{"id":853,"date":"2014-01-08T20:51:00","date_gmt":"2014-01-08T19:51:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.africavenir.com\/mit-africavenir-zur-dakart-detailliertes-programm-der-bildungsreise-nach-senegal-4-17-mai-2014\/"},"modified":"2023-10-06T11:32:12","modified_gmt":"2023-10-06T09:32:12","slug":"mit-africavenir-zur-dakart-detailliertes-programm-der-bildungsreise-nach-senegal-4-17-mai-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.africavenir.org\/fr\/mit-africavenir-zur-dakart-detailliertes-programm-der-bildungsreise-nach-senegal-4-17-mai-2014\/","title":{"rendered":"Mit AfricAvenir zur DAK&rsquo;ART: Detailliertes Programm der Bildungsreise nach Senegal, 4.-17. Mai 2014"},"content":{"rendered":"<p>Aus Anlass der <b>11. DAK\u2019ART &#8211; Biennale f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische afrikanische Kunst<\/b> organisiert AfricAvenir vom <b>4. bis 17. Mai 2014<\/b> eine Studien- und Begegnungsreise nach Dakar, Senegal, mit <b>Ibou Diop und Usha Ziegelmayer<\/b> als Reisebegleiter. Eine Reise jenseits aller Touristen-Pfade! Lesen Sie jetzt das detaillierte Programm der Reise.n<link fileadmin\/downloads\/Programm_DakArt_2014.pdf - download \"Initiates file download\">|+| Programm als PDF<\/link><link fileadmin\/downloads\/Anmeldeformular_Studienreise_Dakart_2014.pdf - download \"Initiates file download\">|+| Anmeldeformular<\/link>n<link http:\/\/www.africavenir.org\/de\/news-archiv\/newsdetails\/datum\/2013\/11\/11\/studien-und-begegnungsreise-nach-dakar-senegal-vom-4-17-mai-2014-anlaesslich-der-11-dakart.html - external-link-new-window \"Opens external link in new window\">weitere Infos<\/link>n<b>1. Tag (Sonntag)<\/b><br \/>Individuelle Anreise nach Dakar (m\u00f6gliche Fluggesellschaften sind TAP (\u00fcber Lissabon), Air France (\u00fcber Paris), Brussels Airlines (\u00fcber Br\u00fcssel), Turkish Airways (\u00fcber Istanbul). Direktfl\u00fcge von Deutschland nach Dakar gibt es derzeit nicht. In Dakar kommen Sie gegen Mitternacht an und werden von Ibou Coulibaly Diop und Usha Ziegelmayer vom Flughafen abgeholt und ins Hotel Oc\u00e9anic in Dakars Innenstadt begleitet. <\/p>\n<p><b>2. Tag (Montag) <\/b><br \/>Nach einem gemeinsamen Fr\u00fchst\u00fcck im Hotel geht es zur ersten Orientierung auf einen kurzen Spaziergang mit dem Geschichtslehrer und \u201eGriot\u201c Babacar Mbaye Ndaak in der direkten Umgebung des Hotels, dem modernen Regierungsviertel \u201ePlateau\u201c rund um die Place de l\u2019Ind\u00e9pendance. Anschlie\u00dfend begleitet Babacar Mbaye Ndaak die Reisegruppe auf einer Bustour durch die Stadt: Vorbei am Pr\u00e4sidentenpalast in Richtung Cap Manuel Leuchtturm, dem s\u00fcdlichsten Punkt der Dakarer Halbinsel, fahren Sie entlang der K\u00fcstenstra\u00dfe Corniche zum Stadtviertrel M\u00e9dina mit einem Kunsthandwerks- sowie dem Kunarhandwerksmarkt von Soumbedioune. Weiter geht es durch das Wohnviertel Mermoz bis zum umstrittenen Monument der Afrikanischen Renaissance. Nach einem gemeinsamen Mittagsimbiss am Strand bei Pointe des Almadies f\u00fchrt uns die R\u00fcckfahrt \u00fcber die Stadtviertel Point E und Colobane, vorbei an der gro\u00dfen Moschee, in Richtung Hauptbahnhof und Hafen bis zum Hotel. Diese Stadtrundfahrt werden wir in einem \u201ecar rapide\u201c, den f\u00fcr Dakar und den Senegal typischen Kleinbussen des \u00f6ffentlichen Nahverkehrs zur\u00fccklegen.