Gehen oder bleiben? Die Suchenden

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DIE SUCHENDEN - Rodrigue Péguy Takou Ndie:

Wer Instrumente der Gewalt produziert oder neokoloniale Wirtschaftsbeziehungen verstärkt, treibt Menschen in die Flucht.

Im deutschsprachigen Raum wird ein neuer Diskurs spürbar: Migrationsmanagement ist das Wort der Stunde. Es beschreibt den Versuch, Migration zu steuern und dabei die Vorteile von Migration zu maximieren, während die negativen Folgen minimiert werden sollen. In Folge dessen schreitet die Externalisierung der EU-Außengrenze voran: Das deutsche Militär ist in Mali stationiert, man plant Rücküberweisungsabkommen mit zahlreichen afrikanischen Staaten und investiert in die Modernisierung der innerafrikanischen Grenzkontrollen.

Aber auch Inlands zeigen die Äußerungen von Politiker*innen wie Horst Seehofer, dass Rechtsruck und Verrohung gesellschaftsübergreifende Phänomene in Deutschland sind. Es wird über „Asyltourismus“ und Ankerzentren diskutiert, während jeder Person ohne sicheren Aufenthaltsstatus in Deutschland die Würde entzogen wird, indem man nur noch in Nummern über sie spricht. Die Kriminalisierung der Seenotretter*innen bildet die Spitze des Eisbergs an Absurdität und Unmenschlichkeit.

In seinem dritten Roman widmet sich Péguy Takou Ndie den existenziellen Fragen des Fluchtalltags.

»Die Suchenden« ist ein schonungsloser Roman. Schonungslos gegenüber zerstörten Herkunftsgesellschaften, brutalen Verhältnissen in Nordafrika und Europa, Profiteuren und Ignoranten – schonungslos aber auch gegen den Suchenden selbst.

Die scharfe Analyse der traumatisierenden Auswirkungen von Neokolonialismus, europäischem Grenzregime, deutschem Asylsystem und alltäglichem Rassismus geht einher mit einer bildreichen Sprache, mit eindringlich dichten Beschreibungen und einem wunderbaren Sinn fürs Absurde.

Die auf der Bühne auftretenden Personen sind wie erfolgt:

Rodrigue Péguy Takou Ndie wurde im Dezember 1981 in Bafoussam / Kamerun geboren und verbrachte hier seine Kindheit und Jugend. An der Universität Yaoundé studierte er Wirtschaftswissenschaften, arbeitete dann aber als Autor und Schriftsteller. Er lebt seit November 2013 in Deutschland, wo er sich u.a. bei dem Netzwerk Afrique-Europe-Interact und Corasol, engagiert.

In Frankreich sind bereits zwei Romane (»Les Retrouvailles« und »Le Fardeau de nos pères«) von Péguy Takou Ndie erschienen, außerdem ein Gedichtband (»Les complaintes de l'exilé«) und eine Sammlung von Liebesgedichten (»Les 90 Graines de l'Amour).

Richard Fouofié Djimeli hat Theaterwissenschaft und Kino in Kamerun studiert. Er ist seit 2005 mit dem Uni Streik im Kamerun politisch aktiv. Wegen einem politischen Film, (139... Les derniers prédateurs) über die langen Amtszeiten der afrikanischen Präsidenten wurde er in Kamerun festgenommen, inhaftiert und musste vor 4 Jahren nach Deutschland fliehen. Als Regisseur hat er in Deutschland mit dem HAU und Maxim Gorki Theater gearbeitet. Als Schauspieler hat er mit ZDF, Film Universität Babelsberg, Filmakademie Baden-Württemberg und Sommerhaus Film GmbH gearbeitet. Jetzt ist er politisch aktiv mit AEI (Afrique Europe Interact), StaAf (Stay In Africa) und LAPAI (Lingue Africaine des Peuples pour l´Autonomie et l´indépendance).

Arlette-Louise Ndakoze ist Frankreichwissenschaftlerin mit den Schwerpunkten Philosophie und Literatur und den Nebenfächern Geschichte und Jura. Als unabhängige Journalistin und Forscherin blickt sie auf die künstlerischen und intellektuellen Bewegungen in afrikanischen Gesellschaften, insbesondere auf die Literaturszenen, die Musik- und Filmwelten und die philosophischen Strömungen.

 

Die Veranstaltung wurde gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Stiftung :do.

Mit den Kooperationspartnern: Justizwatch, Afrique-europe-interact und Unrast Verlag.

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