Konferenz: Zwischen Zagen und Zorn - Ziviler Protest und soziale Bewegungen in Afrika

.

Info   Eintritt frei; Teile der Veranstaltung finden auf Französisch statt. Übersetzung vorhanden!

.

Ein Vierteljahrhundert nach ihrer nahezu vollständigen Globalisierung sind (neo)liberale Demokratie und Wirtschaft in eine tiefgreifende Krise geraten. Der Widerstand gegen die Zumutungen des globalisierten Kapitalismus wächst überall auf der Welt. Der sogenannte »Arabische Frühling« ist eines der jüngsten Beispiele des aufkeimenden Massenprotests. Auch wenn er sich mit dieser eruptiven Kraft nicht über den gesamten Kontinent ausgebreitet hat, so ist doch vielerorts ein Aufleben sozialer Kämpfe offensichtlich. Provoziert wird die Beteiligung vieler dadurch, dass die sich in »freien und fairen Wahlen« und in von den Eliten installierten »pluralistischen Einparteiensystemen « erschöpfende »liberale« Demokratie den Großteil der Menschen politisch verohnmächtigt hat.

Soziale Bewegungen in Afrika (wie auch in anderen Teilen der Welt) entstehen oft unerwartet heftig, vergehen jedoch häufi g auf verblüffende Weise wieder, ohne dass sie für eine langfristig angelegte oppositionelle Gegenbewegung die Grundlage geschaffen hätten. Dieses Phänomen erklärt sich zum großen Teil aus den Ursachen des Protestes, der sich oft gegen eine einzelne, besonders bedrückende Zumutung richtet – ohne das systemische Ganze infrage zu stellen. Daneben existieren aber auch einige – freilich wenige – soziale Protestbewegungen, die langfristig die Umwälzung der gesellschaftlichen Verhältnisse insgesamt erreichen wollen.

Auf der Konferenz soll diskutiert werden, wie sozialer Protest überhaupt – in Ländern Afrikas und Europas – organisiert und Akteur_innen mobilisiert werden können. Welches Veränderungspotenzial haben soziale und zivilgesellschaftliche Bewegungen, aber auch politische Parteien? Kann es ihnen gelingen, die gesellschaftliche Entwicklungslogik auf andere, zukunftsfähige Prinzipien umzustellen?

Ort: Haus der Demokratie und Menschenrechte
Robert-Havemann-Saal
Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin
Teile der Veranstaltung finden auf Französisch statt. Übersetzung vorhanden!

Zur besseren Planung des Caterings während der Konferenz bitten wir um eine Anmeldung unter bohne(at)rosalux.de (Betreff: Konferenz 14.03.2015).

Programm:
10:00 – 10:45 Vortrag
Ndongo Samba Sylla (RLS Westafrika): Soziale Bewegungen in Afrika – Strategien, Resultate und Grenzen

10:45 – 11:00 Pause
11:00 – 13:00 Debatte: „Wie verändert man Politik?“
Ndongo Samba Sylla (RLS Westafrika)
Tanja Kleibl (Dublin City University & KU Eichstätt-Ingolstadt)
Eboutié Justine Bationo (ODJ Burkina Faso)

13:00 – 14:00 Mittagspause

14:00 – 15:30 Parallele Panels

Ndongo Samba Sylla und Eboutié Justine Bationo: Soziale Akteure und staatliche Strukturen - Zur Rolle der sozialen Bewegung vor und nach dem Sturz Compaóres

Tanja Kleibl: Mosambik - Zwischen Revolte, Emanzipation und zivilgesellschaftlicher Teilhabe

15:30 – 15:45 Kurzes Schlusswort aller Panelisten

ab 15:45 Informelles Report Back bei Kaffee und Kuchen


Film

BOY SALOUM: LA RÉVOLTE DES Y’EN A MARRE
Frankreich, 2013 | 74min | Franz. mit engl. Untertitel

2011 gründete eine Gruppe senegalesischer Hip Hopper die Gruppe „Y‘en A Marre“ - „Wir haben die Schnauze voll“. Sie wurden eine der tragenden Stützen der Protestwelle gegen eine weitere Kandidatur des Präsidenten Wade. Durch ihren kulturellen Habitus konnte gerade die Jugend mobilisiert werden. „Y‘en A Marre“ kritisieren prekäre Lebensverhältnisse und fordern politische und soziale Rechte. Boy Saloum poträtiert ihren Kampf als „New Type of Senegalese Social Movement“.

Im Anschluss findet ein Gespräch mit Ndongo Samba Sylla aus dem RLS Büro in Dakar / Senegal statt.

Freitag, 13. März 2015, 20:00 Uhr
Eintritt: 7,50 €
Hackesche Höfe Kino, Rosenthaler Str. 40/41, 10178 Berlin
Karten und Auskunft: (030) 283 46 03
www.hackesche-hoefe.org
Weitere Informationen: www.africavenir.org

Copyright:
Flyerbild: Travis Lupick CC BY-NC-SA 2.0
Kinobild: keine Rechte gefunden

© Copyright AfricAvenir 2014