<br \/>&nbsp;<br \/>Nach der Stadtrundfahrt treffen wir uns mit Prof. Ibrahima Thioub, Professor f\u00fcr Geschichte und Leier des Historischen Seminars an der Dakarer Universit\u00e4t Cheikh Anta Diop. Thioub wird uns, nachdem wir uns selbst einen ersten \u00dcberblick \u00fcber Dakar verschafft haben, die Geschichte des Senegals, insbesondere Dakars und St. Louis vorstellen und dabei u.a. die Bedeutung der \u201eMaafa\u201c, des transatlantischen Sklavenhandels sowie der unterschiedlichen muslimischen Br\u00fcderschaften im Senegal erl\u00e4utern.nNach einer kleinen Verschnaufpause im Hotel begeben wir uns zum Abendessen in den Dakarer Vorort Guediawaye, wo wir bei Babacar Mbayes Familie zu Abend essen werden. <\/p>\n<p><b>3. Tag (Dienstag)<\/b><br \/>Am Vormittag Besuch der Vereinigung der Frauen der M\u00e9dina (der Association des Femmes de la M\u00e9dina, AFEME). Wir treffen die AFEME-Leiterin Yacine Ndiagne. Die Gruppe wurde 1993 gegr\u00fcndet mit dem Ziel die Selbstorganisation der Frauen des Stadtteils M\u00e9dina zu f\u00f6rdern und zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen durch F\u00f6rderung von Bildung, Vergabe von Mikrokrediten, Unterst\u00fctzung von Handwerks-Kooperativen und in j\u00fcngster Zeit auch die Gr\u00fcndung einer Frauensiedlung beizutragen. Frauen von AFEME f\u00fchren die Reisegruppe anschlie\u00dfend durch die popul\u00e4re M\u00e9dina, einem der \u00e4ltesten und dicht besiedelten Stadtteile Dakars. 1914 von den Franzosen angelegt, um die lokale Bev\u00f6lkerung von den wei\u00dfen Kolonialherren zu trennen, ist die M\u00e9dina heute sicher eines der charmantesten Viertel Dakars, da es dem gro\u00dfen Bau-Boom bisher widerstehen konnte. Eine Vielzahl von heute ber\u00fchmten S\u00e4ngerInnen und K\u00fcnstlerInnen, wie z.B. Youssou Ndour oder Omar P\u00e8ne, ist in der M\u00e9dina aufgewachsen. Im Anschluss an die F\u00fchrung k\u00f6nnen Sie ein senegalesisches Mittagessen genie\u00dfen, das von Mitgliedern von AFEME zubereitet wird. Nach dem gemeinsamen Mittagessen begeben wir uns in den Stadtteil Hann Pecheur, wo die Reisegruppe mit Mamadou Diol verabredet sein wird, dem Leiter der Theatergruppe Kaddu Yaraax. In Anwendung des von Augusto Boal entwickelten \u201eTheater der Unterdr\u00fcckten\u201c macht Kaddu Yaraax effiziente kommunale Aufkl\u00e4rungsarbeit zu diversen Themen wie Umweltschutz, Migration etc. und schafft es, die lokale Bev\u00f6lkerung f\u00fcr die Entwicklung und den Schutz des eigenen Viertels zu mobilisieren. <br \/>&nbsp;<br \/>Mitglieder der Theaterorganisation werden uns durch das \u201eVillage des Pecheur\u201c mit seinen schmalen sandigen Gassen und an den Strand f\u00fchren.<br \/>Anschlie\u00dfend essen wir gemeinsam mit Mamadou Diol und seinen MitstreiterInnen zu Abend. n<b>4. Tag (Mittwoch)<\/b><br \/>Heute verlassen wir Dakar. Mit der F\u00e4hre geht es auf die Insel Gor\u00e9e, Symbol der sog. \u201eMaafa\u201c, des transatlantischen Sklavenhandels. Von hier aus wurden jahrhundertelang Menschen in die Sklaverei deportiert. Auch wenn neuere Studien inzwischen die Zahl der \u00fcber Gor\u00e9e verschifften Menschen nach unten korrigiert haben, bleibt diese winzige und heute unschuldig anmutende Insel ein Ort der