{"id":1258,"date":"2011-03-07T10:17:00","date_gmt":"2011-03-07T09:17:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.africavenir.com\/birgit-morgenrath-rezension-50-jahre-unabhaengigkeiten-eine-selbstkritische-bilanz\/"},"modified":"2023-10-06T11:31:26","modified_gmt":"2023-10-06T09:31:26","slug":"birgit-morgenrath-rezension-50-jahre-unabhaengigkeiten-eine-selbstkritische-bilanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.africavenir.org\/fr\/birgit-morgenrath-rezension-50-jahre-unabhaengigkeiten-eine-selbstkritische-bilanz\/","title":{"rendered":"Birgit Morgenrath: Rezension 50 Jahre Unabh\u00e4ngigkeiten \u2013 Eine (selbst)kritische Bilanz"},"content":{"rendered":"<p>In der WDR 3 Sendung &quot;Resonanzen&quot; vom 4.3.2011 rezensierte die Journalistin Birgit Morgenrath das Buch &quot;50 Jahre afrikanische Un-Abh\u00e4ngigkeiten &#8211; Eine (selbst-)kritische Bilanz&quot;. Hier k\u00f6nnen Sie den Beitrag anh\u00f6ren oder lesen.n<link fileadmin\/downloads\/audio\/50Jahre_WDR3_Resonanzen_Rez_Morgenrath.mp3 undefined download>|+| Audio-Beitrag runterladen und anh\u00f6ren (mp3)<\/link>nIm letzten Jahr feierten 17 afrikanische L\u00e4nder den 50. Jahrestag ihrer Unabh\u00e4ngigkeit \u2013 ein Grund zum Feiern \u2013 aber auch Anlass zum kritischen Nachdenken. Denn h\u00e4ufig haben sich die Hoffnungen auf Ver\u00e4nderungen nicht erf\u00fcllt. Die kleine, aber feine, in Berlin und im kamerunischen Douala ans\u00e4ssige \u201eStiftung AfricAvenir International\u201c, die sich seit Jahren engagiert dem Gedanken- und Kulturaustausch widmet, hat nun ein Buch herausgebracht, das \u201edie Vielfalt und Vielstimmigkeit, mit der die Unabh\u00e4ngigkeiten in Afrika analysiert und diskutiert werden\u201c dokumentieren soll.<\/p>\n<p>Autorin:<br \/>Das Buch verleitet augenblicklich zum Bl\u00e4ttern und Schm\u00f6kern: Der Buchdeckel steht voller Zitate, aus dem sich bei genauerer Betrachtung leicht rot der afrikanische Kontinent abhebt. Bunte R\u00e4nder an den Seiten, farbige Schrift, Farbfotos in der modernen, leicht unscharfen Doppeloptik, gro\u00df gedruckte Gedichte &#8230; das Buch verspricht weitere \u00dcberraschungen. Man kann nicht widerstehen.<\/p>\n<p>Musik: Ind\u00e9pendence Cha Cha<\/p>\n<p>Autorin:<br \/>Dabei f\u00e4llt die selbst-kritische Bilanz nach 50 Jahren afrikanische Unabh\u00e4ngigkeiten hart und schonungslos aus. Der wind of change aus den 60erJahren, der \u2013 Zitat &#8211; \u201eeine neue Fahne der Menschen in der Luft wehen\u201c lie\u00df, wurde zum \u201eStaubsturm\u201c beklagt der simbabwische Theologe und Performancek\u00fcnstler Chirikure Chirikure: <\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>Zitator 1 Chirikure Chirikure <br \/>Ein Staubsturm, der die Verkabelungen aus den <br \/>K\u00f6pfen der Menschen rei\u00dft<br \/>Den Speer vom Feind weg auf den eigenen <br \/>Bruder richtet (.)