herta Grove<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Der in Altona geborene und lebende Notar und Strafverteidiger Moses Levi (oder Levy) \u00fcbernahm 1905 die Verteidigung von Prinz Mpondo Akwa, der wegen Betrug und Titelanma\u00dfung angeklagt wurde. Gouverneur von Puttkamer, bekannt durch seine brutalen Methoden in Kamerun, wollte verhindern, dass Prinz Mpondo Akwa Lobbying f\u00fcr die Beschwerden der Akwa in Douala bei Reichstag und Presse betrieb. Am 27.\u00a0Juni 1905 erreichte Levi vor der Strafkammer des\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amtsgericht_Hamburg-Altona\">Landgerichtes Altona<\/a>\u00a0jedoch einen Freispruch f\u00fcr Mpondo Akwa. Es war also in der deutschen Kolonialzeit, dass ein Strafverteidiger j\u00fcdischer Abstammung einen von der rassistischen Kolonialpolitik verfolgten Afrikaner freistellte. Nach der Macht\u00fcbernahme der\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nationalsozialismus\">Nationalsozialisten<\/a>\u00a01933 erhielt Levi aufgrund seiner j\u00fcdischen Herkunft Berufsverbot. Er starb 1938 an einem Krebsleiden. Seine Ehegattin Betty Levi wurde am 11. Juli 1942 nach Auschwitz\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deportation#Deportationen_w%C3%A4hrend_des_Nationalsozialismus\">deportiert<\/a>\u00a0und dort vermutlich wenig sp\u00e4ter ermordet. Und die Kinder?<\/p>\n<p>Seine Tochter Herta Grove kam aus Philadelphia vom 13.-15. Juli 1989 nach Berlin, um mich zu besuchen. Sie sagte, dass Sie durch einen Zeitungsartikel vom \u201eTagesspiegel\u201c auf mich aufmerksam geworden war. Dann erz\u00e4hlte sie, wie sie als j\u00fcdisches Kind dank eines Austausches von Milit\u00e4rwagen f\u00fcr Hitler-Deutschland gegen j\u00fcdische Kinder an England dem Holocaust entkam. Ohne selbst zu wissen warum, nahm sie die Brosch\u00fcre der Verteidigungsrede ihres Vaters zugunsten Mpondo Akwa immer mit, auch jedes Mal, wenn es hie\u00df, die Kinder m\u00f6gen so wenig Gep\u00e4ck wie nur m\u00f6glich mit sich nehmen. Erleichtert und bewegt sagte sie, endlich k\u00f6nne sie diese Verteidigungsrede mit allen ihren eigenen Forschungen diesbez\u00fcglich an einen Prinzen aus Kamerun \u00fcbergeben.<\/p>\n<p>Nach Abschluss meiner Habilitation am Otto-Suhr-Institut f\u00fcr Politikwissenschaft einige Tage sp\u00e4ter, am 19. Juli, \u00fcbersiedelte ich im September nach Kamerun, von wo aus ich den Fall der Mauer vom <a href=\"https:\/\/www.googleadservices.com\/pagead\/aclk?sa=L&amp;ai=DChcSEwj--O2Ig7CMAxW_roMHHaGNCgIYABAAGgJlZg&amp;co=1&amp;ase=2&amp;gclid=EAIaIQobChMI_vjtiIOwjAMVv66DBx2hjQoCEAAYASAAEgJ7bvD_BwE&amp;ohost&amp;cid=CAASAuRo&amp;sig=AOD64_2ZLkz4rTqiSPoD4VxaXYECk9uZEA&amp;q&amp;nis=4&amp;adurl=https:\/\/www.persen.de\/catalog\/product\/view\/_ignore_category\/1\/id\/81593\/s\/21197da8-der-9-november-1989-der-fall-der-berliner-mauer\/?gad_source%3D5&amp;nb=0&amp;rurl=https%3A%2F%2Fwww.startpage.com%2F&amp;nm=27\">9. November 1989<\/a> am Fernsehen verfolgen konnte. Andere Welten, andere Sorgen. Deshalb bin ich Professor Leonhard Harding \u00e4u\u00dferst dankbar, dass er dieses Material schon im Jahre 2000 in Deutschland ver\u00f6ffentlichen konnte.<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a> Es bleibt in meiner Pflicht, dieses Erbe von Herta Grove zu Ehre ihres Vaters Moses Levi den Kamerunern in n\u00e4chster Zeit zu \u00fcbergeben.