Introspektion und des Gedenkens. nAuf Gor\u00e9e angekommen, checken wir im \u201eH\u00f4tel de Ville\u201c ein. Nach dem Einchecken werden wir als erstes in das sog. \u201eHaus der Sklaven\u201c gehen, ein Originalschauplatz, weltber\u00fchmt durch die \u201eT\u00fcr ohne Wiederkehr\u201c. <br \/>&nbsp;<br \/>Ein deutschsprachiger Reisef\u00fchrer, der sich mit der Geschichte der Insel auskennt, f\u00fchrt uns durch das Haus und erz\u00e4hlt die beeindruckende und verst\u00f6rende Geschichte des europ\u00e4ischen Handels mit versklavten AfrikanerInnen. Im Anschluss besteht vielleicht die M\u00f6glichkeit, das zurzeit wegen Renovierungsarbeiten leider geschlossene Museum der Frau (Mus\u00e9e de la Femme Henriette-Bathily) zu besichtigen, das genau gegen\u00fcber vom Sklavenhaus liegt und einen \u00dcberblick gibt \u00fcber die gesellschaftliche Stellung und den Alltag der senegalesischen Frauen in der Geschichte. Zum Mittagessen sind wir bei Herrn Ciss\u00e9, Schuldirektor auf Gor\u00e9e, eingeladen. nNachmittags treffen wir Dr. Odile Tendeng vom Gor\u00e9e Institut. Das von dem s\u00fcdafrikanischen Schriftsteller Breyten Breytenbach gegr\u00fcndete Institut versteht sich als Ort des Kulturaustauschs und der Konfliktl\u00f6sung, eine Tradition, die es aus der Zeit des Anti-Apartheid Kampfes fortf\u00fchren m\u00f6chte, als sich hier Vertreter\/innen der Apartheid Regierung und des ANC zu geheimen Gespr\u00e4chen trafen. Odile Tendeng ist Expertin f\u00fcr Friedens- und Konfliktforschung und Programmkoordinatorin der Alliance for Peace Initiatives. Sie wird neben einer Einf\u00fchrung in die Arbeit des Instituts auch einen \u00dcberblick \u00fcber die aktuellen Konflikte in Westafrika (Mali, C\u00f4te d\u2019Ivoire etc.) aus panafrikanischer Perspektive geben. nNach einem Rundgang \u00fcber die Insel treffen wir uns abends in einem der sch\u00f6nen Hafen-Restaurants und lassen die Insel und ihre machtvolle Geschichte auf uns wirken und den Tag ausklingen. <\/p>\n<p><b>5. Tag (Donnerstag)<\/b><br \/>Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck besichtigen wir die von den Franzosen gebaute Estr\u00e9es Festung, in der heute das Historische Museum untergebracht ist. In 13 R\u00e4umen erfahren wir hier die Geschichte des Senegals und speziell auch die von Gor\u00e9e, von der pr\u00e4historischen Zeit \u00fcber die vorkolonialen Reiche, den Sklavenhandel und die Kolonialzeit bis in die Gegenwart. Gegen Mittag nehmen wir wieder die F\u00e4hre in Richtung Dakar.nNach einer Mittagspause im Hotel besuchen wir am Nachmittag das Produktionsstudio Sankara des senegalesischen Hip Hop Musikers Didier Awadi. nDer 1969 in Dakar geborene Rapper, DJ und Musiker Didier Awadi gilt als einer der Pioniere der Hip Hop-Bewegung im Senegal und Westafrika. Nach seiner ersten Gruppe, Didier Awadi\u2019s Syndicate, gr\u00fcndete er zusammen mit Amadou Barry, alias Doug-E-Tee, 1989 PBS (Positive Black Soul) und brachte 1994 das weltweit erfolgreiche Album Boul faal\u00e9 heraus. In seinen drei Soloalben Kaddu gor (2001), Un autre monde est possible (2005), Sunugaal (2006), Pr\u00e9sident d\u00b4Afrique (2010) sowie dem neuesten Album Ma r\u00e9volution (2012) reflektiert er \u00fcber Panafrikanismus, pl\u00e4diert f\u00fcr mehr Menschlichkeit in der internationalen Politik und erinnert an die