{"id":1646,"date":"2009-11-19T01:28:00","date_gmt":"2009-11-19T00:28:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.africavenir.com\/afrika-in-der-ns-planung-eines-grossgermanischen-reiches\/"},"modified":"2023-10-06T11:33:09","modified_gmt":"2023-10-06T09:33:09","slug":"afrika-in-der-ns-planung-eines-grossgermanischen-reiches","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.africavenir.org\/fr\/afrika-in-der-ns-planung-eines-grossgermanischen-reiches\/","title":{"rendered":"Afrika in der NS-Planung eines grossgermanischen Reiches"},"content":{"rendered":"<p>Vortrag von Prof. Kum&rsquo;a Ndumbe III. im Rahmen der Veranstaltungsreihe &quot;Afrika im Zweiten Weltkrieg&quot; in Berlin, am 2. September 2009 in den Uferhallen. Prof. Kum&rsquo;a Ndumbe III. ist Historiker und Politikwissenschaftler und lehrt zurzeit an der Universit\u00e4t von Jaunde I in Kamerun.n<link fileadmin\/downloads\/occasional_papers\/Ndumbe_NS_Planungen_Afrika.pdf - download>|+| Vortrag im pdf-Format runterladen<\/link>n<b>Afrika in der NS-Planung eines grossgermanischen Reiches<\/b><br \/><i>Prince Kum\u2019a Ndumbe III, Univ.-Professor<br \/>AfricAvenir, Douala\/Kamerun<\/i><\/p>\n<p><b>NS-Ideologie und Kolonialisierung Afrikas<br \/><\/b><br \/>\u201eWir stoppen den ewigen Germanenzug nach dem S\u00fcden und Westen Europas und weisen den Blick nach dem Land im Osten.\u201c, so schrieb Hitler in \u201eMein Kampf\u201c im Jahre 1927&nbsp; und in Hitlers zweites Buch , in dem seine aussenpolitischen Ziele noch klarer zum Ausdruck kamen. Die Kolonialpolitik in Richtung Afrika wurde deutlich verurteilt, denn sie berge in sich eine Gefahr der Vermischung und Degenerierung f\u00fcr die \u00fcberlegene und reine Rasse der Arier. nEine Kolonialisierung Afrikas durch das Bismarckreich sei ein Irrtum gewesen, denn durch die Pr\u00e4senz von Deutschen in Afrika w\u00fcrde eine gef\u00e4hrliche Ber\u00fchrung mit den Afrikanern zustande kommen, ein Kontakt also zwischen der \u00fcberlegenen weissen und der unterlegenen schwarzen Rasse. Eine solche Vermischung f\u00fchre notgedrungen zu einem Wertverlust der \u00fcberlegenen weissen Rasse. Engl\u00e4nder, Franzosen, Portugiesen und Spanier, die in Afrika als Kolonisatoren Fuss gefasst h\u00e4tten, w\u00fcrden dementsprechend auch degenerieren und w\u00e4ren auch demnach der reinen arischen Rasse unterlegen. nDies sei aber mit der Verurteilung der Kolonialpolitik nicht gleichzusetzen. Kolonisation, ja, aber im Osten, wo andere europ\u00e4ische V\u00f6lker angesiedelt sind,&nbsp; in einer r\u00e4umlichen Kontinuit\u00e4t von Blut und Boden.&nbsp; Die arische Rasse k\u00f6nne sich in einer ungest\u00f6rten Reinheit im Osten vermehren und entfalten. Das Volk ohne Raum w\u00fcrde dann zu einem neuen gesunden Gleichgewicht zwischen Volkszahl und Raumgr\u00f6sse gelangen. <\/p>\n<p>\u201eDamit ziehen wir Nationalsozialisten bewusst einen Strich unter die aussenpolitische Richtung unserer Vorkriegszeit&#8230;.Wir schliessen endlich ab die Kolonial-und Handelspolitik der Vorkriegszeit und gehen \u00fcber zur Bodenpolitik der Zukunft&#8230;Allerdings eine solche Bodenpolitik kann nicht etwa in Kamerun ihre Erf\u00fcllung finden, sondern heute fast ausschliesslich nur mehr in Europa\u201c <\/p>\n<p>Eine Afrikapolitik im Sinne der Kolonialpolitik war also in der Fr\u00fchphase des Nationalsozialismus ausgeschlossen. Dies war ein klarer Bruch der deutschen Kolonialpolitik in der wilhelminischen \u00c4ra. Auch nach dem zweiten Weltkrieg hielten sich die meisten Forscher an diese \u00c4usserung und ignorierten die Afrikapolitik des III. Reiches in ihren Arbeiten.