<\/p>\n<p><strong><em>Hugo Haase und Dodo Halpert<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ich zitierte aus der Ank\u00fcndigung unserer heutigen Konferenz:<\/p>\n<p>\u201eAls der Kameruner Widerstandsk\u00e4mpfer Rudolf Duala Manga Bell 1914 von der deutschen Kolonialregierung des Hochverrats angeklagt wurde, verteidigten ihn zwei deutsche j\u00fcdische Anw\u00e4lte, Hugo Haase und Dodo Halpert. Bell, Haase und Halpert wurden in der zeitgen\u00f6ssischen Presse rassistisch diffamiert. Bell wurde 1914 in Kamerun von der Kolonialjustiz ermordet, Haase 1919 in Berlin von einem Attent\u00e4ter t\u00f6dlich verletzt. Dodo Halpert beging angesichts andauernder Verfolgung durch die Nationalsozialisten 1938 Suizid.<\/p>\n<p>Kolonialismus und Nationalsozialismus sind historische Gewaltkontexte, die vielf\u00e4ltig miteinander verkn\u00fcpft sind und sich zeitlich \u00fcberlappten. Moderner kolonialer Rassismus und rassistischer Antisemitismus sind eng verwandte Ideologien.\u201c<\/p>\n<p><strong><em>Jean-Paul Sartre<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Als die Zeitschrift \u201eDas Parlament\u201c die bei mir bestellte Arbeit \u201e<em>Nationalsozialismus und Apartheid \u2013 Rassenideologie und Geldgesch\u00e4fte in den Nord-S\u00fcd Beziehungen 1933-1973<\/em>\u201c entgegennahm, bezahlte aber nicht ver\u00f6ffentlichte, war es der ber\u00fchmte franz\u00f6sische Schriftsteller und Herausgeber der Zeitschrift \u201eLes Temps Modernes\u201c, der 1973 eine gek\u00fcrzte, aber doch lange franz\u00f6sische Version in Paris herausgab.<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a> Auch Sartre ist j\u00fcdischer Abstammung. Meine franz\u00f6sischen B\u00fccher wurden daraufhin regelm\u00e4\u00dfig in \u201eLes Temps Modernes\u201c rezensiert.<\/p>\n<p><strong><em>Maestro Zubin Mehta<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Zubin Mehta, das in Bombay\/Mumbai geborene Genie und Dirigent aus Indien, war 1962 bis 1978 Chefdirigent des\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Los_Angeles_Philharmonic\">Los Angeles Philharmonic<\/a>, von 1978 bis 1991 Chefdirigent der\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/New_Yorker_Philharmoniker\">New Yorker Philharmoniker<\/a>, von 1998 bis 2006 Generalmusikdirektor der\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bayerische_Staatsoper\">Bayerischen Staatsoper<\/a>\u00a0und seit 2014 Ehrendirigent der\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Staatskapelle_Berlin\">Staatskapelle Berlin<\/a>. 1969 wurde Zubin Mehta musikalischer Berater, dann von 1977 bis 2019 Chefdirigent des\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Israel_Philharmonic_Orchestra\">Israel Philharmonic Orchestra<\/a>. 50 Jahre nach dem Beginn seiner Arbeit mit dem IPO, gab er seine Stelle an <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lahav_Shani\">Lahav Shani<\/a>\u00a0ab. Auch im hohen Alter setzt sich Zubin Mehta f\u00fcr friedliche Beziehungen zwischen Arabern und Juden in Israel ein, mit Konzerten, aber auch mit Projekten, die Menschen einander n\u00e4herbringen sollen.<\/p>\n<p>Nach unserer Begegnung im Jahre 1999 und der Diskussion \u00fcber den Verbleib des \u201eTangu\u00e9s\u201c meines Gro\u00dfvaters im M\u00fcnchner V\u00f6lkerkundemuseum entschied er sich zu handeln. Zubin Mehta, Generalmusikdirektor der Bayerischen Oper, leitete meinen Brief vom 2. Juni 1999 an den Bayerischen Staatsminister f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und Kunst, Hans Zehetmair weiter und bat ihn, die K\u00f6nigsinsignie von Kum\u2019a Mbape Bell an mich und meine Familie zur\u00fcck zu geben.