<br \/>Den Menschen Geld unter die Nase h\u00e4lt und viele<br \/>zu Teufeln macht. (18)<\/p>\n<p>Autorin<br \/>Die in dem Band versammelten K\u00fcnstler, Wissenschaftler und Intellektuellen aus 13 afrikanischen Staaten sind sich in der Diagnose einig. Zum Beispiel der Kameruner Achille Mbembe, einer der bedeutendsten postkolonialen Theoretiker der Gegenwart: <\/p>\n<p>Zitator 2<br \/>Autorit\u00e4re Restauration hier, vorget\u00e4uschte Mehrparteiensysteme da, anderswo magere, im \u00dcbrigen jederzeit reversible Fortschritte und nahezu \u00fcberall ein sehr hohes Ausma\u00df an sozialer Gewalt, sogar Ph\u00e4nomene von Einkapselung, schwelenden Konflikten oder offenen Kriegen vor dem Hintergrund einer Extraktions\u00f6konomie. Die ganz im Sinne der merkantilistisch-kolonialen Logik nach wie vor die Ausraubung beg\u00fcnstigt. (14\/2)<\/p>\n<p>Autorin<br \/>Mbembe analysiert, dass sich die Gesellschaften seit Mitte der 80er Jahre geradezu in Aufl\u00f6sung befinden, dass immer mehr Menschen ausgesto\u00dfen werden und sich in sozialen K\u00e4mpfen um die Ressourcen aufreiben m\u00fcssen. &nbsp;<\/p>\n<p>Zitator 2 <br \/>In der Perspektive des Kapitalismus, wie er in diesen Regionen der Welt funktioniert, sind komplett unbrauchbar, eine Masse menschlichen Fleisches&#8230;<\/p>\n<p>Autorin<br \/>Auch Mbembes Landsmann Kum\u2019a Ndumbe III, der afrikanische Prinz, Dichter und Gelehrte, schreibt, dass Afrika die Schlacht um die Unabh\u00e4ngigkeit verloren hat:<\/p>\n<p>Zitator 1<br \/>Unseren Bev\u00f6lkerungen wird mitgeteilt, was sie zu tun haben, aber die Entscheidungen und der Kurs werden an anderer Stelle festgelegt, n\u00e4mlich in Gespr\u00e4chen zwischen unseren Staatschefs und den Metropolen oder in den gro\u00dfen internationalen Organisationen wie der Weltbank und dem IWF etc. Wir werden daher in unseren eigenen L\u00e4ndern als Geisel gehalten und zwar von Strukturen und Institutionen, die uns in unserem Elan bremsen, unsere Geschicke in die eigenen H\u00e4nde zu nehmen. (25\/1)<\/p>\n<p>Autorin<br \/>Kuma N\u2019dumbe stellt zudem entlarvende Fragen: Warum wird in Afrikas Universit\u00e4ten immer noch in den kolonialen Sprachen gelehrt? Oder warum hat Westafrika immer noch eine fremde W\u00e4hrung, 1884 eingef\u00fchrt von der franz\u00f6sischen Kolonialmacht? <\/p>\n<p>Musik<\/p>\n<p>Autorin <br \/>Eine wesentliche Ursache f\u00fcr die Stagnation, so die die afrikanischen Historiker, sei sei die Ermordung vieler kritischer Vork\u00e4mpfer f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit: Patrice Lumumba 1968 im Kongo, Sylvanus Olympio 1963 in Togo, Ernest Ouandi\u00e9 1971 in Kamerun, Amilcar Cabral 1973 in Guinea, Thomas Sankara 1987 in Burkina Faso, dem \u201eLand der aufrechten Leute\u201c. Im Buch erinnern einige Reden dieser Befreier&nbsp; an ihre Visionen von einer friedlichen, w\u00fcrdevollen und wohlhabenden Zukunft \u2013 Zeitdokumente einer hoffnungsvollen, begeisterten Epoche in Afrika. Diese Hoffnungen aber wurden von Beginn an von au\u00dfen torpediert. Der Aktivist Ti\u00e9coura Traor\u00e9 aus Mali stellt fest: <\/p>\n<p>Zitator 2<br \/>Zur Verwirklichung ihrer Ziele setzten die einstigen Kolonisatoren und ihre afrikanischen Vollstrecker auf Gewaltverbrechen, Verfassungsmanipulationen sowie milit\u00e4rische und zivile Putsche und verga\u00dfen dabei niemals, die S\u00f6hne derjenigen Pr\u00e4sidenten bevorzugt zu behandeln, die sich als kooperativ erwiesen hatten.