pr\u00e4genden Pers\u00f6nlichkeiten der Unabh\u00e4ngigkeiten Afrikas. Didier Awadi ist au\u00dferdem Regisseur des Dokumentarfilms \u201eDer Standpunkt des L\u00f6wen\u201c (<link (http:\/\/www.africavenir.org\/de\/publikationen\/cd-dvd\/didier-awadi.html)>http:\/\/www.africavenir.org\/de\/publikationen\/cd-dvd\/didier-awadi.html<\/link>)nDiesen ersten Einblick in die engagierte Hip Hop und Rapszene des Senegal erg\u00e4nzen wir am fr\u00fchen Abend mit dem Besuch der Proben des Tanzensembles \u201eKondior\u201c, die wir in ihren Probenr\u00e4umen im Dakarer Stadtzentrum besuchen.nDen Tag werden wir mit einem Abendessen in einem Restaurant an der Corniche mit Blick auf das Meer ausklingen lassen. nWer es danach (zu Recht) nicht abwarten kann, in die ber\u00fchmte Dakarer Musikszene abzutauchen, f\u00fcr den gibt es schon an diesem Donnerstagabend eine Auswahl an Konzerten. Um das Dakarer Nachtleben zu genie\u00dfen, ist allerdings Ausdauer gefragt: die Konzerte beginnen in der Regel nicht vor 0:30 Uhr nachts.<\/p>\n<p><b>6. Tag (Freitag)<\/b><br \/>Dieser Tag steht ganz im Zeichen der Kunstbiennale: Vormittags besuchen wir die offizielle Er\u00f6ffnungszeremonie der Biennale, voraussichtlich im Grand Th\u00e9\u00e2tre. <br \/>Die anschlie\u00dfende Mittagspause steht zur freien Verf\u00fcgung, f\u00fcr einen Stadtbummel oder eine Verschnaufpause im Hotel, bevor es nachmittags zur Er\u00f6ffnung der IN Ausstellung der Biennale geht, wo die diesj\u00e4hrigen Preistr\u00e4ger ihre Arbeiten im IFAN Museum pr\u00e4sentieren.<br \/>&nbsp;<br \/><b><\/b>Abends nehmen wir am Empfang der Biennale sowie einem Konzert im Village des Artistes teil.<\/p>\n<p><b>7. Tag (Samstag)<\/b><br \/>Das Wochenende soll ganz im Zeichen der zahlreichen Vernissagen, Ausstellungen und kulturellen Veranstaltungen Dakars stehen. nVormittags besteht die M\u00f6glichkeit an dem beliebtesten senegalesischen Sport teilzunehmen: Das Ringen, die \u201elutte s\u00e9n\u00e9galaise\u201d, wurde ab 1920 in den St\u00e4dten popul\u00e4r und 1959 zum Nationalsport erkl\u00e4rt. Inzwischen ist es vor Fu\u00dfball der beliebteste und am meisten mediatisierte Sport im Senegal. Dem eigentlichen Kampf gehen eine Vielzahl ritueller Handlungen und Opfer voraus. Der Kampf selbst ist dagegen meist kurz, wer als erstes den Boden mit einem anderen K\u00f6rperteil als Hand oder Fu\u00df ber\u00fchrt, geht als Verlierer vom Platz. Gemeinsam werden wir in einem der zahlreichen Stadien in Dakar diesem faszinierenden Spektakel bewohnen.<br \/>Der Nachmittag steht dann zum individuellen Ausstellungsbesuch des immensen OFF Programms der Biennale zur Verf\u00fcgung. Ibou Diop und Usha Ziegelmayer werden Ihnen hierzu Tipps geben, welche K\u00fcnstlerInnen, an welchen interessanten und z.T. ungew\u00f6hnlichen Orten wie etwa einer alten Keksfabrik ausstellen.<br \/>&nbsp;<br \/>Abends besteht die M\u00f6glichkeit das Dakarer Nachtleben zu genie\u00dfen und zu einem der zahlreichen Live Konzerte von Pape &amp; Cheikh, Takeifa, Baba Maal o.\u00e4. zu gehen.