Theaterpremiere: DURCHWACHTE NACHT IN OUAGADOUGOU

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Eine imaginäre Nacht auf dem afrikanischen Kontinent: Auf einem öffentlichen Platz in der burkinischen Hauptstadt Ouagadougou  weigert man sich zu schlafen… Das Land ist erwacht und betrunken vom Rausch der Veränderung, der die Schläfrigkeit überwindet. Die Protagonisten begegnen und befragen sich, lehnen sich gegen herrschende Konventionen auf. Eine Nacht des Aufstands wird heraufbeschworen - von der Dämmerung bis zum Morgengrauen. Eine ganze Gesellschaft zerschlägt ihre Schlaftrunkenheit in der Notwendigkeit, ihr eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Die Möglichkeit von Gewalt liegt in der Luft. Man ist voller Zweifel - und zugleich erwartungsvoll. Die Ereignisse erregen die Gemüter, die Anekdoten und die Geschichten, die sich die Menschen gegenseitig erzählen, sind beunruhigend. Gemeinsam sind sie entschlossen, die Ereignisse des Tages noch einmal durchzuspielen.

Nuit blanche à Ouagadougou  ist inspiriert von den sozialen Protestbewegungen, die den afrikanischen Kontinent jüngst erschüttert haben und zeigt dem Publikum die gewaltige Kraft revolutionärer Bestrebungen einer kritischen Jugend. Aus heutiger Sicht scheint die Arbeit visionär - mittlerweile hat die Realität die Fiktion eingeholt und sogar noch übertroffen: Als das Tanzprojekt konzipiert wurde, war der reale Aufstand der Bevölkerung Burkina Fasos noch Monate entfernt, aber zeitgleich mit den ersten Aufführungen von Nuit blanche à Ouagadougou kam es Ende Oktober 2014 zu den Protesten und Demonstrationen, die letztlich zur Absetzung und Vertreibung des Langzeit-Präsidenten Blaise Compaoré geführt haben. 

Ausgehend von der politischen Realität (West-)Afrikas ist Nuit blanche à Ouagadougou eine Ode an die Veränderung - an den Ausnahmezustand, der das Unerwartete gebiert. Mit dabei: der Musiker Smockey, der 2010 zum besten afrikanischen Rapper gekürt wurde und – als einer der führenden Akteure innerhalb der Bürgerbewegung ‚Le balai citoyen‘ (‚Der Bürgerbesen‘) – einer der Protagonisten der Revolution in Burkina Faso!

Serge Aimé Coulibaly gehört zu den herausragenden zeitgenössischen Choreographen aus Westafrika. Als Tänzer arbeitete er u.a. mit Alain Platel und Sidi Larbi Cherkaoui. Bereits 2002 gründete er seine eigene Tanz-Kompanie FASO DANSE THÈÂTRE. In Deutschland ist er mit seinen eigenen choreographischen Arbeiten bislang noch nicht aufgetreten. Er lebt in Brüssel.

Produktionsleitung: Delphine Boudon, Laure Louvat – Poisson Pilote Production 

Eine Produktion von Faso Danse Théâtre in Koproduktion mit den Studios Kabako. Partner: Association 1er Temps, dans le cadre du programme Pamoja soutenu par le Programme ACP-UE d’appui au secteur culturel ACP financé par l’Union européenne  et avec : Les Récréâtrales (Burkina Faso) - le TARMAC, la scène internationale francophone Paris - le CC De Grote Post  Ostende - Pôle Sud- Centre de Développement Chorégraphique en préfiguration, Strasbourg.

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