{"id":812,"date":"2014-04-28T19:35:00","date_gmt":"2014-04-28T17:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.africavenir.com\/urban-africa-filmfestival-offenbach-05-11-mai-2014-kuratiert-von-africavenir\/"},"modified":"2023-10-06T11:39:22","modified_gmt":"2023-10-06T09:39:22","slug":"urban-africa-filmfestival-offenbach-05-11-mai-2014-kuratiert-von-africavenir","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.africavenir.org\/en\/urban-africa-filmfestival-offenbach-05-11-mai-2014-kuratiert-von-africavenir\/","title":{"rendered":"&#8220;Urban Africa&#8221; Filmfestival Offenbach, 05.-11. Mai 2014, kuratiert von AfricAvenir"},"content":{"rendered":"<p>Nach der letztj\u00e4hrigen Pause zeigt das Festival Films from Urban Africa wieder zeitgen\u00f6ssisches Kino aus Afrika &#8211; endlich. Wir freuen uns sehr auf die Filme und auf ein wiederum wunderbares Publikum. Die dieses Jahr von Eric Van Grasdorff von AfricAvenir International kuratierten acht Spielfilme vermitteln ein vielschichtiges Bild der Realit\u00e4ten in dem jeweiligen afrikanischen Land oder der Diaspora. Sie geben einen Einblick in afrikanische und afro-europ\u00e4ische Positionen und Perspektiven, erm\u00f6glichen ein Verst\u00e4ndnis der komplexen gesellschaftlichen Realit\u00e4ten vor Ort sowie der historischen und globalen Zusammenh\u00e4nge. Einen Schwerpunkt setzt die diesj\u00e4hrige Fimreihe mit dem Themenkomplex Flucht, Exil und postkoloniale Identit\u00e4t. <br \/>&nbsp;<br \/>Am Abschlusstag wird der Publikumspreis bekanntgegeben &#8211; man darf gespannt sein. Und&nbsp; nun w\u00fcnschen wir viele interessante Film-Erlebnisse!<br \/>&nbsp;<br \/>Programm 2014<br \/>Auswahl und Texte: Eric Van Grasdorff<br \/>&nbsp;<br \/>Montag, 05. Mai, 20.45 Uhr<br \/><b>Death for Sale<br \/>Marokko\/ Frankreich\/ Belgien, 2011<br \/>Regie: Faouzi Bensaidi<br \/>117 Min., Arabisch mit englischen Untertiteln<\/b><br \/>Eine Jugend im Maghreb. Viele Jugendliche haben hier nicht allzu viel zu verlieren, die Gesellschaft bietet ihnen wenig Perspektiven. F\u00fcr den Marokkaner Faouzi Bensa\u00efdi (&#8216;Mille Mois&#8217;) ist dies der Ausgangspunkt eines ebenso verspielten wie lebensnahen Portr\u00e4ts dreier Freunde aus T\u00e9touan, einer mittelgro\u00dfen Stadt im Norden von Marokko. Soufiane, der j\u00fcngste unter ihnen, f\u00fcllt seine Tage mit kleinen Diebereien; Allal, der \u00e4lteste, will sich im Drogenschmuggel behaupten; und Malik ist in Dounia verliebt, die als Prostituierte in einem Nachtclub arbeitet und M\u00e4nnern die Sinne verwirrt. Die drei Freunde haben einen verr\u00fcckten Plan. Sie wollen ein Juweliergesch\u00e4ft ausrauben, um so auf einen gr\u00fcnen Zweig zu kommen und sich eine Zukunft zu sichern. Wie im gro\u00dfen Kino wird ein minuti\u00f6ser Plan ausget\u00fcftelt. Dies sind genau die&nbsp; Motive, mit denen der Regisseur&nbsp; Faouzi Bensa\u00efdi es liebt zu spielen. Der Marokkaner l\u00e4sst den Energien seiner ungezwungenen jungen DarstellerInnen viel Raum und verschafft seiner Handlung in &#8216;Death For Sale&#8217; immer wieder neue, explosive Wendungen. Er verzaubert mit lakonischen und zugleich wuchtigen Kinobildern.