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Projekte in Deutschland

AfricAvenir organisiert eine Vielzahl von Veranstaltungen in den Bereichen der politischen und kulturellen Bildung, im Rahmen derer wir immer und bewusst afrikanische und diasporische Perspektiven in den Mittelpunkt der Diskussionen stellen. Seit 2008, als wir dem 200. Jahrestag der Abschaffung der "Maafa" (Sklavenhandel) gedachten, definiert AfricAvenir Jahrestehen, die dann in der Regel in größere Projekte münden. 2009 war das Thema "Afrika im Zweiten Weltkrieg", dem im Jahr 2010 "50 Jahre Afrikanische Un-Abhängigkeiten" und 2011, anlässlich des Weltsozialforum in Dakar "Soziale Bewegungen und Afrikanische Renaissance" folgten. 2012 und 2013 wurde von einem Projekt namens "Paradoxien der Nachhaltigkeit" geprägt, in dessen Rahmen wir einen kritischen Blick auf die sozialen Folgen der Einführung von sog. "Green Technologies" für Afrika warfen. 2013 begann auch das Projekt "Dekoloniale Einwände gegen die Humboldt-Forum", mit dem wir den Wiederaufbau des Berliner Schlosses und v.a. die unreflektierte Ausstellung von zumeist geraubter Kunst kolonialen Ursprungs hinterfragen. 2014/15 läuft das Projekt "Afrikanische Perspektiven auf globale Herausforderungen", mit dem wir den Post-2015-Agenda-Prozess kritisch begleiten möchten. Neben diesen eher große Projekte organisiert AfricAvenir eine Vielzahl von kleineren Veranstaltungen, Workshops und Filmvorführungen.

Dekoloniale Einwände gegen das Humboldt-Forum

Das Humboldt-Forum im rekonstruierten Berliner Schloss soll zukünftig die Vision einer „Gleichberechtigung aller Kulturen“ darstellen. Kernstück dieses Museums soll der Umzug der ethnologischen Sammlungen aus Afrika, Asien und den Amerikas aus Dahlem in die Mitte von Berlin werden. Doch welche Symbolik erzeugt es, wenn die ethnologischen Sammlungen, die zu einem nicht unwesentlichen Teil während der (deutschen) Kolonialzeit geraubt wurden, hinter einer preußischen Fassade gezeigt werden?

Um diese Frage aufzuwerfen und eine öffentliche Debatte anzuregen, veranstaltet AfricAvenir ab September 2013 Dialogforen und eine Wanderausstellung, die sich kritisch mit den gegenwärtigen Entwicklungen auseinandersetzt. Um ein eurozentrisches und restauratives Museum zu verhindern wird die koloniale Geschichte von Objekten thematisiert und das Konzept dieses Museums in Inhalt und Form aus afrikanischen und afro-europäischen Perspektiven hinterfragt.

AfricAvenir fordert als Teil der Kampagne No Humboldt 21 von kultur- und entwicklungspolitischen NGOs und Verbänden, dass die Arbeiten am Humboldt-Forum ausgesetzt werden und eine öffentliche Debatte angestoßen wird. Ein Nutzungskonzept, das „prägenden Einfluss auf das Selbstverständnis der Nationen“ ausüben soll, aber koloniale Verantwortung abstreitet, verletzt die Würde und die Eigentumsrechte von Menschen in allen Teilen der Welt.

african reflections - AfricAvenirs Filmreihe im Hackesche Höfe Kino in Berlin

Jenseits der engen Perspektive europäischer und us-amerikanischer Medien, die Afrika auf seine Misere oder Exotik reduzieren, bieten afrikanische Filme einen differenzierten Einblick in die Vielfalt des Kontinents und dessen aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen. Seit 2004 hat AfricAvenir einen Durchschnitt von 15 afrikanischen Spiel- und Dokumentarfilme pro Jahr im Rahmen der Filmreihe "african reflection" präsentiert. Darüber hinaus organisieren wir regelmäßig Schulvorführungen und gelegentlich Festivals, Filmseminare und Filmtouren.

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