<\/p>\n<p>Der Minister begr\u00fcndete seine negative Antwort vom 27. Juli 1999 wie folgt:<\/p>\n<p>\u201eDer von Herrn Professor Kum\u2019a Ndumbe III. beschriebene Schiffsbug befindet sich seit \u00fcber 100 Jahren auf Grund einer <em>Schenkung<\/em> im V\u00f6lkerkundemuseum. Das Objekt genie\u00dft hohe Wertsch\u00e4tzung und wurde bereits in mehreren Ausstellungen gezeigt. Auf Grund seiner Seltenheit besitzt es auch <em>erheblichen materiellen Wert<\/em>, nach vorsichtigen Sch\u00e4tzungen weit \u00fcber eine halbe Million DM.<\/p>\n<p>Da sich das Objekt im Eigentum des Freistaates Bayern befindet, kann schon im Hinblick auf haushaltsrechtliche Vorschiften die Herausgabe an Herrn Professor Kum\u2019a Ndumbe III. oder an den Staat Kamerun grunds\u00e4tzlich nicht ohne entsprechende Gegenleistung erfolgen. Ganz abgesehen davon w\u00fcrde damit ein <em>Pr\u00e4zedenzfall <\/em>geschaffen, der nicht nur f\u00fcr bayerische oder deutsche Museen eine gro\u00dfe Zahl vergleichbarer Forderungen nach sich ziehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Leider kann ich Ihnen deshalb nicht in Aussicht stellen, dass die K\u00f6nigsinsignie Herrn Professor Kum\u2019a Ndumbe III. \u00fcbergeben werden kann. Im Grunde kann ich nur anbieten, dass ihm <em>auf seine Kosten eine originaltreue Kopie des Schiffschnabels<\/em> angefertigt wird.<\/p>\n<p>Ich bedauere, dass ich Ihnen keine andere Nachricht geben kann.\u201c<\/p>\n<p>Sogar das Museum F\u00fcnf Kontinente gibt heute zu, dass der \u201eTangu\u00e9\u201c durch bewaffneten Raub aus dem Palast meines Gro\u00dfvaters Kum\u2019a Mbape entwendet wurde.<\/p>\n<p>Das Engagement von j\u00fcdischen B\u00fcrgern oder in Israel hochgefeierten Genies zu unterschiedlichen Zeiten gegen die Kolonialpolitik zeigt eindeutig die scharfe Ablehnung der Ungerechtigkeit und Entmenschlichung im Kolonialsystem und Nationalsozialismus.<\/p>\n<p><strong><em>Restitution<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Erinnern. Gemeinsam erinnern. Wenn die betroffene Generation wei\u00df, was passiert ist, wenn die verschiedenen Institutionen eine Ged\u00e4chtniskultur entwickeln. <\/em><\/p>\n<p>Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist nicht nur in Deutschland, ob Ost oder West vor dem Fall der Mauer und danach, sondern weltweit der Antisemitismus des Nationalsozialismus in Politik, Wirtschaft, Rechtssystem, Erziehung, Religion, Medien usw. eingehend und kritisch aufgearbeitet. Auch jungen Menschen wurde nahegebracht, zu welchen Verw\u00fcstungen und Leiden eine solche antisemitische Einstellung oder Politik f\u00fchren kann. Als junger Sch\u00fcler in M\u00fcnchen las ich schon \u201eDie Judenbuche\u201c von Annette von Droste-H\u00fclshoff oder \u201eDie Ermittlung\u201c von Peter Weiss und weitere andere B\u00fccher zum Nationalsozialismus. Auch in meinem Studium an der Universit\u00e4t Lyon, in Frankreich. Man stellt fest, dass die Erinnerungskultur \u00fcber die unsagbaren Katastrophen des Antisemitismus in vielen L\u00e4ndern verankert ist. \u00dcber Afrika gab es dagegen nichts. Auch nichts \u00fcber Nationalsozialismus und Kolonialismus. Dieses Unbehagen f\u00fchrte mich zu der Forschung \u00fcber Hitlers Pl\u00e4ne zu Afrika, wenn er den Krieg gewonnen h\u00e4tte<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a>.<\/p>\n<p>Wie ist es mit dem Kolonialismus?