<\/p>\n<p>Dienstag, 06. Mai, 20.45 Uhr<br \/><b>Por Aqui Tudo Bem (Alles ist gut)<br \/>Angola, 2011<br \/>Regie: Pocas Pascoal<br \/>94 Min., Portugiesisch mit deutschen Untertiteln<\/b><br \/>Um dem B\u00fcrgerkrieg in Angola zu entkommen, fliehen die 16-j\u00e4hrige Alda und ihre 17-j\u00e4hrige Schwester Maria im Sp\u00e4tsommer 1980 in die portugiesische Hauptstadt Lissabon. Mittellos und sich selbst \u00fcberlassen, warten die Schwestern verzweifelt auf ihre Mutter, die ihnen nach Europa folgen will. Sie suchen Hilfe bei angolanischen Landsleuten, aber die sind eher mit dem eigenen \u00dcberleben besch\u00e4ftigt. Die Schwestern m\u00fcssen m\u00fchsam lernen, sich alleine in einer fremden Welt zu Recht zu finden. In ihrem viel gelobten Deb\u00fct verarbeitet Pascoal ihre pers\u00f6nliche Flucht- und Exilerfahrung und erz\u00e4hlt gleichzeitig die Geschichte einer ganzen Generation von angolanischen Fl\u00fcchtlingen.<\/p>\n<p>Mittwoch, 07. Mai, 20.45 Uhr<br \/><b>Les M\u00e9cr\u00e9ants (Die Ungl\u00e4ubigen)<br \/>Marokko\/ Schweiz, 2012<br \/>Regie: Mohcine Besri<br \/>88 Min., Arabisch mit deutschen Untertiteln<\/b><br \/>Auf Befehl ihres religi\u00f6sen Anf\u00fchrers kidnappen drei junge Islamisten eine Gruppe von Schauspielern, die gerade mit ihrem neuen Theaterst\u00fcck auf Tournee gehen. Da die Kontakte der Entf\u00fchrer zu ihrer Organisation abbrechen, m\u00fcssen sie sieben Tage mit ihren Gefangenen in einem abgelegenen Versteck verbringen. Eine lange Zeit, in der beide Seiten gezwungen sind, sich n\u00e4her kennen zu lernen&#8230; Bester arabischer Film beim Cairo International Film Festival 2012.<\/p>\n<p>Donnerstag, 08. Mai, 20.45 Uhr<b><br \/>Juju Factory<br \/>2007, Demokratische Republik Kongo\/ Belgien <br \/>Regie: Balufu Bakupa-Kanyinda<br \/>97 Min, Franz\u00f6sisch mit deutschen Untertiteln<\/b><br \/>Juju Factory erz\u00e4hlt die Geschichte des Schriftstellers Kongo Congo, der in Br\u00fcssels \u201eafrikanischem Viertel\u201c Matong\u00e9 lebt und von seinem Verleger den Auftrag erh\u00e4lt, ein Buch dar\u00fcber zu schreiben. Statt, wie gefordert, einen Touristenf\u00fchrer, entwickelt Kongo Congo anhand von Notizen \u00fcber die Menschen, denen er in Motang\u00e9 tagt\u00e4glich begegnet, eine historische Narration des Viertels, zwischen dem Projekt des Kolonialismus und den Projekten der Migration. Mit einem neuen Tonfall mischt sich Juju Factory in die Auseinandersetzung \u00fcber das koloniale Erbe ein: In semidokumentarischen Sequenzen und an Daily Soaps angelehnten Szenen erz\u00e4hlt der Film allt\u00e4gliche Geschichten aus der kongolesischen Diaspora in Br\u00fcssel, wobei in der Zeichnung der Figuren immer wieder feine Ironien aufblitzen. Sie sind es, die unvermittelt in die Tiefen einer unheimlichen Geschichte st\u00fcrzen und das koloniale Trauma an die Oberfl\u00e4che sp\u00fclen. Ein intelligenter Kommentar \u00fcber Exil und Migration, Belgiens Kolonialgeschichte, Rassismus in Europa, die Psyche des Kolonisierten und des Dekolonisierten&#8230;<br \/>&nbsp;<br \/>Freitag, 09. Mai, 20.45 Uhr<br \/><b>Otelo &#8211; Der Preis der Freiheit (Otelo Burning)<br \/>S\u00fcdafrika, 2011<br \/>Regie: Sara Blecher<br \/>102 Min., Zulu mit Deutschen Untertiteln<\/b><br \/>In Durban von Sara Blecher (Surfing Soweto) gedreht, erz\u00e4hlt der Film die Geschichte einer Gruppe von Jugendlichen aus den Townships, die den Reiz am Surfen entdecken. Der Film spielt 1989 vor der Kulisse der sich anbahnenden Zusammenbruchs des Apartheidsregimes und der Gewalt in Lamonville zwischen ANC und Inkatha. Als