<\/p>\n<p>Musik<\/p>\n<p>Autorin<br \/>Aber auch die intellektuelle afrikanische Elite habe ihren Teil zum Scheitern beigetragen, betont der senegalesische Zeithistoriker Ibrahima Thioub. Ein Beispiel: 1945 gr\u00fcndete sich in West- und Zentralafrika die politischen Bewegung Rassemblement D\u00e9mocatique Africain, RDA. Obwohl die Kolonialherren ihre angebliche \u00dcberlegenheit auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkrieges verloren hatten, w\u00fcnschten sich die Mitglieder der RDA immer noch die Assimilation. So konnten die Franzosen stets ausgew\u00e4hlte Untertanen in ihr Herrschaftssystem kooptieren. Die Vertreter des RDA wollten die gleichen Freiheiten, Schulen und den gleichen Lebensstandard wie die Franzosen. Sie forderten aber weder Autonomie noch Unabh\u00e4ngigkeit. Viele andere afrikanische Staaten \u00fcbernahmen unkritisch die kolonialen Strukturen. Diese Fehler, so Thioub, d\u00fcrften nicht wiederholt werden. <\/p>\n<p>ZItator<br \/>Die Verankerung des RDA im Kolonialsystem \u2013 ohne \u00fcber Alternativen nachzudenken, war eine Falle, aus der sich zu befreien bis heute schwer f\u00e4llt. (.) Heute ist eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen Afrikas, eine neue Entwicklung in Gang zu bringen. Das Problem ist, dass man dies wieder auf der Basis der vom Kolonialismus ererbten Strukturen versucht, mit demselben Staatsmodell, derselben Befehlsstruktur und demselben Zwang. (99)<\/p>\n<p>Autorin<br \/>Afrika muss sich aus diesen uralten Zw\u00e4ngen l\u00f6sen und seine eigene Geschichte behaupten.<\/p>\n<p>Aussichten und Prognosen<\/p>\n<p>Zitator 2:<br \/>\u201eDir<br \/>Prince und Professor Kum\u2019a Ndumbe III<br \/>Widmen wir diesen Band.<br \/>Zur W\u00fcrdigung deines Lebenswerks,<br \/>das uns inspiriert, herausfordert, \u00fcberfordert,<br \/>umtreibt, bewegt \u2013 und Hoffnung macht.<\/p>\n<p>Auf dass wir alle \u2013 Afrikaner \/ innen und <br \/>Europ\u00e4er \/ innen \u2013 eines Tages wieder<br \/>Aufrechten Hauptes gehen, und wieder<br \/>In die Augen sehen k\u00f6nnen und endlich<br \/>Unsere EINE gemeinsame Zukunft gestalten.\u201c<\/p>\n<p>&#8230; schreiben die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von AfricAvenir International in dem Band \u201e50 Jahre Unabh\u00e4ngigkeiten&#8230;\u201c nDer Kameruner Kum\u2019a Ndumbe \u2013 geb\u00fcrtig in einer Familie, die Widerstand gegen die deutsche Kolonisation leistete, Wissenschaftler, Schriftsteller und vor allem Br\u00fcckenbauer zwischen den Welten, hat die Stiftung vor 30 Jahren gegr\u00fcndet. Ein Dutzend junger Leute organisiert \u2013 gr\u00f6\u00dftenteils ehrenamtlich &#8211;&nbsp; Filme, Lesungen&nbsp; Vortr\u00e4ge \u2013 so auch im letzen Jahr, in dem 17 afrikanische L\u00e4nder den 50. Jahrestag ihrer Unabh\u00e4ngigkeit feierten. Das Buch dokumentiert teilweise die Vortragsreihe in Berlin im letzten Jahr, erg\u00e4nzt durch Texte herausragender afrikanischer Autoren und Autorinnen. &nbsp;<\/p>\n<p>Zitator 1<br \/>Afrika weint noch immer,<br \/>unsere Tr\u00e4nen flie\u00dfen<br \/>zu viele Politiker heutzutage <br \/>versagen. (.)<\/p>\n<p>Aber ich wei\u00df,<br \/>wir Afrikaner<br \/>auch wenn wir m\u00fcde sind,<br \/>wir sind weiterhin auf dem richtigen Weg<br \/>und wir glauben daran, dass wir es schaffen.