<\/p>\n<p>In den afrikanischen L\u00e4ndern muss es dringend eine Abkehr von der Ausl\u00f6schung des kollektiven Ged\u00e4chtnisses geben. \u201e<em>Wer bist Du eigentlich, wo kommst Du her, was ist das Erbe deiner Gro\u00dfm\u00fctter und Gro\u00dfv\u00e4ter, was waren die Leistungen, die Misserfolge und Entgleisungen, die Errungenschaften, deiner Gesellschaft, deines Landes? Sprichst Du \u00fcberhaupt noch deine Sprache, um den Schl\u00fcssel zu deiner Welt zu erlangen? Haben Autoren und Zeitzeugnisse deines Landes, deines Kontinents dich in deiner Ausbildung, in der Ausformung deiner Pers\u00f6nlichkeit begleiten k\u00f6nnen? Und noch: Hast Du erfahren, dass die Engl\u00e4nder im Februar 2018 einen schwarzen Menschen mit blauen Augen, \u201eCheddar Man\u201c als Urahne der Briten im \u201eNatural History Museum\u201c vorgestellt haben?\u201c Afrika, Wiege der Menschheit, des Homo Sapiens Sapiens.<\/em><\/p>\n<p>Der Afrikaner, der sich zum internationalen Dialog, zum gemeinsamen Erinnern meldet, muss diese Fragen positiv beantworten k\u00f6nnen. Sonst wird er zur <em>Rechtfertigungsfigur<\/em> in einem scheinbar gleichberechtigten internationalen Dialog. Afrikanische Staaten, St\u00e4dte, Bezirke, Schulen, Universit\u00e4ten, Kirchen, Moscheen haben <em>die Pflicht, das Ged\u00e4chtnis afrikanischer V\u00f6lker zu rehabilitieren.<\/em> Und dazu geh\u00f6rt eine grundlegende Restitution geraubter afrikanischer Artefakte in europ\u00e4ischen, amerikanischen und anderen internationalen Institutionen. <em>Der Afrikaner muss sich wiedererkennen k\u00f6nnen<\/em>. Nur so werden diese B\u00fcrger f\u00e4hig sein, mit Erfolg an einem gemeinsamen Erinnern auf internationaler Ebene teilzunehmen und neue Wege des friedlichen Miteinander zu zeichnen.<\/p>\n<p><strong>Abk\u00fcrzungen: <\/strong><\/p>\n<p>DKZ, Deutsche Kolonialzeitung<\/p>\n<p>RAK, Rassenpolitische Auslandskorrespondenz<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Kum\u2019a Ndumbe III. Was wollte Hitler in Afrika? NS-Planungen f\u00fcr eine faschistische Neugestaltung Afrikas, IKO-Verlag f\u00fcr Interkulturelle Kommunikation, Frankfurt, 1993, S. 21<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Ebd, S. 19<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Jean Suret-Canale, Afrique Noire \u2013 l\u2019\u00e8re coloniale 1900-1945, Editions Sociales, Paris, 1964, S. 263<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Kum\u2019a Ndumbe III, Jetzt berichten afrikanische Zeitzeugen\u2026 Neun wurden erh\u00e4ngt, gleichzeitig\u2026 so ist das hier! Gesagt, getan! Zeugnis eines Bakoko aus Ed\u00e9a \u2013 Papa Omog Thomas Franz \u00fcber die deutsche Kolonisation, Editions AfricAvenir, Douala\/Wien, 2018<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Kum\u2019a Ndumbe III, Quand les Anciens parlent \u2026 T\u00e9moignages africains comme sources d\u2019histoire coloniale, tome 1-18\u00a0; When the Elders Speak, Vol 1-12\u00a0; Jetzt berichten afrikanische Zeitzeugen, Bd 1-3, Editions AfricAvenir, Douala\/Wien 2016-2019<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Missionar Elger an Rheinische Mission, 10.2.1904, zit. nach: J\u00fcrgen Zimmerer, Widerstand und Genozid: Der Krieg des Deutschen Reiches gegen die Herero (1904\u20131908), 20.06.2014, <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/shop\/zeitschriften\/apuz\/186874\/widerstand-und-genozid-der-krieg-des-deutschen-reiches-gegen-die-herero-1904-1908\/#skip-nav-target\">https:\/\/www.bpb.de\/shop\/zeitschriften\/apuz\/186874\/widerstand-und-genozid-der-krieg-des-deutschen-reiches-gegen-die-herero-1904-1908\/#skip-nav-target<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> J\u00fcrgen Zimmerer, ebenda, Widerstand und Genozid: Der Krieg des Deutschen Reiches gegen die Herero (1904\u20131908), 