<\/p>\n<p><b>8. Tag (Sonntag)<\/b><br \/>Nach einer Woche voller Programm steht der Sonntag zur freien Verf\u00fcgung f\u00fcr Ausstellungsbesuche, einen Nachmittag am Strand oder einen Stadtbummel. <br \/>Zum Abendessen sind wir in den Dakarer Vorort Guediawaye eingeladen und werden bei der Familie von Babacar Mbaye Ndaak eines der zahlreichen senegalesischen Nationalgerichte genie\u00dfen.nDen Abend lassen wir mit einer \u201eSoir\u00e9e de Conte\u201c mit Babacar Mbaye Ndaak ausklingen. Wir lauschen seiner Darbietung traditioneller M\u00e4rchen sowie m\u00fcndlicher \u00dcberlieferung senegalesischer und westafrikanischer Geschichte.<\/p>\n<p><b>9. Tag (Montag)<\/b><br \/>Am Montag steht der Besuch der Universit\u00e4t Cheikh Anta Diop (UCAD) auf dem Programm sowie das Forschungsinstitut CODESRIA.nBenannt nach dem wohl bedeutendsten panafrikanischen \u00c4gyptologen und Historiker, Linguist und Physiker, Cheikh Anta Diop (1923 &#8211; 1986), der durch sein Werk die bis dahin unangefochten eurozentrische Lesart der afrikanischen und Weltgeschichte auf den Kopf stellte, ist die Dakarer Universit\u00e4t eine der angesehensten Universit\u00e4ten in Westafrika. Auf dem Universit\u00e4tscampus treffen wir einen der Sch\u00fcler Cheikh Anta Diops, den \u00c4gyptologen und linken Gewerkschaftler Babacar Sall und besichtigen mit ihm Diops nun schon legend\u00e4res Karbondatierungslabor, mit dem dieser u.a. seine These vom afrikanischen Ursprung der \u00e4gyptischen Hochzivilisation untermauerte. Einer der heute anerkanntesten Wissenschaftler war auch der intellektuelle Gegenspieler des ersten Pr\u00e4sidenten und N\u00e9gritude Mitbegr\u00fcnders Senghor, dem er seine frankophilie und folkloristische Instrumentalisierung afrikanischer Kultur vorwarf. Diop, der sp\u00e4ter auch mit wenig Erfolg in die Politik ging, wurde unter Senghor mehrfach inhaftiert und lange Jahre mit einem Lehrverbot versehen. Erst auf Druck der StudentInnen erhielt Dakars Universit\u00e4t seinen Namen. <br \/>&nbsp;<br \/>Im Anschluss und ebenfalls auf dem Uni-Campus ist ein Treffen mit dem Geographen Dr. Papa Demba Fall geplant. Fall ist Leiter Forschungsnetzwerks REMIGRAF (R\u00e9seau d\u2019\u00e9tude des migrations internationales africaines) am Institut de Recherches Fondamentales d\u2019Afrique Noire (IFAN) an der UCAD. Er forscht zu internationaler Migration innerhalb Westafrikas und vom Senegal bzw. der Region in Richtung Europa. Er wird uns von der historischen Bedeutung der Migration f\u00fcr den Senegal berichten sowie auf aktuelle Entwicklungen seit 2005 wie etwa der stark in Europa mediatisierten Bootsmigration eingehen und diese Migrationsbewegungen in den sozialen, kulturellen, politischen und \u00f6konomischen Kontext der Region einordnen.nZum Mittagessen treffen wir Firoze Manji, seit M\u00e4rz 2013 Leiter des Dokumentations- und Informationszentrums (CODICE) bei CODESRIA (Council for the Development of Social Science Research in Africa), einem panafrikanischen \u201eThink Tank\u201c in unmittelbarer N\u00e4he der Uni. Der aus Kenia stammende Manji hat eine lange Karriere als Menschenrechtsaktivist hinter sich: er war u.a. Gr\u00fcnder und ehemaliger Chefredakteur von Pambazuka News (www.pambazuka.org), einem open-access Online-Magazin und das gr\u00f6\u00dfte und vitalste Forum f\u00fcr soziale Gerechtigkeit in Afrika. Neben einer Einf\u00fchrung in die Arbeit von CODESRIA erhalten wir von ihm einen \u00dcberblick \u00fcber die sozialen K\u00e4mpfe und \u00fcber die vielen Aufbr\u00fcche in der Region und auf dem Kontinent.nAnschlie\u00dfend treffen wir im Caf\u00e9 