<br \/>(88)<\/p>\n<p>Autorin:<br \/>Didier Awadi, Rapper aus dem Senegal und Ikone der westafrikanischen Jugend, macht Mut und ruft zu Aktivit\u00e4ten auf. An anderer Stelle singt er: Selbstbestimmung ist unbezahlbar, man bekommt sie nicht geschenkt. Seit Mitte der 90er Jahre b\u00fcndelt sich das neue Selbstbewusstsein im Konzept der \u201eafrikanischen Renaissance\u201c. Eine j\u00fcngere, stolze Politikergeneration ist an die Macht gekommen. Der 77 Jahre alte Philosoph Eboussi Boulaga pl\u00e4diert denn auch f\u00fcr die \u201eDekolonisierung\u201c des Denkens. <\/p>\n<p>Zitator 2<br \/>Es ist sehr bequem f\u00fcr uns, die Schuld f\u00fcr all das, was in unserem Land passiert, dem Kolonialismus zuzuschieben. (.) Das macht uns letzten Endes zu ewigen Opfern, die unf\u00e4hig sind, ihrer Umwelt Herr zu werden und diese zu ver\u00e4ndern. (223\/2)<\/p>\n<p>Autorin<br \/>Dabei geht der Hegel-Kenner, der auch in den USA lehrte, dialektisch vor. Nicht nur der Knecht, auch der Herr m\u00fcsse sich von seinem kriegerischen Denken befreien, zum Beispiel von der Bush-Doktrin: \u201eUnser Lebensstandard ist nicht verhandelbar.\u201c Das sei nur Krieg mit anderen Mitteln, sagt Eboussi Boulaga:<\/p>\n<p>Zitator 2<br \/>Daher ist der einzige Weg zur Freiheit wahrscheinlich, gemeinsam frei zu sein, der Herr und der Knecht zur selben Zeit. Ansonsten werden sie weiter aneinander gebunden sein (.) im Krieg aller gegen alle. (224)<\/p>\n<p>Autorin<br \/>Zentrale Denkmuster m\u00fcssen dekonstruiert werden, so Boulaga, einer der wichtigsten Denker Afrikas. Identit\u00e4ten zum Beispiel waren Produkt der Kolonisation und sind wandelbar. <\/p>\n<p>Zitator 2<br \/>Ein weit verbreiteter intellektueller Irrtum von uns bestand darin, unsere Identit\u00e4t in eine Art dauerhafte Substanz umzuwandeln, die durch die Geschichte verzerrt wurde oder verloren ging und die in ihrer Authentizit\u00e4t wiedergefunden werden muss.<br \/>(224\/2)<\/p>\n<p>Autorin<br \/>Dabei gebe es doch gar keinen Zweifel an der Identit\u00e4t, wenn jeder von sich wisse, wie er rede, singe oder tanze. Die Industriestaaten propagieren ihr Allheilmittel: Entwicklung<\/p>\n<p>Zitator 2<br \/>Wenn wir diesen Begriff akzeptieren, sind wir verloren.<\/p>\n<p>Autorin<br \/>Entwicklung sei nur eine weitere Ideologie, mit der Europa den Rest der Welt bekehren wolle. Doch Afrika muss sich auf seine eigenen, auch traditionellen Werte besinnen, diese durchleben, um sie dann modernisieren zu k\u00f6nnen. Ein positives Beispiel sieht&nbsp; Eboussi Boulaga in der Gr\u00fcndung einer neuen, unabh\u00e4ngigen Universit\u00e4t in seinem Land Kamerun, unabh\u00e4ngig vom Regime und der reichen Elite. <\/p>\n<p>Zitator 2<br \/>Vor allem Autarkie und Eigenst\u00e4ndigkeit sollten als Gegenmittel zu Privilegien, Monopolen, Profitgier und einer Bettlermentalit\u00e4t als Wert hochgehalten werden. (229\/1)<br \/>Musikakzent<\/p>\n<p>Autorin<br \/>Kein Zweifel, ein halbes Jahrhundert nach den formalen Unabh\u00e4ngigkeiten afrikanischer Staaten ist eine \u201ezweiten Etappe der Befreiung\u201c angebrochen. Die Perspektiven sind vielf\u00e4ltig, wie auch Beitr\u00e4ge \u00fcber die afrikanische Filmindustrie und \u00fcber afrikanisches Design eindrucksvoll dokumentieren. <br \/>Und der senegalesische K\u00fcnstler Mansour Ciss schl\u00e4gt die Schaffung einer neuen W\u00e4hrung vor: Den Afro. Das real-utopische Projekt, so der Urheber, sei ein Symbol f\u00fcr den Willen zur \u201e\u00f6konomischen Befreiung des Kontinents\u201c. <\/p>\n<p>Der