20.06.2014<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Deutscher Bundestag, 2023, Zur Anerkennung kolonialen Unrechts als V\u00f6lkermord Intertemporales V\u00f6lkerrecht im Kontext des deutsch-namibischen Vers\u00f6hnungsabkommens Aktenzeichen: WD 2 &#8211; 3000 &#8211; 094\/22 Abschluss der Arbeit: 9. Januar 2023 Fachbereich: WD 2: Ausw\u00e4rtiges, V\u00f6lkerrecht, wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Verteidigung, Menschenrechte und humanit\u00e4re Hilfe<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Die K\u00e4mpfe der deutschen Truppen in S\u00fcdwestafrika \u2013 Auf Grund amtlichen Materials bearbeitet von der kriegsgeschichtlichen Abteilung I des Gro\u00dfen Generalstabes, Band 1-6, Ernst Siegfried Mittler und Sohn \u2013 K\u00f6nigliche Buchhandlung, Berlin, 1906 &#8211; 1907<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> \u00a0Steinmeier w\u00fcrdigt bei Trauerfeier verstorbenen Pr\u00e4sidenten Namibias <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2024-02\/steinmeier-namibia-versoehnung-voelkermord-trauerfeier-geingob\">https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2024-02\/steinmeier-namibia-versoehnung-voelkermord-trauerfeier-geingob<\/a>, 25.02.2024<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Le Temps, Paris, 23 septembre 1905<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> R.S., Colon du Congo\u00a0: Victor Augagneur et l\u2019AEF, Bordeaux, Imprimerie coop\u00e9rative, 1923, S. 7<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> <a href=\"https:\/\/books.openedition.org\/pur\/person\/117576\">Jean-Pierre Bat<\/a>\u00a0et\u00a0<a href=\"https:\/\/books.openedition.org\/pur\/person\/117579\">Nicolas Courtin<\/a>, Directeur de publication, Maintenir l\u2019ordre colonial, Afrique et Madagascar. XIX<sup>e<\/sup>-XX<sup>e<\/sup>\u00a0si\u00e8cles, voir surtout\u00a0la partie succincte : <a href=\"https:\/\/books.openedition.org\/pur\/person\/4365\">Emmanuel Blanchard<\/a>\u00a0et\u00a0<a href=\"https:\/\/books.openedition.org\/pur\/person\/117591\">Jo\u00ebl Glasman<\/a>, Introduction g\u00e9n\u00e9rale. Le maintien de l\u2019ordre dans l\u2019empire fran\u00e7ais\u00a0: une historiographie \u00e9mergente, Presses Universitaires de Rennes, Rennes, 2019, p. 11-41<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Walter Gro\u00df, Der deutsche Rassengedanke und die Welt, i: RAK, Heft 7-8, 1936, S.6<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> \u00a0<a href=\"https:\/\/www.booklooker.de\/B%C3%BCcher\/Angebote\/autor=G%C3%BCnther+Hecht\">G\u00fcnther Hecht<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.booklooker.de\/B%C3%BCcher\/Angebote\/titel=Kolonialfrage+und+Rassengedanke+Schriftenreihe+des+Rassenpolitischen+Amtes+der+NSDAP+Heft\">Kolonialfrage und Rassengedanke. Schriftenreihe des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP Heft 16<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.booklooker.de\/B%C3%BCcher\/Angebote\/verlag=Berlin+Rassenpolit+Amt+RL+d+NSDAP+\">Berlin: Rassenpolit. Amt RL. d. NSDAP.<\/a>, 1939, abgebildet in: Kum\u2018a Ndumbe III, Was wollte Hitler in Afrika? Ebd. S. 90<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> H.E. Pfeiffer, Eigenleben und Eigenkultur der afrikanischen Eingeborenen, in DKZ, Heft1, 1936, S. 338<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Carl Peters, Kolonialgeschichte \u2013 Geschichte des Kampfes der Rassen, in: DKZ, Heft 11, 1936, S. 1<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Solf Denkschrift, Denkschrift u\u0308ber die Enteignung und Verlegung der Eingeborenen in Duala (Kamerun), Stenographische Berichte zu den Verhandlungen des Reichstags. 