Ciraj Rassool: "Zum Umgang mit Restitutionen von Human Remains"

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Im April 2012 fand in Wien die Übergabe der sterblichen Überreste von Klaas und Trooi Pienaar statt. Sie wurden nach Kuruman, Südafrika repatriiert, wo man sie im selben Jahr beerdigte. Diesem Vorgang geht eine Geschichte der Verstrickungen von kolonialer Herrschaft mit anthropologischer Wissenschaft voraus: Zwischen 1907-1909 hatte sich der Anthropologe Rudolf Pöch im Süden Afrikas 80 Skelette und 150 Schädel angeeignet. Erst 2008 brachte eine Intervention der Historiker Ciraj Rassool und Walter Sauer die Frage nach einer Rückführung ins Gespräch. Als Begleiter dieses Prozesses berichtet Rassool von dem komplexen Vorgang einer Restitution als Frage nach dem Umgang mit einer Geschichte der Gewalt. Gleichzeitig zeigt er auf, worin dabei die Möglichkeit einer Politik der ‚postcolonial justice‘ besteht.

Ciraj Rassool, Cape Town (Südafrika), ist Professor für Geschichte und Direktor des African Programme in Museum and Heritage Studies an der University of Western Cape. Er hat zahlreiche Bücher und Artikel über Museen, Kulturerbe und Erinnerungspolitik im südlichen Afrika veröffentlicht und leitet den Beirat des District Six Museums und der Iziko Museen in Kapstadt. Zusammen mit Martin Legassick publizierte er Skeletons in the Cupboard, South African Museum, Kapstadt, 2000.

Montag, 23. Juni

19:00 Uhr 

August Bebel-Institut

Müllerstr. 163

13353 Berlin

Die Veranstaltung wird in englischer Sprache stattfinden.

Eine Kooperation von artefakte//anti-humboldt, AfricAvenir International e.V. und dem August-Bebel-Institut

Mit freundlicher Unterstützung der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit.

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