radikale Gewerkschaftsaktivist Ti\u00e9coura Traor\u00e9, der sich gegen die&nbsp; Privatisierung der Bahn in Mali einsetzt, sieht Chancen f\u00fcr einen Ver\u00e4nderung durch den Zusammenschluss der afrikanischen Zivilgesellschaften. Sie sollten f\u00fcr den Schutz von Menschenrechten und Gemeing\u00fctern k\u00e4mpfen; f\u00fcr die \u00f6ffentlichen Dienste bei Transport, Bildung und Gesundheit <\/p>\n<p>Zitator 1<br \/>Daher ist internationale Solidarit\u00e4t vonn\u00f6ten, d.h. dass die K\u00e4mpfe, die in einem bestimmten Land gegen den Liberalismus und seine Ausformungen gef\u00fchrt werden, in den jeweiligen Nachbarl\u00e4ndern Widerhall (.) finden m\u00fcssen. (122\/2)<\/p>\n<p>Autorin:<br \/>Prophetische Worte? Achille Mbembe aus Kamerun fordert einen kontinentalen \u201eNew Deal\u201c zwischen \u201eden internationalen M\u00e4chten\u201c des Nordens und Afrika: eine finanzielle Umlage f\u00fcr den Wiederaufbau des Kontinents, die auch Sanktionsmechanismen f\u00fcr verbrecherische Regime vorsieht. Und so panafrikanisch wie Mbembe denken die meisten in diesem Buch versammelten Afrikaner. Die Vorstellung von den \u201eVereinigte Staaten von Afrika\u201c mit f\u00f6deraler Zentralregierung hat neue Aktualit\u00e4t gewonnen. Aber nicht als Kopie Europas oder der USA, so Kum\u2019a Ndumbe:<\/p>\n<p>Zitator 2<br \/>Afrika braucht seine eigenen Konzepte (.). Dabei verf\u00fcgen wir \u00fcber gen\u00fcgend Genie, um dies Konzepte zu erstellen. (..) Lasst uns unsere Kultur des Palavers neu erfinden (.) Konzepte, die auf einen Konsens gr\u00fcnden, der den Afrikanern und ihrer Weltanschauung eigen ist. (30)<\/p>\n<p>Autorin<br \/>Kum\u2019a Ndumbe setzt seine Hoffnung auf die Jugend &#8211; und auf den Beistand der Unsterblichen. 1986 wandte er sich in einer Anrufung an Cheik Anta Diop, den legend\u00e4ren afrozentrischen Historiker, dessen Losung lautete: \u201eBewaffnet euch bis zu den Z\u00e4hnen mit Wissen\u201c.<\/p>\n<p>Zitator 1 <br \/>Du, der du Afrika, der Schwarzen Welt, der Menschheit das Beste deiner selbst gegeben hast, wie k\u00f6nnen wir dir die geb\u00fchrende Ehre erweisen?<br \/>In den von dornigen Lianen durchwachsenen Wald hast du Schneisen geschlagen, hast die Weichen der Wissenschaft gelegt, hast S\u00fcmpfe voll fleischfressender Ungeheuer, dieser Geschichtsf\u00e4lscher, durchstreift, auf der Suche nach den zur Wahrheit f\u00fchrenden Pfaden, (.) und liefest mit gro\u00dfen Schritten auf den Wegen des Lichtes, dieses Licht, dessen Fackel du uns nun vermachst, f\u00fcr uns, f\u00fcr die anderen, f\u00fcr die ganze Welt.<br \/>(147)<\/p>\n<p>Autorin<br \/>Einen Schimmer dieses Lichtes findet man in dem Sammelband. Es w\u00e4re ihm sehr&nbsp; zu w\u00fcnschen, dass viel Leser sich an dem verhei\u00dfungsvollen Leuchten erfreuen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der WDR 3 Sendung &quot;Resonanzen&quot; vom 4.3.2011 rezensierte die Journalistin Birgit Morgenrath das Buch &quot;50 Jahre afrikanische Un-Abh\u00e4ngigkeiten &#8211; Eine (selbst-)kritische Bilanz&quot;. Hier k\u00f6nnen Sie den Beitrag anh\u00f6ren oder lesen.n|+| Audio-Beitrag runterladen und anh\u00f6ren (mp3)nIm letzten Jahr feierten 17 afrikanische L\u00e4nder den 50. 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