1912\/14. Anl. Nr. 1576<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> BA, R 22\/2365, Entwurf des Kolonialblutschutzgesetz, abgedruckt in: Kum\u2019a Ndumbe III, Was wollte Hitler in Afrika? Ebd., S. 270<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/G%C3%BCnther_Hecht_(Zoologe)\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/G%C3%BCnther_Hecht_(Zoologe)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Hecht, G\u00fcnther, Die Bedeutung des Rassengedankens in der Kolonialpolitik, Rassenpolitisches Amt der NSDAP, Berlin, 1937<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Hecht, G\u00fcnther, Deutsche Rassenpolitik im kolonialen Raum, in: Rassenpolitische Auslandskorrespondenz, 1940, S. 3ff<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Erhard Wetzel, G\u00fcnther Hecht.\u00a0<em>Die Frage der Behandlung der Bev\u00f6lkerung der ehemaligen polnischen Gebiete nach rassenpolitischen Gesichtspunkten<\/em>. In: Walter Gro\u00df (Hrsg.)\u00a0<em>Rassenpolitische Leits\u00e4tze zur Fremdvolkspolitik des Deutschen Reichs<\/em>. Bundesarchiv Berlin, Bundes Document Center (BDC) Personalakte Walter Gro\u00df, Nr. 03853, Berlin 1940.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> <em>Uwe Klu\u00dfmann, Das Scheusal, Erpressung &#8211; Mit h\u00f6chster Brutalit\u00e4t und unfairen Tricks begr\u00fcndete<br \/>\nCarl Peters in Ostafrika eine deutsche Kolonie, in:<\/em> <em>SPIEGEL GESCHICHTE Nr. 2 \/ 2021, S. 48<\/em><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Roger Uhle, Neues Volk und reine Rasse &#8211; Walter Gro\u00df und das Rassenpolitische Amt der NSDAP(RPA) 1934-1945, Dissertation, Philosophische Fakult\u00e4t der Rheinisch-Westf\u00e4lischen Technischen Hochschule Aachen, 2. Juli 1999<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Gabriel Eikenberg, General Franz Ritter von Epp<strong>, <\/strong>Deutsches Historisches Museum, Berlin, 2024, <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/biografie\/franz-ritter-von-epp\">https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/biografie\/franz-ritter-von-epp<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Cheikh Anta Diop, Nations n\u00e8gres et culture. De l&#8217;antiquit\u00e9 n\u00e8gre \u00e9gyptienne aux probl\u00e8mes culturels de l&#8217;Afrique Noire d&#8217;aujourd&#8217;hui, Paris 1954<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Leonhard_Harding\">Leonhard Harding<\/a>:\u00a0<em>Mpundu Akwa: der Fall des Prinzen von Kamerun. Das neuentdeckte Pl\u00e4doyer von Dr. M. Levi.<\/em>\u00a0(= Band 9\u00a0<em>Ver\u00f6ffentlichungen des Hamburger Arbeitskreises f\u00fcr Regionalgeschichte<\/em>), Lit Verlag, M\u00fcnster 2000; Elisa von Joeden-Forgey\/Leonhard Harding (Hrsg.):\u00a0<em>Mpundu Akwa: The Case of the Prince from Cameroon; the Newly Discovered Speech for the Defense by Dr. M. Levi<\/em>. LIT Verlag M\u00fcnster, 2002<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Kum\u2019a Ndumbe III, Hitler, l\u2019Afrique du Sud et la menace imp\u00e9rialiste, in\u00a0: Les Temps Modernes, Paris, Nr. 37, Oct. 1973, S. 666-715<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Kum\u2019a Ndumbe III, Hitler voulait l\u2019Afrique \u2013 les plans secrets pour une Afrique fasciste 1933-1945, Ed. L\u2019Harmattan, Paris, 1980<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 9. 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