der Raw Material Company, einem Kunstraum, der u.a. die Protestbewegung gegen eine dritte Kandidatur Abdoulaye Wades in einer beeindruckenden Fotoausstellung und einem Katalog dokumentierte, den Journalisten Fadel Barro, einen der Wortf\u00fchrer der von Hip Hop K\u00fcnstler\/innen und Journalist\/innen gegr\u00fcndeten \u201eY\u2019en a marre\u201c-Bewegung (\u201eWir haben\u2018s satt\u201c). \u201eY\u2019en a marre\u201c machte sich im Vorfeld der Wahlen 2012 zum Sprachrohr der von Massenarbeitslosigkeit betroffenen senegalesischen Jugend und schaffte es mittels Radio- und Fernsehsendungen, Rapsongs und SMS-Aktivismus, diese massiv zu mobilisieren, was zur Abwahl Wades f\u00fchrte. Auch nach der Wahl ist \u201eY\u2019en a marre\u201c aktiv, gibt der Jugend eine Stimme und eine Vision und mobilisiert z.B. im Kampf gegen die durch die Regenzeit verursachten \u00dcberschwemmungen.nDer Abend steht zum individuellen Besuch von Vernissagen und Konzerten zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p><b>10. Tag (Dienstag)<\/b><br \/>Der heutige Tag steht ganz im Zeichen des Austauschs mit der aktuellen Kunst- und Kulturszene Dakars. nVormittags besuchen wir das Boribana Mus\u00e9e im Stadtteil Ngor. Das Museum f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Kunst wurde 1990 von Boubacar KONE und seiner Frau als private Initiative gegr\u00fcndet. Ziel des Museums ist es bis heute Kunst des afrikanischen Kontinents und der Diaspora zu pr\u00e4sentieren. Der Leiter Khalifa Dieng wird uns durch das Museum f\u00fchren und die aktuelle Ausstellung im Rahmen der DAK`ART vorstellen. <br \/>Nach einem Mittagsimbiss begeben wir uns zur Gro\u00dfen Moschee in Ngor, die uns einen Eindruck vermittelt, welche zentrale Bedeutung der Islam und insbesondere die Sufi-Br\u00fcderschaften f\u00fcr zahlreiche Bereiche des senegalesischen Alltags haben.<br \/>Anschlie\u00dfend treffen wir den senegalesischen Maler Barkinado Bocoum, der 2010 bei der DAK`ART ausgezeichnet wurde in seinem Atelier. Bocoum ist derzeit einer der angesagtesten Nachwuchsk\u00fcnstler und wird uns durch sein Atelier f\u00fchren sowie von seiner Arbeit berichten (<link (http:\/\/barkinadobocoum.jimdo.com\/).>http:\/\/barkinadobocoum.jimdo.com\/<\/link>).nAbends werden wir einem traditionellen Gesangabend von Anh\u00e4ngern der Mouriden im Dakarer Vorort Guediawaye bewohnen und die Spiritualit\u00e4t dieser im Senegal bedeutenden Br\u00fcderschaft erleben.<\/p>\n<p><b>11. Tag (Mittwoch)<\/b><br \/>Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck machen wir uns auf den Weg nach Saint-Louis im Norden des Senegals, direkt an der Grenze zu Mauretanien. Saint-Louis war die erste franz\u00f6sische Siedlung auf dem afrikanischen Kontinent, gegr\u00fcndet vor 350 Jahren. Zun\u00e4chst als Umschlagplatz f\u00fcr den Sklavenhandel auf einer langgezogenen Insel mitten im Senegal-Strom gebaut, wurde Saint-Louis sp\u00e4ter zur Hauptstadt von ganz Franz\u00f6sisch-Afrika. Die Saint-LouisanerInnen (wie im \u00dcbrigen auch die BewohnerInnen Dakars, Gor\u00e9es und Rufisques, die so genannten \u201eVier Kommunen\u201c) waren formell Franzosen, wurden selbstbewusste B\u00fcrgerInnen und schickten den ersten schwarzen Abgeordneten ins Pariser Parlament.nNach einem gemeinsamen Mittagessen lernen wir bei einem Stadtrundgang