<\/p>\n<p><b>Von der Kolonialschuldl\u00fcge zur kolonialen Gleichberechtigung<\/b><\/p>\n<p>Die Zeit der Weimarer Republik war aber von Forderungen nach der R\u00fcckgabe der durch den Versailler Vertrag \u201egestohlenen deutschen Kolonien\u201c besetzt, Kolonialpropaganda war von verschiedenen Kolonialverb\u00e4nden aktiv betrieben, die wichtigsten waren&nbsp; die Deutsche Kolonialgesellschaft, der Deutsche Kolonialverein, der Bund f\u00fcr koloniale Erneuerung und die deutsche Kolonial-Liga mit insgesamt 70.000 Mitglieder im Jahre 1930. Eine grosse Menge Kolonialliteratur wurde&nbsp; damals ver\u00f6ffentlicht, Theater Auff\u00fchrungen und Filme \u00fcber deutsches Kolonialleben in Afrika gezeigt. Die Kolonialschuldl\u00fcge der Siegerm\u00e4chte, die den Deutschen die Kolonien mit der Begr\u00fcndung weggenommen hatten, die Deutschen w\u00e4ren nicht in der Lage gewesen, kolonisierte V\u00f6lker zu verwalten, wurde heftig wiederlegt. nDiese Tradition der Forderung nach R\u00fcckgabe der deutschen Kolonien war nicht nur popul\u00e4r, sie wurde auch von Wirtschaftsorganisationen wie vom Kolonial-Wirtschaftlichen Komitee, von der Kolonialen Reichsarbeitsgemeinschaft, vom Arbeitskreis f\u00fcr ausl\u00e4ndische und koloniale Techniken u.a. mit wissenschaftlichen und wirtschaftspolitischen Abhandlungen untermauert. Der Ideologe Hitler war in dieser Bewegung nicht verwickelt. Gegen die Kolonialschuldl\u00fcge nahm er aber Stellung in einer Unterredung mit Ward Price am 18. Oktober 1933.n\u201eWir sind der \u00dcberzeugung, dass wir genau so f\u00e4hig sind, eine Kolonie zu verwalten und zu organisieren, wie andere V\u00f6lker.\u201c&nbsp; Aber erst unter dem Druck der Wirtschaftskreise, die ihn finanzierten, vertreten durch Hjalmar Schacht von der Reichsbank, Kurt Weigelt von der Deutschen Bank oder von der IG-Farbenindustrie, welche die Notwendigkeit eines afrikanischen Kolonialbesitzes als unabdingbar betrachteten, gab Hitler nach und verlangte nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in die entmilitarisierte Zone des Rheinlandes zum ersten Mal in einer Rede am 7. M\u00e4rz 1936 vor dem Reichstag die R\u00fcckgabe der deutschen Kolonien. Er forderte, in einer \u201eangemessenen Zeit\u201c&nbsp; eine solche internationale Gleichberechtigung Deutschlands durchzusetzen. <\/p>\n<p><b>Wirtschaftliche und Geostrategische Bedeutung Afrikas f\u00fcr das Grossgermanische Reich<\/b> &nbsp;<\/p>\n<p>Welche Bedeutung konnte nun Afrika f\u00fcr das faschistische Deutschland haben? Deutschland hatte seine Kolonien verloren, und Afrika lag unter der Herrschaft Englands, Frankreichs, Belgiens, Portugals und Spaniens. Die ehemaligen deutschen Kolonien Kamerun, Togo, und Ostafrika hatten Engl\u00e4nder und Franzosen unter sich aufgeteilt, S\u00fcdwestafrika wurden von den Engl\u00e4ndern an S\u00fcdafrika zur Mandatsverwaltung \u00fcberlassen. Wollte Deutschland seine Kolonien zur\u00fcck, konnte