der 16j\u00e4hrige Otelo Buthelezi sich zum ersten Mal ins Wasser begibt, ist schnell klar, dass er f\u00fcr das Surfen geboren ist. F\u00fcr ihn ist das Gef\u00fchl der Freiheit, das er beim &quot;fliegen&quot; \u00fcber den Wellen empfindet ein Weg dem durch gewaltt\u00e4tige Auseinandersetzungen zwischen ANC und INkatha gepr\u00e4gten Alltag zu entfliehen. Doch als Nelson Mandela aus dem Gef\u00e4ngnis entlassen wird, wird Otelo auf einer ganz anderen Ebene mit Fragen nach Freiheit und Gerechtigkeit konfrontiert. Die eindr\u00fcckliche Coming of Age-Geschichte schildert die bedeutende \u00c4ra des Endes der Apartheid aus der Sicht eines Jugendlichen.nSamstag, 10. Mai,&nbsp; 20.30 Uhr<b><br \/>Die Abwesenheit (L&#8217;absence)<br \/>Guinea\/ Frankreich 2009<br \/>Regie: Mama Ke\u00efta<br \/>84 Min, Franz\u00f6sisch mit deutschen Untertiteln<\/b><br \/>Nach 15 Jahren Abwesenheit kehrt der erfolgreiche Wissenschaftler Adama aufgrund eines alarmierenden Telegramms in sein Heimatland Senegal zur\u00fcck, zu seiner Gro\u00dfmutter und tauben Schwester Aicha. Schon bald stellt sich heraus, dass der schlechte Gesundheitszustand der Gro\u00dfmutter nur ein Vorwand war, um ihn zur lang ersehnten R\u00fcckkehr zu bewegen. Doch Adama entt\u00e4uscht alle. Sein Leben sieht er weiterhin in Frankreich, wo er gut \u201eintegriert\u201c ist, keinesfalls in Dakar, wo er sich wie ein Fremder f\u00fchlt und verh\u00e4lt. Als er erf\u00e4hrt, dass seine Schwester sich prostituiert, reagiert er gewaltt\u00e4tig und mit v\u00f6lligem Unverst\u00e4ndnis. Diese Reaktion bringt ein altes Familientrauma ans Licht.<\/p>\n<p>&nbsp;22.00<br \/><b>Andalusia my love<br \/>Morrocco, 2011<br \/>Regie: Mohamed Nadif<br \/>86 Min., Arabisch und Franz\u00f6sisch mit englischen Untertiteln<\/b><br \/>Said und Amine aus Casablanca tr\u00e4umen von Europa. Von einem Dorf im Norden Marokkos wollen sie mit einem kleinen Boot die spanische K\u00fcste erreichen, kentern jedoch. Amine sp\u00fclt das Meer wieder zur\u00fcck an die K\u00fcste der Ausgangsortes, w\u00e4hrend Said sich an einem spanischen Strand wiederfindet. Andalusien kommt Said befremdlich vor, w\u00e4hrend Amine in dem marokkanischen Dorf seltsame Ver\u00e4nderungen bemerkt&#8230; mehr sei nicht verraten!<\/p>\n<p>Sonntag, 11. Mai, 17.30 Uhr<b><br \/>O Grande Kilapy<br \/>Portugal\/ Angola\/ Brasilien, 2012<br \/>R: Zeze Gamboa<br \/>100 Min, Portugiesisch mit englischen Untertiteln<\/b><br \/>Auf Kimbundu bedeutet \u201cKilapy\u201d Schwindel oder Betrug. Der Film erz\u00e4hlt die historisch belegte Geschichte von Joao Fraga, auch Jo\u00e3ozinho genannt, einem ber\u00fchmten Casanova, der wei\u00dfe Frauen verf\u00fchrte und auf raffinierte Weise das koloniale Steuersystem im gro\u00dfen Stile betrog. Als geistreiches und eindrucksvolles Portrait der letzten Dekade der portugiesischen Herrschaft in Angola offenbart dieser Film eine Welt des Reichtums und Glamours vor der Kulisse des Niedergangs des kolonialen Regimes.<br \/>&nbsp;<br \/>19.15 Uhr<br \/>Bekanntgabe des Publimumspreises<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der letztj\u00e4hrigen Pause zeigt das Festival Films from Urban Africa wieder zeitgen\u00f6ssisches Kino aus Afrika &#8211; endlich. Wir freuen uns sehr auf die Filme und auf ein wiederum wunderbares Publikum. 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