mit dem international preisgekr\u00f6nten Schriftsteller und Literaturprofessor Boubacar Boris Diop die Geschichte dieser unter Denkmalschutz stehenden Stadt kennen. nHeute ist Saint-Louis eine Stadt mit einer bizarren, einzigartig drei-geteilten Geografie: Auf dem Festland das kommerzielle Zentrum, gesch\u00e4ftig und l\u00e4rmend; auf einer 30 Kilometer langen Landzunge am Meer die Fischer, nur und dazwischen, umarmt vom braunen Strom, die historische Insel mit 1344 unter Schutz stehenden Geb\u00e4uden und morbidem Charme, die seit 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe z\u00e4hlt.nDas Abendessen werden wir in einem Restaurant am Flussufer mit Blick auf die von Gustav Eiffel gebaute und inzwischen rostige Br\u00fccke \u00fcber dem Senegal-Strom einnehmen, welche sich harmonisch in die Farben der D\u00e4mmerung einf\u00fcgt. <\/p>\n<p><b>12. Tag (Donnerstag)<\/b><br \/>Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck treffen wir den vielfach preisgekr\u00f6nten Schriftsteller und Erz\u00e4hler Louis Camara, der sein ganzes Leben in Saint-Louis verbracht und zahlreiche Artikel, Gedichte, Kurzgeschichten und B\u00fccher \u00fcber seine Stadt ver\u00f6ffentlicht hat, u.a. den Bildband \u201eSaint-Louis du S\u00e9n\u00e9gal\u201c. Camara ist fasziniert von den Mythen und Legenden seines Landes und wird uns sein Saint- Louis zeigen.nAnschlie\u00dfend bleibt Zeit f\u00fcr individuelle Streifz\u00fcge durch die Gassen oder M\u00e4rkte von Saint-Louis sowie Besuche von Ausstellungen im Rahmen des DAK`ART Programms in St. Louis. Gegen sp\u00e4ten Nachmittag machen wir uns dann auf den R\u00fcckweg nach Dakar.<\/p>\n<p><b>13. Tag (Freitag)<\/b><br \/>Der letzte Vormittag in Dakar ist zur freien Verf\u00fcgung f\u00fcr eine private Verabredung, einen letzten Stadtspaziergang oder Eink\u00e4ufe auf den M\u00e4rkten Kermel oder Sandaga. <br \/>Nachmittags gibt es nochmals die M\u00f6glichkeit Ausstellungen zu besuchen, bevor Sie beim Abendessen die Erfahrungen und Erlebnisse w\u00e4hrend der Reise mit den ReiseleiterInnen Ibou Coulibaly Diop und Usha Ziegelmayer auszutauschen. Am sp\u00e4ten Abend beginnt die R\u00fcckreise mit dem Transfer zum Flughafen.<\/p>\n<p><b>14. Tag (Samstag)<\/b><br \/>Der R\u00fcckflug startet je nach Fluggesellschaft zwischen Mitternacht und 2 Uhr nachts (in der Nacht von Freitag auf Samstag) in Dakar. Ankunft in Deutschland ist gegen Mittag am Samstag, 17.5.2014.<\/p>\n<p>Umstellungen und \u00c4nderungen im Detail sind m\u00f6glich. <br \/>Der R\u00fcckflug kann individuell auch sp\u00e4ter erfolgen. <\/p>\n<p><b>Anmeldung und Kontakt:<\/b><br \/>Usha Ziegelmayer, <link u.ziegelmayer@africavenir.org>u.ziegelmayer@africavenir.org<\/link>\n<p><b>Veranstalter:<\/b> AfricAvenir International e.V.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus Anlass der 11. DAK\u2019ART &#8211; Biennale f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische afrikanische Kunst organisiert AfricAvenir vom 4. bis 17. Mai 2014 eine Studien- und Begegnungsreise nach Dakar, Senegal, mit Ibou Diop und Usha Ziegelmayer als Reisebegleiter. Eine Reise jenseits aller Touristen-Pfade! Lesen Sie jetzt das detaillierte Programm der Reise.n|+| Programm als PDF|+| Anmeldeformularnweitere Infosn1. 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