dies nur zu Ungunsten Frankreichs und Englands geschehen. Aber die Europapolitik des III. Reiches zeigte neue Ambitionen. nDie Neugestaltung Europas visierte die Zwangsvereinigung Europas unter deutscher Herrschaft, Staaten wie Frankreich oder die Sowjetunion h\u00e4tten zu existieren aufgeh\u00f6rt, man h\u00e4tte den Franzosen nur einen kleinen Reststaat Burgund \u00fcberlassen, und die Grenzen des Grossgermanischen Reich Hitlers w\u00e4ren bis zum Ural vorgestossen. Dieses neugestaltete Europa h\u00e4tte einer kolonialen oder tropischen Erg\u00e4nzung bedurft. Die ehemaligen deutschen Kolonien w\u00e4ren einer solch grossen Aufgabe nicht gewachsen. Da ausserdem Frankreich und Belgien zu existieren aufgeh\u00f6rt h\u00e4tten und einer deutschen Verwaltung unterstehen w\u00fcrden, w\u00e4re auch deren Kolonialbesitz hinf\u00e4llig geworden. Auch das kolonisierte Afrika musste also neugestaltet werden, denn dieser Kontinent sollte als ganzes als tropische Erg\u00e4nzung und Rohstofflieferant f\u00fcr den Grosswirtschaftsraum des neugestalteten Europa fungieren. <br \/>&nbsp; &nbsp;<br \/>Das Kernst\u00fcck der deutschen Kolonisation w\u00e4re das \u201eMittelafrikanische Kolonialreich\u201c, ein Kriegsziels des wilhelminischen Deutschlands schon im ersten Weltkrieg gewesen. Kurt Weigelt, Direktor der Deutschen Bank und zugleich Leiter des Amtes Wirtschaft des Kolonialpolitischen Amtes der NSDAP, fasste in einer Denkschrift im Juli 1940 diese Ambitionen so zusammen:n\u201eWirtschaftlich betrachtet sind von h\u00f6chstem Wert die L\u00e4nder an der Guineak\u00fcste. Ausgehend von unserem alten dortigen Besitz (Togo und Kamerun) bildet der Raum: Goldk\u00fcste-Togo-Dahomey-Nigeria-Kamerun das ideale Kernst\u00fcck eines deutschen Afrikabesitzes. Mit seinen weit \u00fcber 30 Millionen Einwohnern ist dieses Gebiet nicht nur das Optimum des tropischen Erg\u00e4nzungsraumes, sondern deckt bis auf wenige Ausnahmen (Kupfer) die nationalwirtschaftlich wichtigen Erfordernisse der Heimat. Es kann holzwirtschaftlich durch Hinzunahme des franz\u00f6sischen Kongogebietes noch vervollst\u00e4ndigt werden, wodurch es zugleich in voller Breite an den belgischen Kongo grenzt, der w\u00e4hrungs- und arbeitsm\u00e4ssig angeschlossen \u2013u.a. auch die Deckung des Kupferbedarfs bringen w\u00fcrde. Auf dem Wege zu diesem Gebiet liegen die erw\u00e4hnten Eisenerze von Conakry und Phosphate des franz\u00f6sischen Marokko (Sonderabmachungen) und liegen flug-und marinetechnische St\u00fctzpunkte von Bathurst bzw. Dakar. Ein solcher deutscher Erg\u00e4nzungsraum in Westafrika wird zudem infolge seiner Lage starke Ausstrahlungen auf die \u00fcbrigen Randl\u00e4nder des S\u00fcdatlantik haben\u201c.&nbsp; nZur Vervollst\u00e4ndigung des Ganzen w\u00e4ren auch noch Nord- und S\u00fcdrhodesien und S\u00fcdwestafrika zum Mittelafrikanischen Kolonialreich hinzugekommen. Im s\u00fcdlichen Afrika h\u00e4tte man den Portugiesen eventuell noch Angola und Portugal \u00fcberlassen, aber das segregationistische S\u00fcdafrika h\u00e4tte die Aufgabe zugeteilt bekommen, die Schwarzen und andere \u201efarbige\u201c V\u00f6lker in diesem Raum in enger Kooperation mit dem faschistisch beherrschten Mittelafrika in Schach zu halten. Der nordafrikanische Raum w\u00e4re mit deutschen St\u00fctzpunkten indirekt von Deutschland beherrscht, aber verwaltet von Mussolini, der aber gegen Hitlers Pl\u00e4ne von einem italienischen neuen \u201eImperium Romanum\u201c in Nordafrika tr\u00e4umte.<\/p>\n<p>Das Mittelafrikanische Kolonialreich, gesichert durch milit\u00e4rische St\u00fctzpunkte in Nordafrika , an der West und Ostk\u00fcste und durch S\u00fcdafrika, sollte mit dem neugestalteten Europa ein \u201eEurafrika\u201c bilden, das den Europ\u00e4ern erlauben sollte, eine autarke Grossmacht zu werden, die dann gegen Nordamerika siegreich h\u00e4tte auftreten k\u00f6nnen.<br \/>&nbsp;<br \/>Der faschistische \u00dcberbau der Kolonialpolitik war eindeutig. \u201eDie deutsche Aussenpolitik ist zum Unterschied zu vielen demokratischen Staaten weltanschaulich festgelegt und bedingt\u201c, sagte Hitler im Berliner Sportpalast am 26. September 1938, deshalb \u201egibt es keine \u201eKolonialpolitik an sich\u201c, denn \u201eKolonialpolitik ist weltanschaulich bestimmt und gebunden&#8230;Koloniale Bestrebungen haben daher auszugehen von den v\u00f6lkischen N\u00f6ten des deutschen Mutterlandes\u201c und dienen dem Schutze des deutschen Blutes. n\u201eIn den deutschen Kolonien gelten das Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre vom 15. September 1935 (Reichsgesetzbl. I S. 1146) und die Erste Ausf\u00fchrungsverordnung hierzu vom 14. November 1935 (Reichsgesetzbl. I S. 1334)\u201c lautete Paragraph 1 des Entwurfs zum Kolonialblutschutzgesetz.nEheschliessung und Geschlechtsverkehr zwischen Deutschen oder Weissen und Afrikanern sollte per Gesetz unter Androhung der Todesstrafe verboten werden, die Gerichtsbarkeit war auch getrennt, radikale Ideologen wollten sogar auch eine von deutschen Offizieren geleitete bewaffnete Truppe von Afrikanern in Polizei und Armee verbieten, denn nur Weissen sollte es erlaubt sein, Waffen zu tragen. Man stiess hier an Grenzen der Umsetzbarkeit ideologischer Grundprinzipien, denn das Klima, die Tropischen Krankheiten, die Kenntnisse \u00fcber Land und Urwaldgebiete sowie die grosse Anzahl von Soldaten, die notwendig war, dieses Mittelafrikanische Kolonialreich zu sch\u00fctzen, machten aus afrikanischen Soldaten unersetzbare Instrumente der nationalsozialistischen Herrschaft in Afrika. <\/p>\n<p>Das Mittelafrikanische Kolonialreich sollte aus ideologischen Gr\u00fcnden ein rein wirtschafltiches Kolonialgebiet sein, eine Siedlungskolonisation w\u00e4re ausgeschlossen gewesen, denn sie w\u00fcrde zu einer Degenerierung der deutschen Siedler f\u00fchren. Man wird nicht in die Kolonien gehen, man wird ideologisch gemustert und bewaffnet in die Kolonien geschickt werden, betontet immer wieder G\u00fcnther Hecht, der Kolonialideologe der NSDAP. &nbsp;<\/p>\n<p><b>Die Vorbereitungen f\u00fcr die \u00dcbernahme der Kolonien<\/b><\/p>\n<p>Die Neugestaltung Afrikas im Dienste des neugestalteten Europa im Grossgermanischen Reich musste organisiert und strukturiert werden. Die kolonialen Bewegungen des II. Reiches und der Weimarer Republik wurden aufgel\u00f6st und mit dem ideologischen Hauch der NSDAP reformiert. Der Reichskolonialbund, das Kolonialpolitische Amt der NSDAP und sp\u00e4ter das Reichskolonialamt\/Staat wurden von einem kolonial\u00fcberzeugten, dem General Franz Ritter von Epp, Reichsstatthalter von Bayern, Leiter des Wehrpolitischen Amtes und Leiter des Kolonial-Krieger Bund in eiserner Hand bis 1943 gef\u00fchrt. Der Reichskolonialbund propagierte die Kolonialidee unter das Volk, w\u00e4hrend das Kolonialpolitische Amt mit vorl\u00e4ufigem Sitz in M\u00fcnchen und einer Nebenstelle in Berlin die \u00dcbernahme der Kolonien in s\u00e4mtlichen Gebieten vorbereitete. nDie Reichskanzlei, alle Ministerien und alle Abteilungen der NSDAP hatten eine eigene Kolonialsektion, die mit dem KPA in Verbindung stand, koloniale Aufgaben der Reichskanzlei, des Ministeriums oder der NSDAP wahrnahm und die praktische Macht\u00fcbernahme im Mittelafrikanischen Kolonialreich in Koordination vorbereitete. Auch das Oberkommando der Wehrmacht hatte eine Abteilung OKW\/Afrika mit vier Unterabteilungen Westafrika, Ost \u2013 und S\u00fcdafrika, Nordafrika, Dokumentation und Allgemeine Fragen. Das Oberkommando des Heeres und das Oberkommando der Marine hatten \u00e4hnliche Kolonialstellen. Das KPA besass eine Aussenstelle in Paris, eine andere in Br\u00fcssel, Universit\u00e4ten hatten koloniale Forschungsst\u00e4tten errichtet, und spezielle Kolonialschulen wie in Witzenhausen wurden weitergef\u00fchrt oder neu gegr\u00fcndet.&nbsp;&nbsp; nDas KPA koordinierte die Arbeit all dieser Stellen zur Bef\u00e4higung der \u00dcbernahme von Kolonien nach dem Endsieg. Vor allem nach der Besetzung Frankreichs wurden diese Stellen aufgefordert, die Vorbereitungsarbeiten schnell zu Ende zu f\u00fchren. nAuch juristisch wurde die \u00dcbernahme durch Gesetzesentw\u00fcrfe vorbereitet. Im Juli 1940 lag der 9. Entwurf des Reichskolonialgesetz vor und wartete auf Unterzeichnung durch Hitler, das Kolonialblutschutzgesetz lag in der 6. Fassung vor, sogar ein \u201eErlass zur Durchf\u00fchrung der Verordnung \u00fcber das Arbeitsbuch der Eingeborenen und Gleichgestellten Fremden in den Kolonien\u201c mit den dazu geh\u00f6rigen Erl\u00e4uterungen&nbsp; war fertig verfasst, eine dritte Fassung der \u201eVerordnung \u00fcber die Gerichtsbarkeit f\u00fcr \u201eEingeborene in den deutschen Kolonien\u201c war fertiggestellt, und viele andere Gesetze waren 1940 entweder fertig oder wurden weiterhin in interministeriellen Diskussionen mit universit\u00e4ren Experten vorbereitet. Polizeibeamte hatten schon ihre Bewerbungen f\u00fcr die Kolonialpolizei eingereicht, und Nahmen f\u00fcr zuk\u00fcnftige Gouverneure in den Kolonien wurden schon vorgeschlagen.<\/p>\n<p>Mit der Kriegsoffensive im Osten kam es jedoch anders ab 1943. Da alle Stellen aufgefordert wurden, alle Kr\u00e4fte f\u00fcr den Sieg im Osten zu konzentrieren, wurde auch General Franz Ritter von Epp mit einem Brief von Bormann aufgefordert, alle Aktivit\u00e4ten des KPA und des Reichskolonialbundes bis zum 15. Februar 1943 einzustellen&nbsp;&nbsp; Dies bedeutete jedoch keinesfalls ein Verzicht auf Kolonien. Im Gegenteil sollte der Endsieg im Osten die \u00dcbernahme des Mittelafrikanischen Reiches ohne jegliche Konzession erlauben. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vortrag von Prof. Kum&rsquo;a Ndumbe III. im Rahmen der Veranstaltungsreihe &quot;Afrika im Zweiten Weltkrieg&quot; in Berlin, am 2. September 2009 in den Uferhallen. 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